Pfarre zum Hl. Nikolaus in Elbigenalp

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Mitten im Tal steht die Kirche neben dem Pfarrhaus, begleitet vom ältesten Kultbau des Tales, der Martinskapelle.

Die politischen Grenzen der Gemeinde sind nicht identisch mit dem Seelsorgbereich. So gehört Obergiblen zur Pfarre Bach, hingegen die Fraktion Grießau der Gemeinde Häselgehr zum Wirkungsbereich unserer Pfarrgemeinde.

Der Name der Siedlung erscheint das erstemal urkundlich im Jahre 1488 als „in den Albigen Alpen“. Sie gehörte zum Rodungsgebiet des Klosters Füssen und als solches schon zur Römerzeit und im Frühmittelalter zum Bistum Augsburg.

Die Pfarre „Lechtal“ scheint als solche 1312 das erstemal auf.

Erhalten hat sich an der inneren Westwand der oberen Sakristei ein Fresko mit der Darstellung von Christus in der Mandorla als Weltenrichter, umgeben von zwei Posaunenengeln; links von ihm befinden sich Maria und die beiden Apostel Johannes und Jakobus, rechts Petrus (um 1450/60, wahrscheinlich von einem schwäbischen Maler).

 

Das Äußere bestimmen die großen Rundbogenfenster am Langhaus, der eingezogene Chor mit 3/8-Schluß, die Kreisfenster an der Fassade und am ersten Joch von Westen, das hohe schindelgedeckte Satteldach, der hohe schlanke Turm mit spitzbogigen Schallfenstern und steilem Giebelspitzhelm. An der Südostseite ist über dem Priestergrab das Gemälde „Der Auferstandene“ von Wolfram Köberl, Innsbruck, angebracht.

 

Das Innere der Kirche, ein von Licht durchfluteter Raum, überrascht uns im besonderen durch den großartigen Gesamteindruck. Es zeigt sich ein Glanzstück des Barock, mit glücklicher Synthese neuer Gestaltung bei der letzten Renovierung 1966-1969. Wir dürfen uns glücklich schätzen, in einer der schönsten Landkirchen des Bezirkes unseren Glauben bekunden zu dürfen.

Der einschiffige, großzügig konzipierte, dreijochige Saalraum mit Stickkappentonne mündet in einer Rundung und mit einem großartig geschwungenen Chorbogen (Triumphbogen) in das zweijochige Presbyterium. Dieses hat ebenfalls ein Stichkappengewölbe, die Wände gliedern jedoch Pilaster. Westseitig, über dem Haupteingang, bindet sich eine geschwungene, auf Säulenpaaren ruhende Doppelempore mit Orgel dem Saalraum ein.

Ein Werk besonderer Schönheit verdankt Elbigenalp dem zu den bedeutendsten Künstlern der Barockzeit zählenden Johann Jakob Zeiller aus Reutte (1708-1783).

 

Die Fresken. Zu Zeillers letzten Schöpfungen zählt der Freskenschmuck in Chor, Langhaus und über der Orgelempore, den er 1776 schuf. Die Fresken im Chor und über der Empore nehmen Bezug auf den Kirchenpatron, den hl. Nikolaus von Myra.

Das Fresko im Langhaus überzieht mit seiner figuralen und dekorativen Malerei das gesamte Gewölbe und die Wände. Im Deckenfeld ist innerhalb eines mächtigen Scheingesimses, das einen weiten Himmelausblick vortäuscht, der Triumph der Kirche und des Altarsakramentes dargestellt. Die Standarte des Posaunenengels zeigt die Schrift: „Venit olenitudo temporis“, (Es kam die Fülle der Zeit). Die zentrale Gruppe bildet der Triumphwagen mit Christus, der Ecclesia im päpstlichen Ornat und dem Gespann mit den vier apokalyptischen Tieren (den vier Evangelistensymbolen), geführt von Johannes dem Täufer. Der triumphierende Christus weist auf das von Engeln und Putten erhöht getragene Kreuz, Zeichen der Erlösung, darunter Chronos mit Sende und Stundenglas, gegenüber der Gerichtsengel mit Flammenschwert und Waage.

Besonders faszinierend an Zeillers Bild ist das Kolorit, die so aussagekräftige Farbigkeit, die zarten weichen Töne. Die plastische Wirkung der in so großzügiger Farbigkeit wiedergegebenen Wolkengebilde, auf denen raumgreifend sich die Personen bewegen, ist hier besonders markant.

Im Chor ist das ganze Gewölbe bis zu dem Pilastergebälk mit reicher, dekorativer Rocaille-Malerei ausgestattet (Stucknachahmung). An der Flachkuppel des halbrund geschlossenen Chorraumes ist der hl. Nikolaus als Helfer der Kranken dargestellt. Zentral auf eine Wolke gemalt, erscheint ein Putto mit zwei Arzneifläschchen, der ein Frauengesicht aufweist: darin wird das Porträt einer Einheimischen vermutet. So sehen wir auch Frauen in der Lechtaler Tracht. Auch rechts unter dem Gefängnisfenster erscheinen ähnliche Figuren in volkstümlicher Bekleidung (Sennerinnen). Aus dem Gefängnisfenster schauen zwei Männer, diese sollen Einwohner von Elbigenalp gewesen sein, heraus. Das Chorfresko trägt links unten folgende Bezeichnung: “J. Jakob Zeiller S.C.M. Academ. pict. inven: et fecit 1776“.

Das querovale Fresko über der Orgelempore stellt die Errettung eines Christenknaben am Hofe eines heidnischen Herrschers durch den hl. Nikolaus dar.

Die letzten umfangreichen Renovierungs- und Ergänzungsarbeiten an unserem Gotteshaus, der Martinskapelle, der Kirche am Ölberg, des Kriegerdenkmals und des Friedhofs erfolgten in den Jahren 1966-1969 unter dem seit 1955 in unserer Pfarre wirkenden Seelsorger Hans Innerhofer. Mit der Innenrenovierung der Pfarrkirche wurde dem bekannten Kunstmaler und Restaurator Wolfram Köberl aus Innsbruck die Gesamtkonzeption des neu zu gestaltenden Altarraumes übertragen. Er leitete auch die Restaurierungs- und Freilegungsarbeiten der gesamten Zeillerschen Fresken.

 

Die Altäre. Die in den Raum vorgezogenen Stuckmarmorsäulen des Hochaltars, auf deren Gebälkstücken Engel knien, schaffen einen Baldachinraum in dessen Mitte die Figur des hl. Nikolaus eingestellt ist, die noch aus dem in der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts abgebrochenen Barockaltar stammt (um 1720). An der Stirnwand steht der Tabernakel, dessen Ornament wie beim Träger des Osterlichtes nicht als Zierart, sondern als Element symbolischer Aussage eingesetzt ist. Die beiden einander gleichenden Seitenaltäre zeichnen sich als typische Werke ihrer Zeit aus.

 

Die Kanzel (um 1770). Die vier flachen, auf dem Kanzelkorb aufliegenden Voluten teilen diesen in drei Felder und tragen gleichzeitig die Evangelistensymbole in Form von geflügelten Häuptern.

Die Kanzel stammt aus der Pfarrkirche Mayrhofen im Zillertal und wurde 1969 der Pfarrkirche Elbigenalp als Geschenk überlassen.

 

Der rechts neben dem Seitenaltar befindliche Taufstein zählt nicht nur zu den ältesten Kultgegenständen unserer Kirche, er gibt mit seinen in kreisförmige Felder eingemeißelten Symbolen und der Minuskelschrift am oberen Rand zu unterschiedlichen Deutungen Anlass. Der Taufstein dürfte zu Beginn des 15. Jhd., möglicherweise auch noch früher, entstanden sein.

 

Ein seltenes Stück unserer Kirche ist die Tragorgel mit dem bemalten Gehäuse aus der Zeit des Rokoko (um 1770). Diese kleine Orgel mit drei Registern wurde einst bei Prozessionen zur Begleitung der Gesänge mitgetragen.

 

Die Kreuzwegstationen sind Werke des Paul Zeiller aus Reutte, dem Vater des Künstlers der Deckenfresken.

 

Das Königinfenster. Im Presbyterium links, über dem schmiedeeisernen Sakramentsnischengitter aus dem 15. Jhd., befindet sich das bei der letzten Renovierung aus dem Langhaus hierher versetzte Fenster, das mit seiner Darstellung an die Zeit der Königin Maria von Bayern, der Mutter Ludwigs II., erinnert. Die Inschrift dazu lautet: „Zum unvergesslichen Andenken weiland Ihrer Majestät der Königin Mutter Maria von Bayern kgl. Prinzessin von Preußen der hohen Wohltäterin dieser alten Pfarrkirche errichtete dieses Fenster der dankbare Pfarrer Chr. Waibl Anno Domini 1893“.

 

Die Kapellen der Pfarrei:

Die Martins- bzw. Magdalenenkapelle wurde im 15. Jhd. über dem Beinhaus errichtet.

Der Elbigenalper Künstler Anton Falger ließ 1832 nicht nur die Kapelle auf seine Kosten restaurieren, von ihm stammen auch die an den Seitenwänden angebrachten bemalten Holztafeln. Eine Tafel stellt im oberen Teil das Alte, im unteren das Neue Testament dar. Eine zweite Tafel zeigt im oberen Teil das Stammesregister Christ (73 Personen), im unteren die „Heiligen von Teutschland gebürdig“. Auch hier sind alle Personen mit Namen versehen.

Sehenswert und besonders durch ihren volkstümlichen Charakter interessant ist die Tafel mit den 18 Bildern des Totentanzes auf dem Jahre 1840, in zwei Reihen zusammengesetzt und mit einem Vers versehen.

 

Die Kriegergedächtniskapelle befindet sich im Südwesten des Friedhofs. Ehemals war sie das „Unschuldige Kinderhäusl“, weil hier ungetaufte Kinder begraben wurden.

 

Die Ölbergkapelle. Nordseits des Dorfes liegt auf einem Felsvorsprung die Wallfahrtskirche zum Christus auf dem Ölberg. Unter Frater Lucas Liskodin, der dort in einer Klause wirkte, wurde sie 1766 aufgeführt. Das Christusbild (Kruzifix) wurde durch Pfarrer Mellson in Begleitung des Volkes hierher gebracht; am 3. Mai 1766 wurde die erste hl. Messe gefeiert. Die Wallfahrtskirche wurde 1829 von Wohltätern erneuert.

 

Die Pestkapelle in Grießau. Nach einer dreiviertelstündigen Wanderung von Elbigenalp Richtung Osten gelangen wir in die landschaftlich schön gelegene Fraktion Grießau. Oberhalb der Siedlung, nahe des Berghanges, steht die Pestkapelle. Ihr Name weist schon auf den Ursprung hin: Die Pest wütete 1633-1635 rechtsseitig des Lech. Der erste Kapellenbau reicht weit zurück, da bereits im Jahre 1696 eine Erweiterung bzw. Neubau erfolgte. Im Jahre 1832 wurde die Kapelle nochmals vergrößert und in den Jahren 1983-1985 unter Einsatz der Griessauer Bevölkerung einer umfangreichen Restaurierung unterzogen.

 

Die Kapelle in der Untergrünau. Von Elbigenalp westlich liegt rechtsseitig des Lech die Fraktion Grünau. Die Josefskapelle zu Untergrünau wurde Ende des 17. Jhd. errichtet(1696).

 

Die Annakapelle in Obergrünau. Den Betraum schmückt eine hölzerne Kassettendecke. Die Altargruppe stellt Anna Selbdritt dar. Kreuzwegstationen aus dem 18. Jhd.

 

 

 

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