Pfarrkirche zum Hl. Martin

  in  Häselgehr

 

Die Pfarrkirche St. Martin in Häselgehr


An dieser Stelle stand einst eine Kapelle zu Ehren des heiligen Bischofs Martinus von Tours, deren Erbauungszeit unbekannt ist.
Um 1701 wurde an Stelle dieser baufällig geworde-nen Kapelle ein Kirchlein erbaut, das mit zwei Seitenaltären und einer Kanzel versehen war. Am 14. November 1720 wurde nach langen Bemühungen der Gemeinde die Kaplanei Unterhöfen – Häselgehr gestiftet.
1750 wurde der Turm gebaut und 1753 die Kirche um 15 Fuß verlängert. 1803 wurde diese Kirche fast ganz abgerissen und die jetzige geräumige Kirche erbaut, deren große Deckengemälde 1806 von Karl und Josef Anton Selb gemalt wurden.
1810 wurde in dieser Kirche Joseph Antonius Singer getauft, der als P. Peter de Alcantara Singer O. Fr. Min. durch seine musikalischen Kompositionen und sein Pansymphonikon berühmt wurde.
Am 1. September 1811 wurde die Kirche vom Weihbischof von Augsburg Franz Karl Fürst von Hohenlohe-Waldenburg-Schillingsfürst geweiht.
 

1812 wurde der jetzige Hochaltar von Bildhauer Franz Renn aus Imst verfertigt und 1820 von Maler Miller aus Imst gefasst. Das Altarbild „St. Martin und der Bettler" malte 1813 Karl Selb aus Unterstockach. (Übermalungen der Engel von Kurat Wendelin Ambrosi.) Die ganze Kirche wurde unter dem Kuraten Wendelin Ambrosi (1872 – 1882) von Johann Kärle aus Vorderhornbach ausgemalt, der auch die Darstellung des Freudenreichen Rosenkranzes an die Decke malte.
Die originelle Wandverkleidung mit bemalten Blechtafeln aus der Geschichte der Offenbarung stammt von Kurat Wendelin Ambrosi. Die Stationsbilder des 1877 eingeweihten Kreuzweges hat der gebürtige Häselgehrer Johann Anton Scheidle ohne Lohn gemalt.
Die Orgel auf der oberen Empore wurde von Theresia Scheidle um 1830 gestiftet und vom Orgelbauer Mauracher aufgestellt. Sie wurde 1938/39 unter Pfarrprovisor Thomas Innerhofer von der Orgelbaufirma Reinisch in Steinach am Brenner gründlich erneuert und ausgebaut.
Die gemalten Fenster lieferte die Glasmalereianstalt Innsbruck.Die jetzigen Seitenaltäre wurden unter Pfarrer Josef Lutz aufgestellt, der von 1898 bis 1914 hier wirkte.
Unter dem gleichen Seelsorger wurden 1905 die Emporestiegen erneuert, neue Beicht- und Vesperstühle gemacht, ein neuer Plattenboden verlegt und 1906 eine neue Kanzel aufgestellt.
 

So wie viele Kirchen im oberen Lechtal steht auch die Pfarrkirche
 in Häselgehr an einem Hügel bei der alten Lechbrücke.
Die Pfarrkirche St. Martin ist eine der wenigen Kirchen in Tirol,
die im reinsten Nazarenerstil eingerichtet sind.
Die Kirche ist reich bemalt und geschmückt. Der moderne Ambo und Volksaltar fügen sich gut ein.
Die Orgel mit dem Chorbild. Das Pfarrhaus ist gut renoviert und birgt eine gut besuchte Bücherei.

Unter Pfarrer Raimund Prantauer wurde 1951 das Äußere der Kirche von Malermeister Rudolf Winkler, Dornbirn renoviert.
1954 hat die politische Gemeinde Häselgehr ein neues Geläute von der Firma Graßmayr in Innsbruck mit 5 Glocken im Gewicht von 1710 kg, 954 kg, 655 kg, 533 kg und 278 kg und den Primtönen cis1 e fis gis h angeschafft, nachdem die Geläute von 1907 und 1926 den beiden Weltkriegen zum Opfer gefallen waren.
1954 machte ein Blitzschlag in den Kirchturm die Reparatur des Turmhelmes notwendig. Bei diesem Anlass wurde eine moderne Blitzschutzanlage errichtet.

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bearbeitet von OW am 28.7.2015