1. Sonntag 19

Amos 8,4-7 Lukas 16,10-13

Pfarrer Karlheinz Baumgartner:

Unlängst habe ich mir eine dieser riesigen Zeitungen Deutschlands gekauft: viele Redakteure müssen da beschäftigt sein – ein Fülle von Meldungen, Kommentaren, Essays, Politik, Wirtschaft, Sport … Börsenberichte natürlich, Werbung für sauteure Vergnügungen, Informationen für schwer-reiche Leute.

Wer soll da die Zeit finden, jeden Tag so viel zu lesen? Wahrscheinlich kein Mensch. Hoffentlich landen diese Zeitungen dann wenigstens im Altpapier!

In der Beilage sind Kurzurlaube angeboten

Prag: 4 Tage 1299 Euro

Venedig: 4 Tage 1719 Euro

Mailand: 4 Tage 1977 Euro

Breslau: 4 Tag 2090 Euro

Berlin: etwas billiger: 1990 Euro

 

Wie viele Zeitgenossen auf der Welt wären glücklich, wenn sie wenigstens einmal im Leben von jemand 1000 oder gar 2000 Euro geschenkt bekämen!

„Man kann nicht“, sagt das Evangelium „2 Herren dienen: Gott und dem Mammon!“

 

Wie kommt es, dass es so reiche Leute gibt, die nicht nur europäische Hotspots so flugs einmal besuchen - sondern zum Vergnügen – und weil es momentan in ist, dort gewesen zu sein - sehr weit fort fliegen: nach Burma jetzt Myanmar, wegen der goldenen Pagoden – nach Mombasa, der verlockenden Strände wegen, gen Singapur, blitz saubere Drehscheibe in Südost Asien, in das alte China der riesigen Mauer wegen und in das neue, um sich die super-modernen Skylines der modernen Städte anzuschauen.

Die Millionen Mitbrüder und Schwestern, die tod-müde und verzweifelt auf der Flucht irren - oder die hinter Bretterzäunen Versteckten, die in den Slums dürsten – und gern was von den kristallklaren Wassern in den Swimmingpools der Reichen hätten – die bleiben „außen vor“!

Wenn Fernreisende dann daheim ihre Tabletts aufklappen, sehen wir üppige Parks, tropische Blumengärten, wilde Tiere, Kreuzfahrt-Schiffe und Flughäfen – halt alles Ansichten, die man auch in jedem Tourismus-Prospekt sehen kann.

Sozial-aktive Jugendliche, die freiwillig mindestens für ein Jahr jungen Afrikanern Englisch beibringen, Fachleute, die ihr Wissen und ihre Erfahrung in der Pension an Heranwachsende in Missionsstationen weitergeben, bekommen natürlich ein viel echteres Bild von der heutigen Welt!

Die Schicki Micki-Leute brauchen wir nicht beneiden! Wir können unser Leben viel vernünftiger und würdiger zubringen – wenn wir ein offenes Herz für alle Menschen haben, gegen Xenophobie auftreten, im Rahmen unserer Möglichkeiten für Ärmere spenden – und für die beten, die in Not sind!

 

 

 

 

Fürbitten am 25. Sonntag 19

Zur Einführung: Gerade die für unser Leben wertvollsten Werte kann niemand um Geld kaufen; wohl aber auf dem Weg redlichen Nachdenkens gewinnen!

 Gott ist in Jesus als Mensch auf die Welt gekommen. Haben das die Christen vergessen? Hoffentlich nicht!

Herr, erbarme Dich!

 

 Jesus hat in seinen Predigten energisch dafür plädiert, dass alle Menschen gleich viel wert sind! Dass sie alle von unschätzbarem Wert sind. 

Herr, erbarme dich!

Als Christen dürfen wir seine Wertschätzung nicht verraten!

 Wenn ältere Christen leichtfertig negativ über Religion und Kirche reden, verbauen sie den Jüngeren den Zugang zur Botschaft Jesu Christi, die ihr Leben hell und zuversichtlich machen will!

Herr, erbarme Dich! 

 

 Spätestens seit dem 2. Vatikanischen Konzil braucht niemand mehr befürchten, dass der Hausverstand in der Kirche nicht voll zur Geltung kommen dürfte! und die Vernunft stützt den Glauben!  

Herr, erbarme Dich!

 

Als verantwortungsbewusste Weitervermittler von Vernunft und Glaube soll diese Erkenntnis überall erkannt werden können!

Der Glaube stützt die Vernunft,

 

Zum Abschluss: Momentan wirken viele negative Kräfte zusammen, die die Menschen nicht aus der Nacht an den Tag kommen lassen wollen!

Keine Bange: die Sonne geht trotzdem auf!

   

 

 

 


  1. Sonntag 19

Lukas 9, 18-24

Mt. 16/16: Für wen halten mich die Leute? Ja, für den und den Prophet, der wiedergekommen ist… Und für wen haltet Ihr mich? Simon Petrus: „Du bist der Messias, der Sohn des lebendigen Gottes!“

Da freute sich Jesus: „Selig bist Du, Simon Barjona; denn nicht Fleisch und Blut hat Dir das offenbart, sondern mein Vater im Himmel!“ Kein Mensch hat Dir das gesagt – sondern mein Vater im Himmel hats Dich wissen lassen!

Jesus sah, dass Simon Petrus mit Gott in direktem Kontakt steht! Selig bist Du, Simon!“

Möge sich Jesus auch über uns so freuen können – wie über den Simon! Der zukünftige Chef der Kirche bedurfte keiner Umwege um zur Wahrheit über Gott zu kommen. Er war gewohnte, sich direkt an ihn zu wenden! Er glaubte nicht irgendwelchen Lehrern oder Lehren – er hörte auf Gott selber!

Echter, wirklicher Glaube entsteht im persönlichen Kontakt! So wie auch wir Menschen einander glauben - „von Du auf Du“ So sind wir Menschen in der glücklichen Lage, betend mit Gott von Du auf Du zu verkehren!

 

Merkwürdigerweise hört man auch in Gesprächen von Christen – wenn sie über Gott reden meistens nur: „Gibt’s ihn – oder gibt’s ihn nicht?“ Dass er in Jesus auf die Welt gekommen ist um uns erleben zu lassen, wie er ist – von der Menschwerdung Gottes – ist in diesen intellektuell hochgestochenen Reden wenig die Rede!

Behalten wir dieses Evangelium im Gedächtnis! Und verwenden wir es in solchen „theologischen“ Gesprächen – wenn wir in der Auseinandersetzung mit Atheisten und Agnostikern unser so nahes und herzliches Naheverhältnis zu Gott preisen!

 

 

Fürbitten am 12. Sonntag 19

Einführung: „Wer einen Menschen rettet, rettet die ganze Welt“! Diesen Spruch habt Ihr sicher auch schon gehört!

Gemeint ist da sicher nicht jede kleine freundliche Aushilfe unter Nachbarn und Freunden! Sondern Rettung, die für einen selber gefährlich werden kann.

Jesus hat uns alle gerettet – und dabei in edelster Großzügigkeit sein Leben aufs Spiel gesetzt – ja es geopfert!

 

  1. Rettung, die den andern aus tiefer Not holt, die ihm geradezu das Leben neu schenkt, verlangt von dem Retter Mut, Hoffnung, dass Gott die Rettung unterstützt!Solche Hoffnung, solcher Mut nährt sich aus der Dankbarkeit: „Auch mir ist schon geholfen worden!“         Herr, erbarme Dich!  

 

  1. Dem, dem solche Hilfe zuteil wird – bedeutet solche notwendige Rettung – ob sie jetzt einem Bekannten oder einem Unbekannten gilt - Stärkung seiner Hoffnung und seines Glaubens: Der Beschenkte spürt ja, dass Gott da mitgeholfen hat!

                                            Herr, erbarme Dich!

 

  1. Ob ich nun einen oder mehrere oder viele rette – immer bezeug ich ja, dass mir das Heil des anderen, anderer wert ist, mein Bleiben aufs Spiel zu setzen! Eine solche Rettungsaktion setzt eine durch nichts zu beendende Kettenreaktion in Gang: Es finden sich dann immer Dankbare, die sich zu ähnlicher Großmut entschließen!

                                         Herr, erbarme Dich!

 

  1. Ob nun notwendige Rettung einem Freund, einem Bekannten oder einem Unbekannten gilt: jeder andere ist ein Mensch – wie ich!       Herr, erbarme Dich!
  2. Das Gerede von „wild-fremden Menschen“ sollte für immer verstummen
  3. Für einen „wild-fremden Mensch“ werd ich doch nicht mein Sein und Leben aufs Spiel setzen?! Doch! Wenn eine solche Einstellung nicht tatsächlich gelebt würde, gäbe es keine Rettungs-Helfer, keine Bergrettung, keine Ärzte ohne Grenzen!

 

Abschluss: In der Tat richtet sich die ganze Welt am Beispiel solcher Retter moralisch auf! Gäbe es sie nicht, könnte niemand mehr an das Gute, an Selbstlosigkeit und Edelmut glauben!

Pfarrer Karlheinz Baumgartner

 

 


 

 

 

Fronleichnam 2019

Fronleichnam: des Herren Leib – feiern wir im Hochsommer!

Das Geschehen vom Gründonnerstag wird in der prachtvollsten Zeit des Jahres noch einmal begangen!

„Des Herren Leib“ – Leichnam meinte früher nicht den toten Leib – sondern den zum Ärger seiner Feinde auferstandene Leib Jesu!

Er hat`s für uns alle möglich gemacht, dass wir mit Seele und Leib ewig leben dürfen!

So wacht der Menschensohn über uns vom Himmel aus!

Dieses Fest ist – wenn sich`s wettermäßig ausgeht – mit einer Prozession verbunden: in allen Dörfern des Landes – unseres Landes – und überhaupt in allen Länder wo Christen leben – ist dieses Fronleichnamsfest mit der Bekundung großer Freude verbunden!

Vor aller Welt geben wir unserer Freude kund, dass wir Bundes-Brüder und Bundes-Schwestern Jesu sein dürfen!

Ehemals ging in Österreich – in Wien – der Kaiser hinter dem Himmel einher. Jetzt schreitet da vermutlich Alexander van der Bellen zur Ehre des Mensch - Gewordenen Gottes durch die Stadt!

Wir feiern Jesus – in ihm ist Gott selber aus dem Himmel herabgekommen – um als Mensch unter Menschen zu leben!

Damit alle erkennen können, dass er diese Menschwerdung nicht etwa nur im Rahmen einer high-society – Veranstaltung verwirklicht haben wollte – hat er sich für seine Erdenzeit Lebensumstände gewählt, die denen der meisten Menschen entsprechen: So lebte er als Kind in Betlehem – als Flüchtlingskind in Ägypten – als Lehrbub in Nazareth. – Als Kamerad etwa gleichaltriger Galiläer hat er alle die Stationen vom Kind bis zum jungen Mann erlebt – und ist dann mit seiner Botschaft in die Öffentlichkeit gegangen.

Seinem Wunsch gemäß haben seine Freunde – und dann alle ihre Nachfolger durch die Jahrhunderte - die Menschen mit Jesus bekannt gemacht – damit sie in ihm erkennen können, wie gütig, wie gerecht, wie herzlich allen Menschen zugewandt Gott für sie alle da sein will!

Überall wo die Menschen in den Evangelien von diesem Mitmensch Jesus hören – der aus Liebe zu uns auf jegliche Privilegien seiner Herkunft verzichtet hat, sich uns in allem gleich gemacht hat – um uns glaubhaft machen zu können, dass wir mit ihm alle als Kinder Gottes angenommen sind - überall also wo sie das zu ersten Mal hören – sagt ihnen einer aus ihrem tiefsten Inneren: „Ja, das ist die Wahrheit Gottes!“

 

 

 

Fürbitten Fronleichnam 19

Einführung: Dadurch dass Jesus uns durch sein Leben und Wirken als Mensch auf der Welt Gott für uns verständlich erleben lässt – entsteht zwischen ihm im Himmel und uns auf der Erde eine starke Vertrautheit.

Wir, die wir in dieser Gottesnähe leben dürfen, spüren die Verpflichtung – andern, die von einer solchen Gnade keine Ahnung haben, unsere Erfahrungen mitzuteilen!

Alle sind wir als Missionare und Missionarinnen berufen – nicht nur die, die den Mut haben, mit der Botschaft Jesu in die Welt zu ziehen – so wie z.B. die MMS – die Missionsärztlichen Schwestern der Anna Dengel und ihre zahlreichen Nachfolgerinnen, die durch ihr spezielles Charisma überall auf der Welt Mitmenschen mit unserem gütigen Gott bekannt machen!

Wir wollen heute – an Fronleichnam an sie denken und für sie beten!

  1. Da sind 2 Schwestern in eine arme Welt mitten in Deutschland gezogen. In Berlin Marzahn – Hellersdorf arbeiten Sr. Dr. Michaela Bank und Ihre Freundin, die Musik-Pädagogin Angelika als Sozialarbeiterinnen. Sie kümmern sich dort um ganz und gar heruntergekommene Typen – verhelfen ihnen wieder in ein würdiges Leben zurück und stärken ihr Selbstwertgefühl. Hilf ihnen, o Gott, stark und gesund zu bleiben!                 Herr, erbarme Dich! 

           Dabei ernten sie natürlich nicht nur Dank und Anerkennung – sondern auch Misstrauen und anfangs oft völliges Unverständnis:

 

  1. Schwester Dr. Rita Schiffer leitet in Attat / Äthiopien ein auch von den staatlichen Stellen sehr gelobtes Krankenhaus. Gemeinsam mit Schwester Jansen und einheimischen Schwestern schauen sie nicht nur darauf, dass alle ihre Patienten bestens gepflegt und womöglich wiedergesundtherapiert werden können – sie kümmern sich auch um alle ihre vielen Angestellten: vermitteln ihnen die Möglichkeit, dass ihre Kinder was lernen können! Möge die Unterstützung aus Europa aufrecht bleiben!                          Herr, erbarme Dich!  

 

  1. Dr. Birgit Weiler lehrt an der Jesuiten-Universität „Antonio Ruiz de Montoya in Lima. Sie ist Beraterin der Bischöflichen Kommission für die soziale Aktion und Mitglied der Kommission für Gerechtigkeit und Solidarität des Episkopats von Lateinamerika und der Karibik.                        Herr, erbarme Dich!
    Ihre besondere Sorge gilt kleinen Urwaldvölkern, die in der Gefahr sind, ihrer Lebensgrundlage, ihrer Rechte, ihrer Sprache und ihrer Kultur beraubt zu werden!

 

  1. Schwester Ursula Preußer kümmert sich in Ghana um Mädchen, die als Studentinnen in eine Schule für technische Berufe der Salesianer in Sunyani kommen. Dort werden sie von ihren männlichen Kollegen arg bedrängt. Daheim hat man ihnen über Sexualität nix erzählt. Sr. Ursula aber bewacht sie schon in dem Wohnheim, das sie für sie aufgebaut hat.

                                                Herr, erbarme Dich!

 

Abschluss: In diesem Sommer werden sicher wieder MMS ins Lechtal kommen. Wir werden sehen, dass sie uns Vorträge halten! Dann bitte ich die Bevölkerung auch hinzugehen!

 Pfarrer Karlheinz Baumgartner

 

 

 


 

 

 

Aus der Frohen Botschaft nach Lukas                                Lk 6, 27-38

 

Euch, die ihr mir zuhört, sage ich: Liebt eure Feinde; tut denen Gutes, die euch hassen.

Segnet die, die euch verfluchen; betet für die, die euch misshandeln.

Dem, der dich auf die eine Wange schlägt, halt auch die andere hin, und dem, der dir den Mantel wegnimmt, lass auch das Hemd.

Gib jedem, der dich bittet; und wenn dir jemand etwas wegnimmt, verlang es nicht zurück.

Was ihr von anderen erwartet, das tut ebenso auch ihnen.

Wenn ihr nur die liebt, die euch lieben, welchen Dank erwartet ihr dafür? Auch die Sünder lieben die, von denen sie geliebt werden.

Und wenn ihr nur denen Gutes tut, die euch Gutes tun, welchen Dank erwartet ihr dafür? Das tun auch die Sünder.

Und wenn ihr nur denen etwas leiht, von denen ihr es zurückzubekommen hofft, welchen Dank erwartet ihr dafür? Auch die Sünder leihen Sündern in der Hoffnung, alles zurückzubekommen.

Ihr aber sollt eure Feinde lieben und sollt Gutes tun und leihen, auch wo ihr nichts dafür erhoffen könnt. Dann wird euer Lohn groß sein, und ihr werdet Söhne des Höchsten sein; denn auch er ist gütig gegen die Undankbaren und Bösen.

Seid barmherzig, wie es auch euer Vater ist!

Richtet nicht, dann werdet auch ihr nicht gerichtet werden. Verurteilt nicht, dann werdet auch ihr nicht verurteilt werden. Erlasst einander die Schuld, dann wird auch euch die Schuld erlassen werden.

Gebt, dann wird auch euch gegeben werden. In reichem, vollem, gehäuftem, überfließendem Maß wird man euch beschenken; denn nach dem Maß, mit dem ihr messt und zuteilt, wird auch euch zugeteilt werden.

 

 

Liebe Mitchristen hier in Bach

 

Der Abschnitt der frohen Botschaft, den wir gerade hörten, ist eine Art Sammlung von Jesussätzen, die er wahrscheinlich immer wieder ausgesprochen hat und die von den Jüngern in den Gemeinden immer wieder, wie Sprichwörter, wiederholt wurden.

Es sind sehr markige Aussagen.

 

Ein Schlüsselsatz aus dieser Sammlung ist für mich: „Seid barmherzig, wie es auch euer Vater ist!“ – gemeint ist der Vater im Himmel.

Jesus stellt uns hinein - in einer Linie mit Gott. Tut so, wie Gott tut oder anders gesagt: Eure Barmherzigkeit ist auch Gottes Barmherzigkeit.

Und das können wir auch fortsetzen wie: eure Liebe ist auch Gottes Liebe, eure Versöhnung ist auch Gottes Versöhnung, euer Leihen und Schenken ist auch Gottes Leihen und Schenken usw.

Ja – die Eigenschaften Gottes sind und können auch unsere Eigenschaften sein. Dazu ruft Jesus auf. Liebt, verzeiht, gebt - wie Gott liebt, verzeiht und gibt.

 

Jetzt kann man feststellen: Wir sind doch nicht Gott – wie Gott sein zu wollen, das ist doch der Ursprung aller Sünde – schon im Paradies.

Es stimmt, wir sind nicht Gott, wir sind Geschöpfe. Aber zur Frohen Botschaft von Jesus gehört: Gott hat uns zu seinen Kindern gemacht – „gab uns Macht, Kinder Gottes zu werden“ – wie es in der Frohen Botschaft nach Johannes heißt, und Jesus lehrt uns beten: „Vater unser im Himmel“.

Wir sind nicht Gott, aber wir sind befreit, erlöst dazu, in der Art Gottes zu handeln und zu leben. Nicht, dass wir das wie Gott tun könnten – Nein. Wir können es ganz klein, ganz unvollkommen, ganz zerbrechlich. Nur Gott ist ganz groß, ist vollkommen und ist unzerbrechlich.

Aber unser kleines Tun gehört in den Rahmen des großen Tuns Gottes, ist eingebettet in die Vollkommenheit Gottes. Und unser bruchstückhaftes Leben ist selber schon Gnade, ist ein Leben, das vollendet werden will und wird. Also: scheuen wir uns nicht in der Art Gottes zu leben, ganz klein und unvollkommen – er wird vollenden.

 

Und dann haben wir heute gehört: Liebt eure Feinde; tut denen Gutes, die euch hassen. Segnet die, die euch verfluchen; betet für die, die euch misshandeln.

 

Liebe Mitchristen,

Feindesliebe? Wird da nicht ein Maß überschritten? Ist dies nicht eine Zumutung, viel zu groß für Menschen, den Menschen ganz fremd?

Doch: Auch das Leben in der Art Gottes muss und kann gelernt und geübt werden. Es gibt Schritte in Richtung Feindesliebe.

Zuerst gilt: Richtet nicht, verurteilt nicht.

Dann gilt: Trauer statt Zorn: Wenn mir jemand etwas Böses will, etwas Böses tut, kann ich einen Zorn entwickeln oder ich kann auch traurig werden darüber, dass dieses Böse geschieht.

 

Dann gilt: Wollen, dass es den Feinden, denen die mir Böses tun, gut geht, dass sie Frieden finden – Ruhe in ihren Herzen.

Das sind kleine Schritte – am Ende führen sie mit Gottes Hilfe dahin, dass wir beginnen, auch Feinde zu lieben; ganz klein, in Bruchstücken. Doch diese Bruchstückchen sind himmlischen Ursprungs, das tun wir aus Gnade als Töchter und Söhne Gottes.

 

„Seid barmherzig, wie es auch euer Vater ist!“ Seid so, wie euer Vater im Himmel ist.

Diese Zumutung, in der Art Gottes zu leben – wie Jesus es getan hat - das ist die Frohe Botschaft für die Menschen: Fürchtet euch davor nicht – Gott wird vollenden, was er in euch begonnen hat.

Amen

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas

 

In jener Zeit stieg Jesus mit seinen Jüngern den Berg hinab. In der Ebene blieb er mit einer großen Schar seiner Jünger stehen, und viele Menschen aus ganz Judäa und Jerusalem und dem Küstengebiet von Tyrus und Sidon strömten herbei.

Jesus richtete seine Augen auf seine Jünger und sagte: Selig, ihr Armen, denn euch gehört das Reich Gottes.

Selig, die ihr jetzt hungert, denn ihr werdet satt werden. Selig, die ihr jetzt weint, denn ihr werdet lachen.

Selig seid ihr, wenn euch die Menschen hassen und aus ihrer Gemeinschaft ausschließen, wenn sie euch beschimpfen und euch in Verruf bringen um des Menschensohnes willen.

Freut euch und jauchzt an jenem Tag; euer Lohn im Himmel wird groß sein. Denn ebenso haben es ihre Väter mit den Propheten gemacht.

Aber weh euch, die ihr reich seid; denn ihr habt keinen Trost mehr zu erwarten.

Weh euch, die ihr jetzt satt seid; denn ihr werdet hungern. Weh euch, die ihr jetzt lacht; denn ihr werdet klagen und weinen.

Weh euch, wenn euch alle Menschen loben; denn ebenso haben es ihre Väter mit den falschen Propheten gemacht.

Lk 6, 17.20-26

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Lesung aus dem ersten Brief des Apostels Paulus an die Korinther

 

Brüder und Schwestern!

Wenn verkündigt wird, dass Christus von den Toten auferweckt worden ist, wie können dann einige von euch sagen: Eine Auferstehung der Toten gibt es nicht?

Denn wenn Tote nicht auferweckt werden, ist auch Christus nicht auferweckt worden.

Wenn aber Christus nicht auferweckt worden ist, dann ist euer Glaube nutzlos, und ihr seid immer noch in euren Sünden;

und auch die in Christus Entschlafenen sind dann verloren.

Wenn wir unsere Hoffnung nur in diesem Leben auf Christus gesetzt haben, sind wir erbärmlicher daran als alle anderen Menschen.

Nun aber ist Christus von den Toten auferweckt worden als der Erste der Entschlafenen.

1 Kor 15, 12.16-20

B: Zuerst einen Gedanken zur Lesung

 

Ist Jesus vom Tod auferstanden?

Wenn er nicht auferstanden ist, dann wäre ein Leben in seiner Nachfolge nutzlos.

Wenn er nicht auferstanden ist, dann wäre ein christliches Leben, in dessen Mittelpunkt die Liebe steht sinnlos.

Liebe nämlich, die so weit geht, dass man gehasst und beschimpft, ja sogar gekreuzigt wird. So zu leben, ohne dass Christus auferstanden ist, wäre ein erbärmliches Leben.

A: Nun aber ist Christus von den Toten auferweckt worden als der Erste der Entschlafenen.

 

B: Einen Gedanken zur Frohen Botschaft

 

Selig, ihr Armen. - Weh euch, die ihr reich seid.

Selig, die ihr jetzt hungert. - Weh euch, die ihr jetzt satt seid

Ist das eine Frohe Botschaft?

Oder ist das eine Botschaft zum Fürchten?

A: Jesus will – wie Gott überhaupt – dass es keine Armen gibt.

Und solange es Arme gibt, Hungernde gibt, solange ist Reichtum eine Herausforderung auch daran mitzutun, dass es keine Armen mehr gibt.

Und solange es Arme gibt, Hungernde gibt, solange ist Reichtum eine große Gefahr für das Gelingen des Lebens bis zum Tod.

 

B: Wir haben heute eine Frohe Botschaft gehört – zuerst für die Armen und Hungernden.

Doch auch eine Frohe Botschaft für die Reichen und Satten, denn ihnen wird ein anderer und neuer Weg gewiesen als nur auf seinen Reichtum zu vertrauen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

Liebe Mitchristen

 

Der Abschnitt des 1. Paulusbriefes an die Gläubigen in Korinth, den wir vorhin hörten, wird als das Hohelied der Liebe bezeichnet - gemeinsam mit dem vorausgehende Teil wo es unter anderem heißt: „Und wenn ich alle Glaubenskraft besäße, und Berge damit versetzen könnte - hätte aber die Liebe nicht, wäre ich nichts.“

 

Eigentlich mag ich die ersten Zeilen des heutigen Abschnittes nicht so sehr, weil das ein Bild der Liebe gezeichnet wird, die mich in allem überfordert.

Hören wir nochmals: „Die Liebe ist langmütig, die Liebe ist gütig. Sie ereifert sich nicht, sie prahlt nicht, sie bläht sich nicht auf.

Sie handelt nicht ungehörig, sucht nicht ihren Vorteil, lässt sich nicht zum Zorn reizen, trägt das Böse nicht nach. Sie freut sich nicht über das Unrecht, sondern freut sich an der Wahrheit. Sie erträgt alles, glaubt alles, hofft alles, hält allem stand.“

 

Ich tu mir schwer mit diesen Zeilen, sie sind so idealistisch, und irgendwie auch abgehoben und weltfremd.

Doch dieses mein Schwertun und Überfordert sein kommt daher, dass ich es als ein Gebot, eine Vorschrift lese. Dies aber ist kein Gebot – es ist eine Beschreibung. Eine wirklich idealistische Beschreibung – die so auf keinen Menschen zutrifft.

Es ist die Beschreibung der Liebe in Vollendung. - So liebt Gott und nicht die Menschen.

 

Doch halt: Etwas von dem allem was da beschrieben ist trifft auch auf die Liebe der Menschen zu.

Die Liebe ist langmütig – langmütig, geduldig - nicht auf ewig, aber oft doch sehr geduldig.

Sie sucht nicht ihren Vorteil – ein Kind aufziehen und erziehen, oder den Partner oder die Partnerin pflegen bis der Tod sie scheidet – das ist nicht auf den eigenen Vorteil gedacht.

Die Liebe glaubt alles, hofft alles – Ja, die Liebe steht über den Unheils-Prophezeiungen, steht über den Voraussagen, dass alles schlechter werden wird. Die Liebe gründet nämlich im Vertrauen und nicht in der Zukunftsforschung oder der Angst.

Die Liebe erträgt alles, hält allem stand – Die menschliche Liebe erträgt zwar nicht alles aber viel – oft sehr viel und hält Vielem stand.

 

Wir sehen – und Paulus will dies aufzeigen: Die göttliche, die vollkommene Liebe ist in uns wie ein Samen im Herzen. Es ist dieselbe Liebe - die göttliche und die menschliche.

Die menschliche , unsere Liebe ist nicht vollkommen, sie ist bruchstückhaft, fragmentarisch. Aber diese Fragmente und Bruchstücke sind Fragmente und Bruchstücke der vollkommenen Liebe, der göttlichen Liebe.

Die Liebe hört niemals auf – schreibt Paulus.

Ja – die Liebe wird gerettet durch den Tod hindurch und wird vollendet in der Auferstehung.

Für jetzt bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; doch am größten unter ihnen ist die Liebe.

Amen

 

 

 


 

Liebe Mitchristen hier in Häselgehr am Dreikönigsfest

 

Es ist sehr schön, wenn Kinder und Jugendliche bereit sind, einen anstrengenden Nachmittag lang für Hilfe in fernen Ländern zu sammeln. Diese Hilfe wird weder die Welt verändern noch gerechter machen. Und dennoch verändert sie die Welt. Diejenigen, welche diese Hilfe bekommen werden, jubeln und es kann ihnen besser gehen die nächste Zeit. Und die, die Hilfe geben, setzen ein Zeichen - ihren Einsatz als Sternsinger und als Spender - zumindest in ihrer eignen Seele - dass die Welt größer ist als unser Tal, und dass wir auch mitverantwortlich sind für das Leben und Schicksal der Menschen in der weiten Welt.

Es ist eine furchtbare Zwiespältigkeit in der Betrachtung dessen, was wir hier tun. Es ist wirklich gut, dass wir helfen. Es hilft etlichen Menschen, einigen Regionen tatsächlich. Doch auch das andere ist wahr: Es bringt die herrschende Ungerechtigkeit nicht zu Ende, die horrende ungleiche Verteilung von Gütern, geschweige denn, die Verteilung von Lebensmöglichkeiten und Lebenschancen.

 

Und wir reden von der Friedensbotschaft von Weihnachten, davon, dass Gott sich sozusagen hineinbegibt in die Verhältnisse dieser Ungleichheiten, Ungerechtigkeiten und Gewalttätigkeiten auf Seiten der Kleinen, Unterdrückten und Schwachen. Ja heute hören wir sogar davon, dass dieses sich Hineinstürzen Gottes in das Leben der Menschen nicht nur für etliche Leute in kleinen Regionen, sondern bis an die Enden der Erde den Menschen Licht sei, ein leuchtender Stern sei.

Und jetzt sind schon zweitausend Jahre vorbei , und es hat sich kaum etwas verändert. Die Grauslichkeiten von damals werden heute auch noch geübt.

 

Wie ist das mit der Freudenbotschaft, der Friedensbotschaft.

Eines ist deutlich, wenn wir die Botschaft von Weihnachten hören, besonders das Evangelium, das wir heute gehört haben: Es verdeckt und kaschiert das Übel, das Böse nicht.

Das Licht, das in die Welt kommt, wird verfolgt – Herodes rüstet schon.

Der Friedensfürst, der Gerechtigkeit bringt, ist gleich einmal auf der Flucht, ein asylsuchendes Baby und Kleinkind.

 

Das Gute wie das Böse scheinen ineinander verwoben zu sein.

Heute wie damals: Einerseits helfen die Sternsinger – andererseits steigen die Aktien in Brasilien, weil möglicherweise der Amazonaswald dem Luxus geopfert wird.

 

Einerseits die Hingabe und Liebe von Menschen, die leidend durchhalten für ihre Zukunft, noch mehr für die Zukunft ihrer Kinder – andererseits bahnt sich eine neue Rüstungswelle an, welche sowohl den Frieden bedroht, als auch unendlich viel Vermögen vernichtet.

 

Da stellt sich die Frage schon: Was ist mit deinen Verheißungen, guter Gott?

Dem Bild des Sterns, der Frieden und Gerechtigkeit der ganzen Welt verheißt?

 

Ich habe eines gelernt: Ich brauche, und wir brauchen Gott nicht zu rechtfertigen, brauchen ihn nicht zu schützen vor Fragen, die sich einfach stellen, die gescheit oder schreiend oder klagend ihm gestellt werden - zu Recht.

 

Was ich aber schon erklären sollte ist: Warum ich doch meine Hoffnung auf den setze, der im Stall geboren wurde, doch die Zuversicht habe, dass, wenn ich diesem Stern folge, mir und der Welt geholfen ist. Ich Glück finde, das ich suche.

 

Einen Funken dieses „Warum“ will ich hier darlegen: Es ist meine Lebenserfahrung, dass ich dann glücklich bin, wenn ich mit Menschen in Würde und Achtung voreinander zusammenlebe, wenn ich helfen kann und mir geholfen wird, wenn mir all das Gute geschieht, das ich weder kaufen noch erzwingen kann und ich umgekehrt auch gratis weitergebe, was meins ist, was in meiner Kraft ist. Dann bin ich glücklich oder ganz kurz gesagt: Ich bin glücklich, wenn ich geliebt werde, und wenn ich lieben kann.

Und da sehe ich diesen Stern – der verkündet, dass Geben seliger ist denn Nehmen, der verkündet, dass Liebe nie vergeblich ist.

Dieser Stern adelt die Hirten durch seinen Besuch und auch Zöllner und Sünder. Dieser Stern verheimlicht nicht das Leiden, das mit der Liebe einhergehen kann und auch einhergeht. Dieser Stern wagt es, unterzugehen am Kreuz der Gier nach Gütern und Macht.

Es ist meine Erfahrung, meine Lebenserfahrung, dass dieser Stern nicht nur den wunden Punkt in meinem Leben trifft, sondern noch viel mehr meine Glückspunkte, meine Heilspunkte.

Und dass dieses Glück mit dem zu tun hat, der meinen Horizont unendlich übersteigt, wird mir deutlich, wenn ich unendlich lieben und geliebt werden möchte.

 

Liebe Mitchristen,

in uns selber spielt sich auch das Durcheinander von Heil und Übel ab, von Gut und Böse. Mir von Jesus Christus helfen lassen, mich von diesem Stern führen lassen, das ist meine Hoffnung und die Zuversicht meines Glaubens.

Amen

 

DREIKÖNIG             BETRACHTUNG

 

Sterndeuter, Gelehrte aus dem Osten (Syrien, Irak, Iran) kommen -

mit wertvollen Geschenken.

Sie huldigen ihm, dem Kind bei den unwürdigen Hirten.

Sie hatten den König der Juden niemals bei Hirten erwartet.

Sie fragten im Palast nach ihm – bei den Herrschaften.

 

Sie fielen vor dem Kind auf die Knie –

vor dem Kind, das bald Flüchtling sein wird.

 

Ob sie unter dem Kreuz des Jesus von Nazareth auch niederknien würden,

bekennend wie der römische Hauptmann:

„Wahrlich, dieser Mensch war Gottes Sohn.“?

 

Sie würden sich abwenden von diesem grauenhaften Geschehen,

und sich doch wieder zuwenden, diesen König am Kreuz sterbend zu sehen.

Und sie würden still werden, ganz still und bedenken, wie das zusammengeht:

König der Juden – Flucht vor den Juden.

Gottes Sohn – tot am Kreuz.

Und am Ende würde man diese Gelehrten wiederfinden –

nicht im reichen, prächtigen Kölner Dom, wo sie begraben seien,

sondern auf den Knien dienend in einem Flüchtlingslager im Libanon.

 

 

 

Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus an die Epheser

 

Ihr habt doch gehört, welches Amt die Gnade Gottes mir für euch verliehen hat.

Durch eine Offenbarung wurde mir das Geheimnis mitgeteilt.

Den Menschen früherer Generationen war es nicht bekannt; jetzt aber ist es seinen heiligen Aposteln und Propheten durch den Geist offenbart worden:

dass nämlich die Heiden Miterben sind, zu demselben Leib gehören und an derselben Verheißung in Christus Jesus teilhaben durch das Evangelium.

Eph 3, 2-3a.5-6

 

 

Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus

 

Als Jesus zur Zeit des Königs Herodes in Betlehem in Judäa geboren worden war, kamen Sterndeuter aus dem Osten nach Jerusalem

und fragten: Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern aufgehen sehen und sind gekommen, um ihm zu huldigen.

Als König Herodes das hörte, erschrak er und mit ihm ganz Jerusalem.

Er ließ alle Hohenpriester und Schriftgelehrten des Volkes zusammenkommen und erkundigte sich bei ihnen, wo der Messias geboren werden solle.

 

 

 

Sie antworteten ihm: In Betlehem in Judäa; denn so steht es bei dem Propheten:

Du, Betlehem im Gebiet von Juda, bist keineswegs die unbedeutendste unter den führenden Städten von Juda; denn aus dir wird ein Fürst hervorgehen, der Hirt meines Volkes Israel.

Danach rief Herodes die Sterndeuter heimlich zu sich und ließ sich von ihnen genau sagen, wann der Stern erschienen war.

Dann schickte er sie nach Betlehem und sagte: Geht und forscht sorgfältig nach, wo das Kind ist; und wenn ihr es gefunden habt, berichtet mir, damit auch ich hingehe und ihm huldige.

Nach diesen Worten des Königs machten sie sich auf den Weg. Und der Stern, den sie hatten aufgehen sehen, zog vor ihnen her bis zu dem Ort, wo das Kind war; dort blieb er stehen.

Als sie den Stern sahen, wurden sie von sehr großer Freude erfüllt.

Sie gingen in das Haus und sahen das Kind und Maria, seine Mutter; da fielen sie nieder und huldigten ihm. Dann holten sie ihre Schätze hervor und brachten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe als Gaben dar.

Weil ihnen aber im Traum geboten wurde, nicht zu Herodes zurückzukehren, zogen sie auf einem anderen Weg heim in ihr Land.

Mt 2, 1-12

 

 


 

 

Neujahr

 

Lesung aus dem Buch Numeri                                        Num 6, 22-27

Der Herr sprach zu Mose:

Sag zu Aaron und seinen Söhnen: So sollt ihr die Israeliten segnen; sprecht zu ihnen:

Der Herr segne dich und behüte dich.

Der Herr lasse sein Angesicht über dich leuchten und sei dir gnädig.

Der Herr wende sein Angesicht dir zu und schenke dir Heil.

So sollen sie meinen Namen auf die Israeliten legen, und ich werde sie segnen.

 

Betrachtung zum Segenspruch aus dem Buch Numeri, dem „Aaronsegen“.

 

„Der Herr segne dich.“ -

Gott segne dich – er sage dir alles Gute zu, versichere dir sein herzliches Wohlwollen.

„Der Herr behüte dich“ -

Er sei dir wie ein Hirt, der sich darum kümmert, dass es für dich eine gute Weide, Wasser und keine Gefahr von reißenden Tieren gibt.

„Der Herr lasse sein Angesicht über dich leuchten“

Du sollst ihn zum Aufschauen haben. – Immer wenn du über deinen Horizont hinausschaust, sollst du Gott erkennen wie einen Stern, dem du folgen kannst.

„Der Herr sei dir gnädig“ –

Gott nehme dich wie du bist. – Ohne Gegenleistung nehme er dich an und mache ganz und vollständig, was dir und deinem Leben fehlt.

„Der Herr wende sein Angesicht dir zu.“ -

Gott achte auf dich, zeige dir nicht den Rücken, sondern sein Gesicht. Er schaue dich unverhüllt an, mit frohen Augen - und wenn es ist - auch mit weinenden.

„Der Herr schenke dir Heil.“ -

Gott schenke, dass du wirst was du bist: Schwester oder Bruder der Menschen - Sein Kind, Gottes Kind.

 

 

Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas                             Lk 2, 16-21

So eilten die Hirten hin und fanden Maria und Josef und das Kind, das in der Krippe lag.

Als sie es sahen, erzählten sie, was ihnen über dieses Kind gesagt worden war.

Und alle, die es hörten, staunten über die Worte der Hirten.

Maria aber bewahrte alles, was geschehen war, in ihrem Herzen und dachte darüber nach.

Die Hirten kehrten zurück, rühmten Gott und priesen ihn für das, was sie gehört und gesehen hatten; denn alles war so gewesen, wie es ihnen gesagt worden war.

Als acht Tage vorüber waren und das Kind beschnitten werden sollte, gab man ihm den Namen Jesus, den der Engel genannt hatte, noch ehe das Kind im Schoß seiner Mutter empfangen wurde.

 

 

Betrachtung zum Evangelium

Maria aber bewahrte alles, was geschehen war, in ihrem Herzen und dachte darüber nach.

So heißt es im Evangelium.

 

Was bewahren wir in unserem Herzen von Weihnachten?

Die Aufmerksamkeit meiner Familie?

Die Aufmerksamkeit meiner Nachbarn und anderer Bekannten?

Die gelungene oder beginnende Versöhnung?

Die leuchtenden Augen der Kinder?

Das Geschehen in Bethlehem und wie wir es in den Krippen darstellen?

Das Staunen über die Größe Gottes, der sich nicht zu schade ist ein Kind zu sein?

 

All das, was jetzt aufgezählt wurde widerspiegelt etwas von der wahren Weihnacht.

Weihnachten ist Gottes Aufmerksamkeit für uns.

Weihnachten ist Gottes angebotene Hand zur Versöhnung mit ihm und untereinander.

Weihnachten ist die Freude Gottes an den Menschen.

Weihnachten ist, dass Gott wirklich unter uns wohnen will und auch wohnt.

 

Zu Weihnachten zeigt uns Gott, dass wir keine Angst davor haben sollen wenn wir aufmerksam zueinander sind, wenn wir einander versöhnen, einfach wenn wir einander lieben.

Er hat es uns vorgemacht.

 


 

 

 

Liebe Mitchristen hier in Gramais

 

Ich rede gerne von der Familie Gottes, zu der uns Christus berufen hat. Jesus hat uns gelehrt, zu Gott Vater zu sagen. Ja mehr noch: Abba – Papa.

Wenn Jesus den Menschen etwas Neues über Gott gesagt hat, dann diese Beziehung Gottes zu den Menschen als ein Vater, ein Papa.

Im Großen und Ganzen ist Jesus ziemlich familienkritisch. Wohl auch im Hinblick auf die Familie Gottes.

Er sagt: Wer Vater und Mutter mehr liebt als mich – ist meiner nicht wert. Und als einmal seine Mutter samt Verwandten Jesus aus dem Haus herausrufen wollten, fragte er: „Wer ist meine Mutter und wer sind meine Brüder? Und er blickte auf die Menschen, die im Kreis um ihn herumsaßen, und sagte: Das hier sind meine Mutter und meine Brüder. Wer den Willen Gottes erfüllt, der ist für mich Bruder und Schwester und Mutter“.

Einer seiner Jünger, sagte zu ihm: „Herr, lass mich zuerst heimgehen und meinen Vater begraben!“ Jesus erwiderte: “Folge mir nach und lass die Toten ihre Toten begraben!“

 

Was will Jesus mit solchen Stellungnahmen zur Familie? Will er sie auflösen?

Nein, er will die Familie nicht zerstören, aber öffnen. Öffnen auf alle Menschen hin (Das hier sind meine Mutter und meine Brüder) und öffnen auf Gott hin (Wer den Willen Gottes erfüllt, der ist für mich Bruder und Schwester und Mutter).

Offensichtlich empfindet er Familien, besonders Großfamilien, wenn sie ganz klammern – wenn die Familienpflichten immer Vorrang haben – als Hindernis für ein Leben nach dem Willen Gottes, ein Hindernis zur Nachfolge. Heute können wir auch sagen: Sehr klammernde Familien machen es Kindern sehr schwer, sich gut zu entwickeln.

Um diese Offenheit geht es ihm: Offen auf alle Menschen hin und offen auf Gott hin.

 

Was ich mich im Zusammenhang mit der Familie Gottes immer wieder frage ist: Wie wird Gott in meiner Familie Vater oder Tischgenosse oder einfach Familienmitglied? Wie gelingt es uns heute aktiv die Familie Gottes zu leben und nicht nur zu behaupten.

 

Irgendwie müssen wir uns diesem Vater annähern. Das zweite Vatikanische Konzil hat einen berühmten Satz geprägt. „Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Menschen von heute, besonders der Armen und Bedrängten aller Art, sind auch Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Jünger Christi.“

 

Dieser Satz bezieht sich zuerst auf uns und hat die Menschen von heute im Blick.

Doch wir dürfen uns Gott anthropomorph, also menschlich vorstellen – ist er doch Mensch geworden. So gesehen kann dieser Satz auch für Gott gelten: „Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Menschen von heute, besonders der Armen und Bedrängten aller Art, sind auch Freude und Hoffnung, Trauer und Angst Gottes.“ Das ist es, wenn wir bekennen, dass Gott Anteil nimmt am menschlichen Leben.

Ich will noch einen Schritt weitergehen: Wenn wir schon mit Gott eine Familie bilden, dann ist es doch normal und selbstverständlich, dass die Familien-mitglieder auch ihre Freude und Sorge mittragen. Wir sind irgendwie gewohnt so zu beten: Gott möge besonders unsere Sorgen mittragen.

Aber ginge es nicht auch umgekehrt: Lassen wir uns ein auf die Freuden und Ängste Gottes, unseres Vaters?

Wie Gott sich freut und sich sorgt, das brauchen wir nicht zu spekulieren und zu wissen. Was wir aber schon wissen ist: Er engagiert sich in die Welt hinein; er engagiert sich in die Menschheit hinein; er engagiert sich in jeden einzelnen Menschen hinein – aus Liebe.

Und wer liebt hat Freuden und auch Sorgen – denn er zwingt nicht, bleibt ohnmächtig vor der Freiheit der Geliebten.

 

Das, scheint mir, ist ein guter Weg, Gott, unseren Vater, an unseren Familientischen Platz nehmen zu lassen. So könnten wir aktiv Familie Gottes leben.

 

Wir werden uns nie aller Freuden und Sorgen Gottes annehmen können – da wären wir unendlich überfordert. Aber mit unserem Maß, mit unserer Kleinheit können wir Spuren dieser Freuden und Sorgen wahrnehmen und uns zu eigen machen.

Bei allem, was uns bewegt, selber oder in der Welt, können wir uns fragen: Wie geht es Gott dabei?

Freut er sich jetzt über uns? Oder schüttelt er den Kopf über so viel halbherzigen Glauben?

Bitten wir Gott zu Tisch – hier und heute, er ist doch unser Vater.

Amen.

 

 

 

 

 

 

Erster Adventsonntag (Lesejahr C)

 

Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas (Lk 21, 25-28.34-36)

 

Es werden Zeichen sichtbar werden an Sonne, Mond und Sternen, und auf der Erde werden die Völker bestürzt und ratlos sein über das Toben und Donnern des Meeres.

Die Menschen werden vor Angst vergehen in der Erwartung der Dinge, die über die Erde kommen; denn die Kräfte des Himmels werden erschüttert werden.

Dann wird man den Menschensohn mit großer Macht und Herrlichkeit auf einer Wolke kommen sehen.

Wenn (all) das beginnt, dann richtet euch auf, und erhebt eure Häupter; denn eure Erlösung ist nahe.

Nehmt euch in acht, dass Rausch und Trunkenheit und die Sorgen des Alltags euch nicht verwirren und dass jener Tag euch nicht plötzlich überrascht, (so) wie (man in) eine Falle (gerät); denn er wird über alle Bewohner der ganzen Erde hereinbrechen.

Wacht und betet allezeit, damit ihr allem, was geschehen wird, entrinnen und vor den Menschensohn hintreten könnt.

 

 

Betrachtung

 

Advent, das wissen wir alle, Advent ist Ankunft Christi.

Es geht auf Weihnachten zu, Richtung Betlehem.

Das war vor zweitausend Jahren.

Und so kommt es nicht wieder.

Advent ist Ankunft Christi, auch seine Ankunft in der Zukunft,

wenn er kommt mit großer Macht und Herrlichkeit.

 

Wie bestürzt wie ratlos werden wir sein wenn er so kommt?

Es werden nicht nur die Chöre der Engel singen – sondern die Kräfte des Himmels werden erschüttert werden.

 

Dann richtet euch auf, erhebt eure Häupter –

In froher Erwartung sollen wir uns hinstellen – denn die Erlösung ist nahe.

Nicht Angst – Freude soll uns dann erfüllen – Freude wegen der Erlösung – Freude, denn das Reich Gottes ist endgültig da.

 

Dann wird uns die Angst genommen, die Angst zu lieben.

Lieben können ohne Bedenken, ohne Furcht vor der Nachrede, ohne Angst um die eigene Zukunft – Lieben können ohne Bedenken, das ist Erlösung.

Dann sollen wir uns aufrichten und unsere Häupter erheben.

 

Und auch jetzt schon. Spätestens seit Betlehem ist es deutlich, dass Liebe, Zuwendung, Barmherzigkeit sich lohnen, dass diese Werte die ersten und höchsten Werte sind.

 

Denn Gott hat es uns vorgemacht – aus Liebe ist er Mensch geworden. Aus Liebe lebt er mit uns, und aus Liebe wird er wiederkommen.

Und jetzt schon können wir diese Liebe üben – das ist Advent.

 

 

 

 

 


 

  1. Sonntag 18

Jes.50,4 ff Jak.2,14 – 18 Mk. 8,27 – 35

„Gott, der Herr, gab mir die Zunge eines Jüngers, damit ich verstehe, die Müden zu stärken durch ein aufmunterndes Wort. Jeden Morgen weckt er mein Ohr, damit ich auf ihn hören kann – wie ein Jünger!“ (Jes. 50,4)

So spricht der Prophet von seiner Zusammenarbeit mit Gott! :II „Gott, der Herr, gab mir die Zunge eines Jüngers, damit ich verstehe, die Müden zu stärken durch ein aufmunterndes Wort. Jeden Morgen weckt er mein Ohr, damit ich auf ihn hören kann – wie ein Jünger!“

So spricht der Prophet – und bringt damit gut zum Ausdruck, was „Glaube“ ist: stets aktive Kommunikation des Menschen mit Gott!“

Auf diesem Zusammenspiel von Gott und Mensch fußt die Botschaft des 2. Jesaja, die für die ganze Menschheit von unschätzbar wertvoller Bedeutung ist.

Völlig unbekümmert um die Kritik seiner Widersacher weiß Jesaja sich eins mit Gott; und kann er darum seinen Zeitgenossen und allen seinen Lesern durch die Jahrhunderte bis herauf zu uns heute – die feste Zuversicht vermitteln, die Gott uns im Glauben schenkt.

Glückselig schreibt Jesaja dann in 50,9: Die Kritik derer, die mir heute noch wild widersprechen, wird alsbald in sich zusammenstürzen „ zusammenfallen - wie ein von Motten zerfressenes Gewand in Mist zerfällt!“

„Ja“– werdet Ihr – und nicht nur Ihr zweifelnd fragen: „Jesaja also konnte dieses stets aktive Zusammen-Schaffen mit Gott leben – aber wir – die arme breite Masse – wir sind wohl dazu nicht befähigt – und drum auch nicht berufen?!“

Irrtum! Zu einem solchen prophetischen Leben sind a l l e Menschen von Gott freundlich eingeladen!

Erinnert Euch an Eldat und Medat – an die 2 Männer, die von Wichtigtuern bei Mose angezeigt wurden! „Mose, Eldat und Medat sprechen in prophetischer Weise - sind aber dazu gar nicht beauftragt!“

Und was erwidert ihnen Mose? „Wunderbar, dass sie so sprechen! Alle sollt Ihr es ihnen gleichtun! Wenn doch nur endlich das ganze Volk prophetisch wäre!“

Oder denkt an Petrus: Sein Wunsch für die junge Kirche war gewesen: „Ihr aber seid ein auserwähltes Geschlecht, eine königliche Priesterschaft, ein heiliger Stamm, ein Volk, das sein besonderes Eigentum wurde, damit Ihr die großen Taten dessen verkündet, der Euch aus der Finsternis in sein wunderbares Licht gerufen hat.“

Diese konstruktive Zusammenarbeit von Gott und Mensch startet meistens mit einem Auftrag, den Gott dem oder der zumutet, die er für diesen Einsatz besonders geeignet hält – im Gewissen macht er ihnen diesen Vorschlag bewusst: „Schau, da wär ein Mensch, der bräuchte gerade Dich als Helfer!“ Lässt sich der angesprochene Mensch engagieren, kann eine konkrete Gott und Mensch vereinende Rettungsaktion starten!

So hat der Briefschreiber Jakobus ganz recht, wenn er feststellt: „Die, die nur davon reden, dass sie gläubig seien – sich aber nicht dazu herbeilassen auch zu tun, was Gott ihnen rät – die weichen Gott aus – und nehmen den Kontakt zu ihm nicht auf! Sie heucheln nur zu glauben – in Wirklichkeit aber leben sie nicht mit Gott!

Solche missionarische Rettungs-Jobs, die Gott jedem von uns zutraut – und darum anvertraut – können sehr gefährlich werden – können Kopf und Kragen kosten: „Willst Du also einsehen, Du unvernünftiger Mensch, dass der Glaube ohne Werke nutzlos ist?!“ (Jakobus 2,18 und 19)

Und dazu Markus 8,35: „ Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sei Kreuz auf sich und folge mir nach. Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen und um des Evangeliums willen verliert, wird es retten!“

 

 

  1. Sonntag 18

Jes.50,4 ff Jak.2,14 – 18 Mk. 8,27 – 35

„Gott, der Herr, gab mir die Zunge eines Jüngers, damit ich verstehe, die Müden zu stärken durch ein aufmunterndes Wort. Jeden Morgen weckt er mein Ohr, damit ich auf ihn hören kann – wie ein Jünger!“ (Jes. 50,4)

So spricht der Prophet von seiner Zusammenarbeit mit Gott! :II „Gott, der Herr, gab mir die Zunge eines Jüngers, damit ich verstehe, die Müden zu stärken durch ein aufmunterndes Wort. Jeden Morgen weckt er mein Ohr, damit ich auf ihn hören kann – wie ein Jünger!“

So spricht der Prophet – und bringt damit gut zum Ausdruck, was „Glaube“ ist: stets aktive Kommunikation des Menschen mit Gott!“

Auf diesem Zusammenspiel von Gott und Mensch fußt die Botschaft des 2. Jesaja, die für die ganze Menschheit von unschätzbar wertvoller Bedeutung ist.

Völlig unbekümmert um die Kritik seiner Widersacher weiß Jesaja sich eins mit Gott; und kann er darum seinen Zeitgenossen und allen seinen Lesern durch die Jahrhunderte bis herauf zu uns heute – die feste Zuversicht vermitteln, die Gott uns im Glauben schenkt.

Glückselig schreibt Jesaja dann in 50,9: Die Kritik derer, die mir heute noch wild widersprechen, wird alsbald in sich zusammenstürzen „ zusammenfallen - wie ein von Motten zerfressenes Gewand in Mist zerfällt!“

„Ja“– werdet Ihr – und nicht nur Ihr zweifelnd fragen: „Jesaja also konnte dieses stets aktive Zusammen-Schaffen mit Gott leben – aber wir – die arme breite Masse – wir sind wohl dazu nicht befähigt – und drum auch nicht berufen?!“

Irrtum! Zu einem solchen prophetischen Leben sind a l l e Menschen von Gott freundlich eingeladen!

Erinnert Euch an Eldat und Medat – an die 2 Männer, die von Wichtigtuern bei Mose angezeigt wurden! „Mose, Eldat und Medat sprechen in prophetischer Weise - sind aber dazu gar nicht beauftragt!“

Und was erwidert ihnen Mose? „Wunderbar, dass sie so sprechen! Alle sollt Ihr es ihnen gleichtun! Wenn doch nur endlich das ganze Volk prophetisch wäre!“

Oder denkt an Petrus: Sein Wunsch für die junge Kirche war gewesen: „Ihr aber seid ein auserwähltes Geschlecht, eine königliche Priesterschaft, ein heiliger Stamm, ein Volk, das sein besonderes Eigentum wurde, damit Ihr die großen Taten dessen verkündet, der Euch aus der Finsternis in sein wunderbares Licht gerufen hat.“

Diese konstruktive Zusammenarbeit von Gott und Mensch startet meistens mit einem Auftrag, den Gott dem oder der zumutet, die er für diesen Einsatz besonders geeignet hält – im Gewissen macht er ihnen diesen Vorschlag bewusst: „Schau, da wär ein Mensch, der bräuchte gerade Dich als Helfer!“ Lässt sich der angesprochene Mensch engagieren, kann eine konkrete Gott und Mensch vereinende Rettungsaktion starten!

So hat der Briefschreiber Jakobus ganz recht, wenn er feststellt: „Die, die nur davon reden, dass sie gläubig seien – sich aber nicht dazu herbeilassen auch zu tun, was Gott ihnen rät – die weichen Gott aus – und nehmen den Kontakt zu ihm nicht auf! Sie heucheln nur zu glauben – in Wirklichkeit aber leben sie nicht mit Gott!

Solche missionarische Rettungs-Jobs, die Gott jedem von uns zutraut – und darum anvertraut – können sehr gefährlich werden – können Kopf und Kragen kosten: „Willst Du also einsehen, Du unvernünftiger Mensch, dass der Glaube ohne Werke nutzlos ist?!“ (Jakobus 2,18 und 19)

Und dazu Markus 8,35: „ Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sei Kreuz auf sich und folge mir nach. Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen und um des Evangeliums willen verliert, wird es retten!“

 Pfarrer Karlheinz Baumgartner, Steeg

 

 

 

 

 

 

 


 

  1. Juli 2018 - 13. Sonntag im Jahreskreis B

 

Lesung aus dem Buch der Weisheit                                  Weish 1, 13-15; 2, 23-24

Gott hat den Tod nicht gemacht und hat keine Freude am Untergang der Lebenden.

Zum Dasein hat er alles geschaffen, und heilbringend sind die Geschöpfe der Welt. Kein Gift des Verderbens ist in ihnen, das Reich des Todes hat keine Macht auf der Erde;

denn die Gerechtigkeit ist unsterblich.

Gott hat den Menschen zur Unvergänglichkeit erschaffen und ihn zum Bild seines eigenen Wesens gemacht.

Doch durch den Neid des Teufels kam der Tod in die Welt, und ihn erfahren alle, die ihm angehören.

 

Aus dem heiligen Evangelium nach Markus                                 Mk 5, 24b-34

 

Viele Menschen folgten Jesus und drängten sich um ihn.

Darunter war eine Frau, die schon zwölf Jahre an Blutungen litt.

Sie war von vielen Ärzten behandelt worden und hatte dabei sehr zu leiden; ihr ganzes Vermögen hatte sie ausgegeben, aber es hatte ihr nichts genutzt, sondern ihr Zustand war immer schlimmer geworden.

Sie hatte von Jesus gehört. Nun drängte sie sich in der Menge von hinten an ihn heran und berührte sein Gewand.

Denn sie sagte sich: Wenn ich auch nur sein Gewand berühre, werde ich geheilt.

Sofort hörte die Blutung auf, und sie spürte deutlich, dass sie von ihrem Leiden geheilt war.

Im selben Augenblick fühlte Jesus, dass eine Kraft von ihm ausströmte, und er wandte sich in dem Gedränge um und fragte: Wer hat mein Gewand berührt?

Seine Jünger sagten zu ihm: Du siehst doch, wie sich die Leute um dich drängen, und da fragst du: Wer hat mich berührt?

Er blickte umher, um zu sehen, wer es getan hatte.

Da kam die Frau, zitternd vor Furcht, weil sie wusste, was mit ihr geschehen war; sie fiel vor ihm nieder und sagte ihm die ganze Wahrheit.

Er aber sagte zu ihr: Meine Tochter, dein Glaube hat dir geholfen. Geh in Frieden! Du sollst von deinem Leiden geheilt sein.

 

Betrachtung zu Mk 5, 24b-34

 

B: Die Frau – sie verliert dauernd Blut

sie ist krank – körperlich und sozial.

Mit Blutungen ist man - solange sie dauern - unrein.

Darf nicht in den Tempel, nicht in die Synagoge, darf niemanden berühren.

Die Frau litt schon zwölf Jahre an Blutungen.

 

A: Nur im Schutz des Gedränges getraut sie sich Jesus zu berühren.

Nicht ihn direkt, sondern nur sein Gewand.

Jesus könnte ja unrein werden.

 

B: Aber sie setzt diesen Schritt.

Sie will wieder gesund werden – körperlich und sozial.

Sie hat große Angst davor.

Zitternd vor Furcht gibt sie Jesus Antwort.

 

A: Dieses Antworten klingt wie ein Geständnis,

als hätte sie etwas verbrochen.

Zitternd vor Furcht fiel sie vor ihm nieder und sagte ihm die ganze Wahrheit.

Die Wahrheit, dass sie ihn irgendwie doch berührt hatte – sein Gewand zumindest.

 

B: „Meine Tochter, dein Glaube hat dir geholfen.“

Was heißt da Glaube.

Glauben heißt hier etwas wagen und die Angst überwinden.

Etwas tun und nicht resignieren.

Sie wagte es, Jesus zu berühren – wenn auch zitternd vor Furcht.

Sie hat sich, mit allem was sie hat, eingesetzt, damit sie wieder gesund wird, damit sie wieder zu den Leuten gehört.

 

A: „Geh in Frieden! Du sollst von deinem Leiden geheilt sein.“

Paul Mascher

 

 


Johanni 18 - Pfarrer Karlheinz Baumgartner, Steeg

Jes.49,1-6 Lk. 1,57-66.80

„Johannes trug ein Gewand aus Kamelhaaren und einen ledernen Gürtel um seine Hüften. Heuschrecken und wilder Honig waren seine Nahrung. Die Leute von Jerusalem und ganz Judäa und aus der Jordan-Gegend zogen zu ihm hinaus, sie bekannten ihre Sünden und ließen sich von ihm taufen.“ (Mt.3,4ff)

„Was habt Ihr denn sehen wollen, als Ihr in die Wüste hinausgegangen seid?“ fragte Jesus den Volksauflauf, der sich nun um ihn versammelt hatte. „Was wolltet Ihr sehen? Ein Schilfrohr, das im Wind schwankt? Oder einen Mann in feiner Kleidung? Leute, die vornehm gekleidet sind, und üppig leben, findet man in den Palästen der Könige. Oder was habt Ihr sehen wollen, als Ihr hinausgegangen seid? Einen Propheten? Ja, ich sage Euch: Ihr habt sogar mehr gesehen als einen Propheten. Er ist der, von dem es in der Schrift heißt: ich sende meinen Boten vor Dir her; er soll den Weg für Dich bahnen.

Ich sage Euch: Unter allen Menschen gibt es keinen größeren als Johannes; doch der Kleinste im Reich Gottes ist größer als er!“ (Lk. 7, 24-30)

Was hat wohl die Leute wirklich bewogen, in hellen Scharen zu Johannes zu hinzupilgern – wo immer er sich gerade aufhielt?

Ein Grund war sicher der, dass Johannes mutig sagte, was viele sich dachten; er sprach ihnen aus der Seele. „Als er sah, dass auch viele Pharisäer und sogar Sadduzäer zur Taufe kamen, sagte er zu ihnen: Ihr Schlangenbrut, wer hat Euch denn gelehrt, dass Ihr dem kommenden Gericht entrinnen könnt? Bringt Frucht hervor, die Eure Umkehr zeigt, und meint nicht, Ihr könntet sagen: Wir haben ja Abraham zum Vater! Denn ich sage Euch: Gott kann aus diesen Steinen Kinder Abrahams machen. Schon ist die Axt an die Wurzel des Baumes gelegt, jeder Baum, der keine gute Frucht hervorbringt, wird umgehauen und ins Feuer geworfen! (Lk.3,7-9)

Mehr noch als ein Prophet war Johannes. Er war der, der dem Messias den Weg bereitete!

Als Prophet – so wie die Propheten des Alten Testaments – war er nicht nur ein Hellseher, der voraussehen konnte, was kommt – nein, er war ein Gott-Gesandter, der die Menschen daran erinnerte, was für sie wirklich wichtig und entscheidend ist: „Hört auf Gott – und vertraut ihm!“

Ganz im Sinn der alten Propheten schreibt Paulus in seinem 2. Brief an die Korinther: „Als Mitarbeiter Gottes ermahnen wir Euch, dass Ihr seine Gnade nicht vergebens empfangt. Denn es heißt:

Zur Zeit der Gnade erhöre ich Dich, am Tag der Rettung helfe ich Dir.

Jetzt ist sie da, die Zeit der Gnade: jetzt ist er da, der Tag der Rettung. Niemand geben wir auch nur den geringsten Anstoß, damit unser Dienst nicht getadelt werden kann. In allem erweisen wir uns als Gottes Diener: durch große Standhaftigkeit, in Bedrängnis, in Not, in Angst, unter Schlägen, in Gefängnissen, in Zeiten der Unruhe, unter der Last der Arbeit, in durchwachten Nächten, durch Fasten, durch lautere Gesinnung, durch Erkenntnis, durch Langmut, durch Güte, durch den Heiligen Geist, durch ungeheuchelte Liebe, durch das Wort der Wahrheit, in der Kraft Gottes, mit den Waffen der Gerechtigkeit in der Rechten und in der Linken, bei Ehrung und Schmach, bei übler Nachrede und bei Lob. Wir gelten als Betrüger und sind doch wahrhaftig; wir werden verkannt und doch anerkannt; wir sind wie Sterbende, und seht: wir leben: wir werden gezüchtigt und doch nicht getötet: uns wir Leid zugefügt, und doch sind wir jederzeit fröhlich; wir sind arm und machen doch viele reich; wir haben nichts und haben doch alles!“

Durch Jesus und mit ihm sind wir, seine Jünger, alle erhöht und berufen zu Priestern und Propheten!

Wie lautet die Botschaft, die wir der ganzen Menschheit verkünden können und sollen?

Der Heilige Geist wirkt in jedem Mensch; alle sollen auf ihn hören und sich von ihm beraten lassen! Dann handeln wir vernünftig, hellsichtig und gütig – dann wirken wir in Eintracht zusammen! Dann stellen wir uns einmütig gegen Unmenschlichkeit! Dann sind wir vor der ganzen Welt glaubwürdig als Anwälte der Unterdrückten, Verachteten und Geächteten! Dann glaubt man uns, dass wir wirklich einen gerechten Ausgleich schaffen wollen, dass wir den Zustand, dass die einen 20-mal mehr haben als die andern nicht weiter dulden wollen!

 

Fürbitten Johanni 18

 

 

 

Einführung: Viele Pfarrgemeinden auf der Welt haben sich den hl. Johannes den Täufer als Kirchenpatron gewählt.

Warum wohl? Wahrscheinlich weil er so aufrecht und mutig für alle Menschen in Not eingetreten ist! Weil er ein Beispiel für Bescheidenheit und Selbstlosigkeit war – sich selber nicht überschätzte – tapfer bis in den Tod ein verlässlicher Getreuer Gottes war.

 

  1. Zacharias, sein Vater, und Elisabeth seine Mutter haben den Johannes bekommen, als sie schon gar nicht mehr damit rechneten, doch noch Umso dankbarer werden sie für dieses Glück gewesen sein! 
  2. Herr, erbarme Dich!
  3. Johannes war ein sehr willkommenes Kind. Alle weniger freudig erwarteten Kinder sollten dann aber doch die Liebe erfahren, die für sie lebensnotwendig ist!
  4. Eltern werden zu können.

 

  1. Dem Zacharias, der ein Priester war und seiner Mutter Elisabeth verdankte es Johannes, dass er von klein auf in einen lebensechten, klar durchdachten Glauben hineinwachsen konnte. So sollte es in allen Familien geschehen!Herr, erbarme Dich!
  2.  
  3. Als er dann herangewachsen war, erlebte er vermutlich, dass seine Eltern sich auch von dem in ihm erwachten Glauben anregen ließen – und dass sie dann alle miteinander Gott noch näher kommen konnten.

 

  1. Viele Frauen auf der Welt heißen nach der lebensklugen und starken hl. Elisabeth.  
  2. Herr, erbarme Dich!
  3. Sie mögen erleben können, dass ihre Namenspatronin ihnen immer eine Ratgeberin in kniffeligen Situationen ist!

 

  1. Der hl. Johannes feiert sein Geburtsfest ausgerechnet zur Zeit der ersten Heuernte. Darum rufen ihn speziell die Bauern um freundliche Unterstützung an. Und wir alle freuen uns, wenn – so wie heuer – ein erstklassiges Heu auf die Tennen eingebracht werden kann.  
  2. Herr, erbarme Dich!
  3. Ein ähnliches Glück wünschen wir allen Bauern weltweit!

 

Abschluss: Zwar hat der hl. Johannes den heuchlerischen Pharisäern und Sadduzäern die Qualifizierung „Schlangenbrut“ entgegengeschleudert; deswegen darf man sich ihn aber nicht gleich überhaupt als polternden Schreihals vorstellen! Er passt nicht in die Kategorie „lautstarker Volkstribun“ - und nicht in die „eifernder, konservativer Scharfmacher – und schon gar nicht in die „selbstgefälliger Macho“, der auf Frauen – wie z.B. auf die Salome (Oper von Richard Strauß) eine starke virile Anziehungskraft ausübe.

Johannes war unzweifelhaft ein sympathischer Mensch, der ein großes Herz für die Mitmenschen hatte; speziell auch für die, die von der leitenden Kaste im Staat und im Tempel in Verkennung ihrer Würde halt nur für bedeutungslose „kleine Leute“ gehalten wurden.

Johannes sah in seinen Mitmenschen – ähnlich wie alle Heiligen seines Zuschnitts - auch nicht nur „Sünder“, die sich schnellstens bekehren müssten, sondern eben Geprüfte – oft sehr schwer Geprüfte auf dem Trainingscamp dieser Welt. Im Grunde sind wir alle Einsame, die - so wie er eben auch selber – darunter leiden, dass niemand sie wirklich verstehen kann. – Alle sind wir untereinander nahe Verwandte, die nach der Liebe hungern, die nur Gott uns schenken kann!

 

 

 

 

 


 

Liebe Mitchristen hier in Häselgehr (9. So B) -

Pastoralassistent Paul Mascher

 

Ich habe die Predigt, die ich für heute fast fertig geschrieben hatte, ganz neu aufsetzen müssen. Ich wollte über das Sabbathgebot reden – über den Sonntag und seine Heiligung. Aufklärend und belehrend, ja auch ein bisschen moralisierend habe ich aufgesetzt. Und dann ist mir eingefallen, dass ich euch, die ihr jetzt hier im Gottesdienst seid, nicht belehren brauche, den Sonntag als einen Feiertag zu pflegen.

 

Was ich aber schon möchte ist, uns zu bestärken in der Pflege dieses Tages.

 

In der Lesung hörten wir, dass Gott will, dass Mensch und Tier sich ausruhen. Das ist wahrscheinlich das älteste Sozialgesetz, das heute noch in Kraft ist - heute als arbeitsfreies Wochenende.

Wenn wir diesen Text genauer anschauen, dann heißt es darin: An ihm, dem siebten Tag, darfst du keine Arbeit tun: du, dein Sohn und deine Tochter, dein Sklave und deine Sklavin, dein Rind, dein Esel und dein ganzes Vieh und der Fremde bei dir.

Und dann wird nochmals wiederholt und damit betont: Dein Sklave und deine Sklavin sollen sich ausruhen wie du.

Ausruhen wie du - am Sabbath sind sich der Herr und die Sklaven gleich – sie sollen sich ausruhen.

 

Leider Gottes hat man auch in der christlichen Geschichte immer von der Sonntagspflicht geredet. Besser hieße es: Sonntagsgnade statt Sonntagspflicht. Denn dieses Gebot ist eine Bereicherung, ein Aufatmen, ein Leben lassen.

Hier wird deutlich, der Mensch lebt nicht nur um zu arbeiten, sondern er arbeitet um zu leben.

 

Wenn dieses Ruhen nicht als Gnade empfunden wird, sondern als Pflicht, dann laufen wir Gefahr, aus diesem frei machenden Gebot einen engmaschigen Zaun zu bauen, der uns einschränkt und mit der Zeit zu einer Schikane oder zu einem Gefängnis wird.

Da kommt es dann zu Fragen wie: Wann beginnt dieser Tag, und wann hört er auf? - Darf man an diesem Tag kochen oder muss vorgekocht werden? – Wie viele Schritte darf man machen? - Und viele Kleinlichkeiten noch.

Manche kennen die Frage noch: Darf man am Sonntag heuen oder nicht? Und, wer entscheidet dies?

Dieses Zäune-Aufstellen gab es in der Tradition der Juden und gab es auch in der Tradition der Kirche.

 

Und beide Traditionen verbanden dies noch unglückseligerweise mit dem drohenden Verderben, mit dem Zorn Gottes bzw. der schweren Sünde.

 

In der Auseinandersetzung Jesu mit den Pharisäern in der Synagoge an einem Sabbath wird es deutlich – das Pflichtdenken hat das Gnadendenken schon so überlagert, dass selbst Gutes-Tun schon Sünde wird, ja ein todeswürdiges Vergehen.

 

Beim Sabbath- oder Sonntagsgebot geht es nicht nur ums Ausruhen von der Arbeit – es geht um einen regelmäßigen Perspektivenwechsel, der meinem alltäglichen Leben Sinn und Orientierung geben kann.

Diese Gnadentage können mich zur Erkenntnis führen, wie vorhin schon gesagt: Der Mensch lebt nicht um zu arbeiten, sondern er arbeitet um zu leben.

Zu einer anderen Perspektive verhelfen auch die Leute, die man nur sonntags trifft. Das Gespräch mit ihnen muss nicht tiefschürfend sein – aber wenn es anteilnehmend ist, ist es ein Gewinn. Von den kleinen Lebenswegen anderer erfahren hilft, meine kleinen Lebenswege zu verstehen. Da kommt mit der Zeit sehr viel Hilfreiches zusammen.

Eine andere Hilfe für einen Perspektivenwechsel ist es, wenn ich mich mit Gleichgesinnten treffe, und wir uns in unserer Gesinnung, in unserem Denken weiterentwickeln.

Die Sonntagsgottesdienste sind eigentlich so angelegt. Die Christen treffen sich, vergewissern einander, dass sie zu Jesus gehören wollen und hören gemeinsam die Frohe Botschaft von Jesus.

Im Grundplan wäre ein Austausch darüber vorgesehen, nicht nur über die Frohe Botschaft von Jesus, sondern auch von den Freuden und Sorgen unseres Lebens.

Und weil dieser Austausch gut ist, ist Jesus ganz dabei. Ja, er teilt sich mit - ja er lässt sich teilen als Brot, als Nahrung für uns.

Die tatsächlich erfahrenen Gottesdienste sind nicht so, dass wir in ihnen gemeinsam zu einer befreienden lebensstärkende Erfahrung werden. Mit unseren Gottesdiensten sind oft meilenweit davon entfernt.

 

Die Sonntagspflicht wird als eine Sonntagsgnade verstanden werden müssen.

Ausruhen – gemeinsam auf Jesus schauen und die Gemeinschaft und Jesus mitnehmen in die Werktage. Ohne dieses Verständnis wird der Sonntag früher oder später herabnivelliert zu einem Tag des Konsums und der Zerstreuung oder doch ein Arbeitstag werden.

 

Für den Mann mit der verdorrten Hand ist jener Sabbath ein Heilstag geworden.

 

Ich möchte nicht wissen, wie sehr die Sonntagsgnade, die ich eigentlich immer gesucht habe, mich geformt hat – in Summe sind diese Gnadentage auch für mich zu Heilstagen geworden.

 

Und übrigens: Im Sabbathgebot gibt Gott die Garantie mit, dass wir es uns leisten können zu leben und dabei jeden siebten Tag zu ruhen.

 

 

 

Lesung aus dem Buch Deuteronomium                     Dtn 5, 12-15

 

So spricht der Herr:

Achte auf den Sabbat: Halte ihn heilig, wie es dir der Herr, dein Gott, zur Pflicht gemacht hat.

Sechs Tage darfst du schaffen und jede Arbeit tun.

Der siebte Tag ist ein Ruhetag, dem Herrn, deinem Gott, geweiht. An ihm darfst du keine Arbeit tun: du, dein Sohn und deine Tochter, dein Sklave und deine Sklavin, dein Rind, dein Esel und dein ganzes Vieh und der Fremde, der in deinen Stadtbereichen Wohnrecht hat. Dein Sklave und deine Sklavin sollen sich ausruhen wie du.

Denk daran: Als du in Ägypten Sklave warst, hat dich der Herr, dein Gott, mit starker Hand und hoch erhobenem Arm dort herausgeführt. Darum hat es dir der Herr, dein Gott, zur Pflicht gemacht, den Sabbat zu halten.

 

 

Aus der Frohen Botschaft von Jesus nach Markus   Mk 2, 23 - 3, 6

 

An einem Sabbat ging Jesus durch die Kornfelder, und unterwegs rissen seine Jünger Ähren ab.

Da sagten die Pharisäer zu ihm: Sieh dir an, was sie tun! Das ist doch am Sabbat verboten.

Er antwortete: Habt ihr nie gelesen, was David getan hat, als er und seine Begleiter hungrig waren und nichts zu essen hatten - wie er zur Zeit des Hohenpriesters Abjatar in das Haus Gottes ging und die heiligen Brote aß, die außer den Priestern niemand essen darf, und auch seinen Begleitern davon gab?

Und Jesus fügte hinzu: Der Sabbat ist für den Menschen da, nicht der Mensch für den Sabbat.

Deshalb ist der Menschensohn Herr auch über den Sabbat.

Als er ein andermal in eine Synagoge ging, saß dort ein Mann, dessen Hand verdorrt war.

Und sie gaben acht, ob Jesus ihn am Sabbat heilen werde; sie suchten nämlich einen Grund zur Anklage gegen ihn.

Da sagte er zu dem Mann mit der verdorrten Hand: Steh auf und stell dich in die Mitte!

Und zu den anderen sagte er: Was ist am Sabbat erlaubt: Gutes zu tun oder Böses, ein Leben zu retten oder es zu vernichten? Sie aber schwiegen.

Und er sah sie der Reihe nach an, voll Zorn und Trauer über ihr verstocktes Herz, und sagte zu dem Mann: Streck deine Hand aus! Er streckte sie aus, und seine Hand war wieder gesund.

Da gingen die Pharisäer hinaus uns fassten zusammen mit den Anhängern des Herodes den Beschluss, Jesus umzubringen.

 

Liebe Mitchristen hier in Häselgehr (9. So B)

 

Ich habe die Predigt, die ich für heute fast fertig geschrieben hatte, ganz neu aufsetzen müssen. Ich wollte über das Sabbathgebot reden – über den Sonntag und seine Heiligung. Aufklärend und belehrend, ja auch ein bisschen moralisierend habe ich aufgesetzt. Und dann ist mir eingefallen, dass ich euch, die ihr jetzt hier im Gottesdienst seid, nicht belehren brauche, den Sonntag als einen Feiertag zu pflegen.

 

Was ich aber schon möchte ist, uns zu bestärken in der Pflege dieses Tages.

 

In der Lesung hörten wir, dass Gott will, dass Mensch und Tier sich ausruhen. Das ist wahrscheinlich das älteste Sozialgesetz, das heute noch in Kraft ist - heute als arbeitsfreies Wochenende.

Wenn wir diesen Text genauer anschauen, dann heißt es darin: An ihm, dem siebten Tag, darfst du keine Arbeit tun: du, dein Sohn und deine Tochter, dein Sklave und deine Sklavin, dein Rind, dein Esel und dein ganzes Vieh und der Fremde bei dir.

Und dann wird nochmals wiederholt und damit betont: Dein Sklave und deine Sklavin sollen sich ausruhen wie du.

Ausruhen wie du - am Sabbath sind sich der Herr und die Sklaven gleich – sie sollen sich ausruhen.

 

Leider Gottes hat man auch in der christlichen Geschichte immer von der Sonntagspflicht geredet. Besser hieße es: Sonntagsgnade statt Sonntagspflicht. Denn dieses Gebot ist eine Bereicherung, ein Aufatmen, ein Leben lassen.

Hier wird deutlich, der Mensch lebt nicht nur um zu arbeiten, sondern er arbeitet um zu leben.

 

Wenn dieses Ruhen nicht als Gnade empfunden wird, sondern als Pflicht, dann laufen wir Gefahr, aus diesem frei machenden Gebot einen engmaschigen Zaun zu bauen, der uns einschränkt und mit der Zeit zu einer Schikane oder zu einem Gefängnis wird.

Da kommt es dann zu Fragen wie: Wann beginnt dieser Tag, und wann hört er auf? - Darf man an diesem Tag kochen oder muss vorgekocht werden? – Wie viele Schritte darf man machen? - Und viele Kleinlichkeiten noch.

Manche kennen die Frage noch: Darf man am Sonntag heuen oder nicht? Und, wer entscheidet dies?

Dieses Zäune-Aufstellen gab es in der Tradition der Juden und gab es auch in der Tradition der Kirche.

 

Und beide Traditionen verbanden dies noch unglückseligerweise mit dem drohenden Verderben, mit dem Zorn Gottes bzw. der schweren Sünde.

 

In der Auseinandersetzung Jesu mit den Pharisäern in der Synagoge an einem Sabbath wird es deutlich – das Pflichtdenken hat das Gnadendenken schon so überlagert, dass selbst Gutes-Tun schon Sünde wird, ja ein todeswürdiges Vergehen.

 

Beim Sabbath- oder Sonntagsgebot geht es nicht nur ums Ausruhen von der Arbeit – es geht um einen regelmäßigen Perspektivenwechsel, der meinem alltäglichen Leben Sinn und Orientierung geben kann.

Diese Gnadentage können mich zur Erkenntnis führen, wie vorhin schon gesagt: Der Mensch lebt nicht um zu arbeiten, sondern er arbeitet um zu leben.

Zu einer anderen Perspektive verhelfen auch die Leute, die man nur sonntags trifft. Das Gespräch mit ihnen muss nicht tiefschürfend sein – aber wenn es anteilnehmend ist, ist es ein Gewinn. Von den kleinen Lebenswegen anderer erfahren hilft, meine kleinen Lebenswege zu verstehen. Da kommt mit der Zeit sehr viel Hilfreiches zusammen.

Eine andere Hilfe für einen Perspektivenwechsel ist es, wenn ich mich mit Gleichgesinnten treffe, und wir uns in unserer Gesinnung, in unserem Denken weiterentwickeln.

Die Sonntagsgottesdienste sind eigentlich so angelegt. Die Christen treffen sich, vergewissern einander, dass sie zu Jesus gehören wollen und hören gemeinsam die Frohe Botschaft von Jesus.

Im Grundplan wäre ein Austausch darüber vorgesehen, nicht nur über die Frohe Botschaft von Jesus, sondern auch von den Freuden und Sorgen unseres Lebens.

Und weil dieser Austausch gut ist, ist Jesus ganz dabei. Ja, er teilt sich mit - ja er lässt sich teilen als Brot, als Nahrung für uns.

Die tatsächlich erfahrenen Gottesdienste sind nicht so, dass wir in ihnen gemeinsam zu einer befreienden lebensstärkende Erfahrung werden. Mit unseren Gottesdiensten sind oft meilenweit davon entfernt.

 

Die Sonntagspflicht wird als eine Sonntagsgnade verstanden werden müssen.

Ausruhen – gemeinsam auf Jesus schauen und die Gemeinschaft und Jesus mitnehmen in die Werktage. Ohne dieses Verständnis wird der Sonntag früher oder später herabnivelliert zu einem Tag des Konsums und der Zerstreuung oder doch ein Arbeitstag werden.

 

Für den Mann mit der verdorrten Hand ist jener Sabbath ein Heilstag geworden.

 

Ich möchte nicht wissen, wie sehr die Sonntagsgnade, die ich eigentlich immer gesucht habe, mich geformt hat – in Summe sind diese Gnadentage auch für mich zu Heilstagen geworden.

 

Und übrigens: Im Sabbathgebot gibt Gott die Garantie mit, dass wir es uns leisten können zu leben und dabei jeden siebten Tag zu ruhen.

 

 

 

Lesung aus dem Buch Deuteronomium                     Dtn 5, 12-15

 

So spricht der Herr:

Achte auf den Sabbat: Halte ihn heilig, wie es dir der Herr, dein Gott, zur Pflicht gemacht hat.

Sechs Tage darfst du schaffen und jede Arbeit tun.

Der siebte Tag ist ein Ruhetag, dem Herrn, deinem Gott, geweiht. An ihm darfst du keine Arbeit tun: du, dein Sohn und deine Tochter, dein Sklave und deine Sklavin, dein Rind, dein Esel und dein ganzes Vieh und der Fremde, der in deinen Stadtbereichen Wohnrecht hat. Dein Sklave und deine Sklavin sollen sich ausruhen wie du.

Denk daran: Als du in Ägypten Sklave warst, hat dich der Herr, dein Gott, mit starker Hand und hoch erhobenem Arm dort herausgeführt. Darum hat es dir der Herr, dein Gott, zur Pflicht gemacht, den Sabbat zu halten.

 

 

Aus der Frohen Botschaft von Jesus nach Markus   Mk 2, 23 - 3, 6

 

An einem Sabbat ging Jesus durch die Kornfelder, und unterwegs rissen seine Jünger Ähren ab.

Da sagten die Pharisäer zu ihm: Sieh dir an, was sie tun! Das ist doch am Sabbat verboten.

Er antwortete: Habt ihr nie gelesen, was David getan hat, als er und seine Begleiter hungrig waren und nichts zu essen hatten - wie er zur Zeit des Hohenpriesters Abjatar in das Haus Gottes ging und die heiligen Brote aß, die außer den Priestern niemand essen darf, und auch seinen Begleitern davon gab?

Und Jesus fügte hinzu: Der Sabbat ist für den Menschen da, nicht der Mensch für den Sabbat.

Deshalb ist der Menschensohn Herr auch über den Sabbat.

Als er ein andermal in eine Synagoge ging, saß dort ein Mann, dessen Hand verdorrt war.

Und sie gaben acht, ob Jesus ihn am Sabbat heilen werde; sie suchten nämlich einen Grund zur Anklage gegen ihn.

Da sagte er zu dem Mann mit der verdorrten Hand: Steh auf und stell dich in die Mitte!

Und zu den anderen sagte er: Was ist am Sabbat erlaubt: Gutes zu tun oder Böses, ein Leben zu retten oder es zu vernichten? Sie aber schwiegen.

Und er sah sie der Reihe nach an, voll Zorn und Trauer über ihr verstocktes Herz, und sagte zu dem Mann: Streck deine Hand aus! Er streckte sie aus, und seine Hand war wieder gesund.

Da gingen die Pharisäer hinaus uns fassten zusammen mit den Anhängern des Herodes den Beschluss, Jesus umzubringen.

 

Liebe Mitchristen hier in Häselgehr (9. So B) - Pastoralassistent Paul Mascher

 

Ich habe die Predigt, die ich für heute fast fertig geschrieben hatte, ganz neu aufsetzen müssen. Ich wollte über das Sabbathgebot reden – über den Sonntag und seine Heiligung. Aufklärend und belehrend, ja auch ein bisschen moralisierend habe ich aufgesetzt. Und dann ist mir eingefallen, dass ich euch, die ihr jetzt hier im Gottesdienst seid, nicht belehren brauche, den Sonntag als einen Feiertag zu pflegen.

 

Was ich aber schon möchte ist, uns zu bestärken in der Pflege dieses Tages.

 

In der Lesung hörten wir, dass Gott will, dass Mensch und Tier sich ausruhen. Das ist wahrscheinlich das älteste Sozialgesetz, das heute noch in Kraft ist - heute als arbeitsfreies Wochenende.

Wenn wir diesen Text genauer anschauen, dann heißt es darin: An ihm, dem siebten Tag, darfst du keine Arbeit tun: du, dein Sohn und deine Tochter, dein Sklave und deine Sklavin, dein Rind, dein Esel und dein ganzes Vieh und der Fremde bei dir.

Und dann wird nochmals wiederholt und damit betont: Dein Sklave und deine Sklavin sollen sich ausruhen wie du.

Ausruhen wie du - am Sabbath sind sich der Herr und die Sklaven gleich – sie sollen sich ausruhen.

 

Leider Gottes hat man auch in der christlichen Geschichte immer von der Sonntagspflicht geredet. Besser hieße es: Sonntagsgnade statt Sonntagspflicht. Denn dieses Gebot ist eine Bereicherung, ein Aufatmen, ein Leben lassen.

Hier wird deutlich, der Mensch lebt nicht nur um zu arbeiten, sondern er arbeitet um zu leben.

 

Wenn dieses Ruhen nicht als Gnade empfunden wird, sondern als Pflicht, dann laufen wir Gefahr, aus diesem frei machenden Gebot einen engmaschigen Zaun zu bauen, der uns einschränkt und mit der Zeit zu einer Schikane oder zu einem Gefängnis wird.

Da kommt es dann zu Fragen wie: Wann beginnt dieser Tag, und wann hört er auf? - Darf man an diesem Tag kochen oder muss vorgekocht werden? – Wie viele Schritte darf man machen? - Und viele Kleinlichkeiten noch.

Manche kennen die Frage noch: Darf man am Sonntag heuen oder nicht? Und, wer entscheidet dies?

Dieses Zäune-Aufstellen gab es in der Tradition der Juden und gab es auch in der Tradition der Kirche.

 

Und beide Traditionen verbanden dies noch unglückseligerweise mit dem drohenden Verderben, mit dem Zorn Gottes bzw. der schweren Sünde.

 

In der Auseinandersetzung Jesu mit den Pharisäern in der Synagoge an einem Sabbath wird es deutlich – das Pflichtdenken hat das Gnadendenken schon so überlagert, dass selbst Gutes-Tun schon Sünde wird, ja ein todeswürdiges Vergehen.

 

Beim Sabbath- oder Sonntagsgebot geht es nicht nur ums Ausruhen von der Arbeit – es geht um einen regelmäßigen Perspektivenwechsel, der meinem alltäglichen Leben Sinn und Orientierung geben kann.

Diese Gnadentage können mich zur Erkenntnis führen, wie vorhin schon gesagt: Der Mensch lebt nicht um zu arbeiten, sondern er arbeitet um zu leben.

Zu einer anderen Perspektive verhelfen auch die Leute, die man nur sonntags trifft. Das Gespräch mit ihnen muss nicht tiefschürfend sein – aber wenn es anteilnehmend ist, ist es ein Gewinn. Von den kleinen Lebenswegen anderer erfahren hilft, meine kleinen Lebenswege zu verstehen. Da kommt mit der Zeit sehr viel Hilfreiches zusammen.

Eine andere Hilfe für einen Perspektivenwechsel ist es, wenn ich mich mit Gleichgesinnten treffe, und wir uns in unserer Gesinnung, in unserem Denken weiterentwickeln.

Die Sonntagsgottesdienste sind eigentlich so angelegt. Die Christen treffen sich, vergewissern einander, dass sie zu Jesus gehören wollen und hören gemeinsam die Frohe Botschaft von Jesus.

Im Grundplan wäre ein Austausch darüber vorgesehen, nicht nur über die Frohe Botschaft von Jesus, sondern auch von den Freuden und Sorgen unseres Lebens.

Und weil dieser Austausch gut ist, ist Jesus ganz dabei. Ja, er teilt sich mit - ja er lässt sich teilen als Brot, als Nahrung für uns.

Die tatsächlich erfahrenen Gottesdienste sind nicht so, dass wir in ihnen gemeinsam zu einer befreienden lebensstärkende Erfahrung werden. Mit unseren Gottesdiensten sind oft meilenweit davon entfernt.

 

Die Sonntagspflicht wird als eine Sonntagsgnade verstanden werden müssen.

Ausruhen – gemeinsam auf Jesus schauen und die Gemeinschaft und Jesus mitnehmen in die Werktage. Ohne dieses Verständnis wird der Sonntag früher oder später herabnivelliert zu einem Tag des Konsums und der Zerstreuung oder doch ein Arbeitstag werden.

 

Für den Mann mit der verdorrten Hand ist jener Sabbath ein Heilstag geworden.

 

Ich möchte nicht wissen, wie sehr die Sonntagsgnade, die ich eigentlich immer gesucht habe, mich geformt hat – in Summe sind diese Gnadentage auch für mich zu Heilstagen geworden.

 

Und übrigens: Im Sabbathgebot gibt Gott die Garantie mit, dass wir es uns leisten können zu leben und dabei jeden siebten Tag zu ruhen.

 

 

 

Lesung aus dem Buch Deuteronomium                     Dtn 5, 12-15

 

So spricht der Herr:

Achte auf den Sabbat: Halte ihn heilig, wie es dir der Herr, dein Gott, zur Pflicht gemacht hat.

Sechs Tage darfst du schaffen und jede Arbeit tun.

Der siebte Tag ist ein Ruhetag, dem Herrn, deinem Gott, geweiht. An ihm darfst du keine Arbeit tun: du, dein Sohn und deine Tochter, dein Sklave und deine Sklavin, dein Rind, dein Esel und dein ganzes Vieh und der Fremde, der in deinen Stadtbereichen Wohnrecht hat. Dein Sklave und deine Sklavin sollen sich ausruhen wie du.

Denk daran: Als du in Ägypten Sklave warst, hat dich der Herr, dein Gott, mit starker Hand und hoch erhobenem Arm dort herausgeführt. Darum hat es dir der Herr, dein Gott, zur Pflicht gemacht, den Sabbat zu halten.

 

 

Aus der Frohen Botschaft von Jesus nach Markus   Mk 2, 23 - 3, 6

 

An einem Sabbat ging Jesus durch die Kornfelder, und unterwegs rissen seine Jünger Ähren ab.

Da sagten die Pharisäer zu ihm: Sieh dir an, was sie tun! Das ist doch am Sabbat verboten.

Er antwortete: Habt ihr nie gelesen, was David getan hat, als er und seine Begleiter hungrig waren und nichts zu essen hatten - wie er zur Zeit des Hohenpriesters Abjatar in das Haus Gottes ging und die heiligen Brote aß, die außer den Priestern niemand essen darf, und auch seinen Begleitern davon gab?

Und Jesus fügte hinzu: Der Sabbat ist für den Menschen da, nicht der Mensch für den Sabbat.

Deshalb ist der Menschensohn Herr auch über den Sabbat.

Als er ein andermal in eine Synagoge ging, saß dort ein Mann, dessen Hand verdorrt war.

Und sie gaben acht, ob Jesus ihn am Sabbat heilen werde; sie suchten nämlich einen Grund zur Anklage gegen ihn.

Da sagte er zu dem Mann mit der verdorrten Hand: Steh auf und stell dich in die Mitte!

Und zu den anderen sagte er: Was ist am Sabbat erlaubt: Gutes zu tun oder Böses, ein Leben zu retten oder es zu vernichten? Sie aber schwiegen.

Und er sah sie der Reihe nach an, voll Zorn und Trauer über ihr verstocktes Herz, und sagte zu dem Mann: Streck deine Hand aus! Er streckte sie aus, und seine Hand war wieder gesund.

Da gingen die Pharisäer hinaus uns fassten zusammen mit den Anhängern des Herodes den Beschluss, Jesus umzubringen.

 

 

 

 

 

 


 

 

PFINGSTSONNTAG (B) 2018 Bach

 

Lesung aus Apostelgeschichte                                            Apg 2, 1-11

1Als der Pfingsttag gekommen war, befanden sich alle am gleichen Ort.

2Da kam plötzlich vom Himmel her ein Brausen, wie wenn ein heftiger Sturm daherfährt, und erfüllte das ganze Haus, in dem sie waren.

3Und es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer, die sich verteilten; auf jeden von ihnen ließ sich eine nieder.

4Alle wurden mit dem Heiligen Geist erfüllt und begannen, in fremden Sprachen zu reden, wie es der Geist ihnen eingab.

5In Jerusalem aber wohnten Juden, fromme Männer aus allen Völkern unter dem Himmel.

6Als sich das Getöse erhob, strömte die Menge zusammen und war ganz bestürzt; denn jeder hörte sie in seiner Sprache reden.

7Sie gerieten außer sich vor Staunen und sagten: Sind das nicht alles Galiläer, die hier reden?

8Wieso kann sie jeder von uns in seiner Muttersprache hören:

9Parther, Meder und Elamiter, Bewohner von Mesopotamien, Judäa und Kappadozien, von Pontus und der Provinz Asien,

10von Phrygien und Pamphylien, von Ägypten und dem Gebiet Libyens nach Zyrene hin, auch die Römer, die sich hier aufhalten,

11Juden und Proselyten, Kreter und Araber, wir hören sie in unseren Sprachen Gottes große Taten verkünden.

 

 

+ Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes                                      Joh 20, 19-23

19Am Abend des ersten Tages der Woche, als die Jünger aus Furcht vor den Juden die Türen verschlossen hatten, kam Jesus, trat in ihre Mitte und sagte zu ihnen: Friede sei mit euch!

20Nach diesen Worten zeigte er ihnen seine Hände und seine Seite. Da freuten sich die Jünger, dass sie den Herrn sahen.

21Jesus sagte noch einmal zu ihnen: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch.

22Nachdem er das gesagt hatte, hauchte er sie an und sprach zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist!

23Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben; wem ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert.

 

 

 

Predigt Paul Mascher

 

Liebe Mitchristen hier in Bach

 

Pfingsten ist wieder – und mit Pfingsten kommt wieder der Alltag, der christliche Alltag in die Gänge.

Seit dem Aschermittwoch – und das ist lange her – sind besondere Zeiten. Zuerst die Fastenzeit als Vorbereitung auf das Osterfest – und mit dem Osterfest beginnt die Osterzeit, eine Freudenzeit, Freude über das Geschenk der Auferstehung Jesu und damit auch unserer Hoffnung.

Mit dem heutigen Tag endet diese Osterzeit – wir gehen sozusagen in den normalen Rhythmus des Lebens zurück, kommen heim von der Feier.

 

Damals – als die Jünger Jesu Pfingsten erlebten, damals begann für sie ein neues Leben, ein neues Leben, das für sie normal werden sollte.

Diese ganzen Umbrüche mit ihrem Jesus – der Schock seines Todes – das Unfassbare seiner Auferweckung – das war stark. Fast zu viel für sie.

Denn was wird jetzt aus ihnen?

Zu Lebzeiten Jesu orientierten sie sich ganz an ihm, er war ihr Herr und Meister. Die Begegnungen nach der Auferstehung waren ganz anders, - irgendwie so, als wären sie nicht in der Welt.

Und jetzt ist Jesus nicht mehr greifbar, weder wie zu seinen Lebzeiten, noch wie zur Zeit nach der Auferweckung. Sie bleiben zurück.

Was wird aus ihnen?

Der Hl. Geist wird ausgegossen über sie – was immer das zunächst heißt.

 

Schauen wir in die Frohe Botschaft von Johannes hinein, in den Abschnitt, den wir heute gehört haben. Diese Stelle ist sozusagen der Bericht des Johannes über die Aussendung des Hl. Geistes. Also der Pfingstbericht des Johannes.

„Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch.“

 

Ihr, ihr meine Jünger seid ab jetzt diejenigen, auf die meine Berufung übergeht. Ihr seid jetzt zueinander Jesusse, und seid der Welt gegenüber als Kirche Jesus.

Wie mich der Vater gesandt hat – zu den Menschen zu gehen, zu heilen, zu vergeben, das Schwache stützen und den nur noch glimmenden Docht nicht löschen - die Frohe Botschaft von der Nähe Gottes zu verkünden und zur Umkehr aufzufordern, zu begleiten – so sende ich euch. Diese Sache Jesu ist jetzt Sache der Jünger.

Und: „Nachdem er das gesagt hatte, hauchte er sie an und sprach zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist!“

Dieses anhauchen kennen wir schon von der Schöpfungsgeschichte her wo es heißt: „Da formte Gott, der Herr, den Menschen aus Erde vom Ackerboden und blies in seine Nase den Lebensatem. So wurde der Mensch zu einem lebendigen Wesen.“

Es geschieht an den Jüngern etwas wie eine neue Erschaffung der Menschen – oder der ganz intime Bezug Gottes zu den Menschen wird wieder hergestellt.

 

Und Jesus redet weiter: „Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben; wem ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert.“

Sünden vergeben, das ist allein Gottes Sache. Jesus hat es auch getan und darüber waren die Schriftgelehrten erbost „Wer kann denn Sünden vergeben außer Gott?“

Und jetzt sagt er zu den Jünger – ich betone Jünger, nicht Apostel, - Sie sollen Sünden vergeben - und zwar wirkmächtig, so, dass derjenige weiß, dem die Sünden vergeben werden, dass sie auch wirklich vergeben sind. – Da geht es nicht um die Beichte, da geht es um die Vergebung, auch im Namen Gottes durch alle die zu Christus gehören, auch durch uns – als Einzelne oder als Gemeinschaft.

 

Wenden wir uns auch dem Pfingstbericht des Lukas zu, der Apostelgeschichte. Die stellt nicht so sehr die Berufung der Jünger heraus, sondern mehr die Wirkung der Ausgießung des Hl. Geistes.

Zuerst – wie Sturm, wie Feuer erleben die Jünger - und eben nicht nur die Jünger - das Kommen des Geistes Gottes. Die ganze Stadt erlebt dieses Brausen sodass die Menschen zusammenströmen.

Und dann geschieht dieses sogenannte Sprachwunder: Wir alle können die Jünger in unserer Muttersprache verstehen.

Hier geschieht die Umkehrung der Sprachverwirrung beim Turmbau zu Babel. Was der Hochmut der Menschen in der Vorzeit auseinandergerissen hat, das wird neu zusammengefügt durch die Frohe Botschaft Jesu.

Eine zweite Anspielung auf die Verheißungen Gottes im Alten Testament ist darin enthalten: Die Wanderung der Völker auf den Zion, nach Jerusalem, weil sie gehört haben, und es sich in der Welt herumgesprochen hat: Hier oben lernt ihr Gerechtigkeit und Frieden von Gott.

Es sind 15 verschiedene Völker in der Lesung genannt – sie sind beisammen in Jerusalem und wollen den Frieden und die Gerechtigkeit Gottes sehen und erleben. Lukas meint: Das Pfingstereignis in Jerusalem ist der Ort und der Zeitpunkt, wo Gott exemplarisch Frieden schafft, die Menschen zusammenführt, über alle Sprach- und sonstigen Grenzen hinweg.

 

Und noch etwas wird deutlich: Alle diese Menschen aus allen Völkern - und auch Religionen - haben Sehnsucht nach dem Frieden Gottes - alle sind empfänglich für die Frohe Botschaft von Jesus Christus. Diese Botschaft ist für alle Kulturen bestimmt ist nicht nur „multikulturell“ sondern „omnikulturell“.

Und diese Botschaft ist: Ihr braucht keine Angst mehr zu haben, keine Scheu und keine Furcht einander zu lieben. Kurz: Ihr seid befreit und frei zu lieben.

Amen.

 

 

PFINGSTSONNTAG (B) 2018 Bach

 

Lesung aus Apostelgeschichte                                            Apg 2, 1-11

1Als der Pfingsttag gekommen war, befanden sich alle am gleichen Ort.

2Da kam plötzlich vom Himmel her ein Brausen, wie wenn ein heftiger Sturm daherfährt, und erfüllte das ganze Haus, in dem sie waren.

3Und es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer, die sich verteilten; auf jeden von ihnen ließ sich eine nieder.

4Alle wurden mit dem Heiligen Geist erfüllt und begannen, in fremden Sprachen zu reden, wie es der Geist ihnen eingab.

5In Jerusalem aber wohnten Juden, fromme Männer aus allen Völkern unter dem Himmel.

6Als sich das Getöse erhob, strömte die Menge zusammen und war ganz bestürzt; denn jeder hörte sie in seiner Sprache reden.

7Sie gerieten außer sich vor Staunen und sagten: Sind das nicht alles Galiläer, die hier reden?

8Wieso kann sie jeder von uns in seiner Muttersprache hören:

9Parther, Meder und Elamiter, Bewohner von Mesopotamien, Judäa und Kappadozien, von Pontus und der Provinz Asien,

10von Phrygien und Pamphylien, von Ägypten und dem Gebiet Libyens nach Zyrene hin, auch die Römer, die sich hier aufhalten,

11Juden und Proselyten, Kreter und Araber, wir hören sie in unseren Sprachen Gottes große Taten verkünden.

 

 

+ Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes                                      Joh 20, 19-23

19Am Abend des ersten Tages der Woche, als die Jünger aus Furcht vor den Juden die Türen verschlossen hatten, kam Jesus, trat in ihre Mitte und sagte zu ihnen: Friede sei mit euch!

20Nach diesen Worten zeigte er ihnen seine Hände und seine Seite. Da freuten sich die Jünger, dass sie den Herrn sahen.

21Jesus sagte noch einmal zu ihnen: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch.

22Nachdem er das gesagt hatte, hauchte er sie an und sprach zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist!

23Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben; wem ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert.

 

 

 

Predigt Paul Mascher

 

Liebe Mitchristen hier in Bach

 

Pfingsten ist wieder – und mit Pfingsten kommt wieder der Alltag, der christliche Alltag in die Gänge.

Seit dem Aschermittwoch – und das ist lange her – sind besondere Zeiten. Zuerst die Fastenzeit als Vorbereitung auf das Osterfest – und mit dem Osterfest beginnt die Osterzeit, eine Freudenzeit, Freude über das Geschenk der Auferstehung Jesu und damit auch unserer Hoffnung.

Mit dem heutigen Tag endet diese Osterzeit – wir gehen sozusagen in den normalen Rhythmus des Lebens zurück, kommen heim von der Feier.

 

Damals – als die Jünger Jesu Pfingsten erlebten, damals begann für sie ein neues Leben, ein neues Leben, das für sie normal werden sollte.

Diese ganzen Umbrüche mit ihrem Jesus – der Schock seines Todes – das Unfassbare seiner Auferweckung – das war stark. Fast zu viel für sie.

Denn was wird jetzt aus ihnen?

Zu Lebzeiten Jesu orientierten sie sich ganz an ihm, er war ihr Herr und Meister. Die Begegnungen nach der Auferstehung waren ganz anders, - irgendwie so, als wären sie nicht in der Welt.

Und jetzt ist Jesus nicht mehr greifbar, weder wie zu seinen Lebzeiten, noch wie zur Zeit nach der Auferweckung. Sie bleiben zurück.

Was wird aus ihnen?

Der Hl. Geist wird ausgegossen über sie – was immer das zunächst heißt.

 

Schauen wir in die Frohe Botschaft von Johannes hinein, in den Abschnitt, den wir heute gehört haben. Diese Stelle ist sozusagen der Bericht des Johannes über die Aussendung des Hl. Geistes. Also der Pfingstbericht des Johannes.

„Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch.“

 

Ihr, ihr meine Jünger seid ab jetzt diejenigen, auf die meine Berufung übergeht. Ihr seid jetzt zueinander Jesusse, und seid der Welt gegenüber als Kirche Jesus.

Wie mich der Vater gesandt hat – zu den Menschen zu gehen, zu heilen, zu vergeben, das Schwache stützen und den nur noch glimmenden Docht nicht löschen - die Frohe Botschaft von der Nähe Gottes zu verkünden und zur Umkehr aufzufordern, zu begleiten – so sende ich euch. Diese Sache Jesu ist jetzt Sache der Jünger.

Und: „Nachdem er das gesagt hatte, hauchte er sie an und sprach zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist!“

Dieses anhauchen kennen wir schon von der Schöpfungsgeschichte her wo es heißt: „Da formte Gott, der Herr, den Menschen aus Erde vom Ackerboden und blies in seine Nase den Lebensatem. So wurde der Mensch zu einem lebendigen Wesen.“

Es geschieht an den Jüngern etwas wie eine neue Erschaffung der Menschen – oder der ganz intime Bezug Gottes zu den Menschen wird wieder hergestellt.

 

Und Jesus redet weiter: „Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben; wem ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert.“

Sünden vergeben, das ist allein Gottes Sache. Jesus hat es auch getan und darüber waren die Schriftgelehrten erbost „Wer kann denn Sünden vergeben außer Gott?“

Und jetzt sagt er zu den Jünger – ich betone Jünger, nicht Apostel, - Sie sollen Sünden vergeben - und zwar wirkmächtig, so, dass derjenige weiß, dem die Sünden vergeben werden, dass sie auch wirklich vergeben sind. – Da geht es nicht um die Beichte, da geht es um die Vergebung, auch im Namen Gottes durch alle die zu Christus gehören, auch durch uns – als Einzelne oder als Gemeinschaft.

 

Wenden wir uns auch dem Pfingstbericht des Lukas zu, der Apostelgeschichte. Die stellt nicht so sehr die Berufung der Jünger heraus, sondern mehr die Wirkung der Ausgießung des Hl. Geistes.

Zuerst – wie Sturm, wie Feuer erleben die Jünger - und eben nicht nur die Jünger - das Kommen des Geistes Gottes. Die ganze Stadt erlebt dieses Brausen sodass die Menschen zusammenströmen.

Und dann geschieht dieses sogenannte Sprachwunder: Wir alle können die Jünger in unserer Muttersprache verstehen.

Hier geschieht die Umkehrung der Sprachverwirrung beim Turmbau zu Babel. Was der Hochmut der Menschen in der Vorzeit auseinandergerissen hat, das wird neu zusammengefügt durch die Frohe Botschaft Jesu.

Eine zweite Anspielung auf die Verheißungen Gottes im Alten Testament ist darin enthalten: Die Wanderung der Völker auf den Zion, nach Jerusalem, weil sie gehört haben, und es sich in der Welt herumgesprochen hat: Hier oben lernt ihr Gerechtigkeit und Frieden von Gott.

Es sind 15 verschiedene Völker in der Lesung genannt – sie sind beisammen in Jerusalem und wollen den Frieden und die Gerechtigkeit Gottes sehen und erleben. Lukas meint: Das Pfingstereignis in Jerusalem ist der Ort und der Zeitpunkt, wo Gott exemplarisch Frieden schafft, die Menschen zusammenführt, über alle Sprach- und sonstigen Grenzen hinweg.

 

Und noch etwas wird deutlich: Alle diese Menschen aus allen Völkern - und auch Religionen - haben Sehnsucht nach dem Frieden Gottes - alle sind empfänglich für die Frohe Botschaft von Jesus Christus. Diese Botschaft ist für alle Kulturen bestimmt ist nicht nur „multikulturell“ sondern „omnikulturell“.

Und diese Botschaft ist: Ihr braucht keine Angst mehr zu haben, keine Scheu und keine Furcht einander zu lieben. Kurz: Ihr seid befreit und frei zu lieben.

Amen.

 

 

 

 

 

 

 

Aus dem heiligen Evangelium nach Markus

 

In jener Zeit ging Jesus zusammen mit Jakobus und Johannes in das Haus des Simon und Andreas.

Die Schwiegermutter des Simon lag mit Fieber im Bett. Sie sprachen mit Jesus über sie, und er ging zu ihr, fasste sie an der Hand und richtete sie auf. Da wich das Fieber von ihr, und sie sorgte für sie.

Am Abend, als die Sonne untergegangen war, brachte man alle Kranken und Besessenen zu Jesus. Die ganze Stadt war vor der Haustür versammelt, und er heilte viele, die an allen möglichen Krankheiten litten, und trieb viele Dämonen aus. Und er verbot den Dämonen zu reden; denn sie wussten, wer er war.

In aller Frühe, als es noch dunkel war, stand er auf und ging an einen einsamen Ort, um zu beten.

Simon und seine Begleiter eilten ihm nach, und als sie ihn fanden, sagten sie zu ihm: Alle suchen dich.

Er antwortete: Lasst uns anderswohin gehen, in die benachbarten Dörfer, damit ich auch dort predige; denn dazu bin ich gekommen.

Und er zog durch ganz Galiläa, predigte in den Synagogen und trieb die Dämonen aus.

Mk 1, 29-39

 

 

Liebe Mitchristen hier in Häselgehr

 

Wir haben gerade gelesen und gehört:

Am Abend, als die Sonne untergegangen war, brachte man alle Kranken und Besessenen zu Jesus. Und er heilte viele, die an allen möglichen Krankheiten litten, und trieb viele Dämonen aus.

Bei der Vorbereitung zu diesem Gottesdienst wurde ich darauf aufmerksam gemacht, dass Besessenheit bzw. das Reden von Dämonen oft schwer verständlich ist. Deshalb möchte ich versuchen eine Deutung davon zu geben. Da möchte ich zurückgreifen auf das Evangelium des letzten Sonntags wo Besessenheit genauer beschrieben wird.

 

„In der Synagoge saß ein Mann, der von einem unreinen Geist besessen war. Der begann zu schreien: Was haben wir mit dir zu tun, Jesus von Nazaret? Bist du gekommen, um uns ins Verderben zu stürzen? Ich weiß, wer du bist: der Heilige Gottes.

Da befahl ihm Jesus: Schweig und verlass ihn!

Der unreine Geist zerrte den Mann hin und her und verließ ihn mit lautem Geschrei.“

 

Der Mann mit dem unreinen Geist hat Angst vor Jesus – nicht weil Jesus Böses will, sondern weil er ihm die Augen öffnet. Er sieht ganz deutlich – er hat es eigentlich immer auch selber gewusst – nur hat er es vor sich selber verborgen, dass wenn er so weiterlebt, es ein böses Ende nehmen wird.

Das ist heute auch vielfach anzutreffen: Wir alle wissen, wenn wir die Natur weiterhin so ausbeuten wie bisher, dass es dann einen Kollaps geben wird, ja geben muss. Wir wissen, wir müssen umkehren, anders tun und anders leben. Ganz inwendig wissen wir das.

Und da bekommen wir Angst, vor diesem Neuen, da werden wir aggressiv, wenn uns jemand diesen Spiegel vorhält. Das tut uns weh, das ist wie eine Entwöhnung von einer Sucht, eben von einer Besessenheit.

Oftmals im Leben lügen wir uns selber an. Auch dieser Mann mit dem unreinen Geist lügt sich vielleicht schon ein Leben lang an – jetzt sieht er wieder einmal seine Lüge und wird aggressiv.

Jesu Art zu denken, zu reden und zu tun bringen ihn aus der gewohnten Spur – er wird sich eingestehen: Besser ich kehre um als dass ich den Unheilsweg fortsetze.

 

Soweit zu einer Deutung von Besessenheit und zu den Dämonen.

 

Der Schlüssel zum Verständnis der Evangeliumstellen des letzten Sonntags bis zum nächsten Sonntag – dann ist Fastenzeit - ist die Berufung der ersten vier Jünger.

Sie machen sozusagen die Lehre bei Jesus. Und Jesus hält keine langen Vorträge, sonder nimmt sie einfach mit, damit sie sehen und erleben was es heißt: Die Herrschaft Gottes ist nahe.

Das letzte Mal stand im Mittelpunkt der Mann mit dem unreinen Geist. Heute hörten wir vom Andrang der Leute die alle Heilung suchten. Ja, die Jünger sagten Jesus: Alle suchen dich. Am nächsten Sonntag geht es um das Leben eines Aussätzigen.

Hier erleben die Jünger, dass es viel Sehnsucht gibt, viel kleine und größere Nöte, Sorgen und Krankheiten. Hier sehen die Jünger, dass die Menschen sehr wohl Hilfe brauchen und suchen und annehmen.

Doch Jesus selber sucht auch – das Gebet. Auch er braucht Hilfe, Hilfe von seinem Vater – damit er weiß, dass er den richtigen Weg geht, den zu gehen ihn der Vater gesandt hat.

Und da ist es interessant, dass Jesus nicht in Kafarnaum, einem mondänen Ort am See Genezareth, bleiben will, sondern in die umliegenden Dörfer gehen will um auch dort zu predigen und zu heilen.

Er braucht nicht die glanzvollen Orte, er geht auch ins Lechtal und von dort nach Gramais. Er weiß, dass wer nicht auch das kleine unscheinbare Leben kennt, die Menschen nicht kennt. Auch den Menschen in den Dörfern und Weilern gehört gesagt: Die Zeit ist erfüllt, die Herrschaft Gottes ist ganz nahe, kehrt um – glaubt diese Frohe Botschaft.

Das haben die Jünger gelernt – das Kleine zu ehren.

 

Am Beginn des Gottesdienstes war die Aussage: „Wir hier suchen den Herrn“

Doch, wo finden wir ihn?

In Jerusalem, in Kafarnaum, in Gramais und in der Gutschau. Wo immer Menschen Hilfe brauchen, Hilfe suchen und auch annehmen. Wo Menschen besessen sind und sich selber anlügen – und deshalb Hilfe zur Neuorientierung brauchen und Begleitung.

Bei diesen ist Jesus zu finden – denn er ist gesandt, gerade den Armen und Kleinen die Frohe Botschaft zu verkünden: Kehrt jetzt um – denn die Herrschaft Gottes ist ganz nahe.

Amen

Paul Mascher 

 

 


 

 ADVENTSONNTAG

 

Lesung aus dem Buch Jesaja

 

Tröstet, tröstet mein Volk, spricht euer Gott.

Redet Jerusalem zu Herzen und verkündet der Stadt, dass ihr Frondienst zu Ende geht, dass ihre Schuld beglichen ist; denn sie hat die volle Strafe erlitten von der Hand des Herrn für all ihre Sünden.

Eine Stimme ruft: Bahnt für den Herrn einen Weg durch die Wüste! Baut in der Steppe eine ebene Straße für unseren Gott!

Jedes Tal soll sich heben, jeder Berg und Hügel sich senken. Was krumm ist, soll gerade werden, und was hüglig ist, werde eben.

Dann offenbart sich die Herrlichkeit des Herrn, alle Sterblichen werden sie sehen.

Jes 40, 1-5

 

Aus dem heiligen Evangelium nach Markus

 

Anfang des Evangeliums von Jesus Christus, dem Sohn Gottes: Es begann, wie es bei dem Propheten Jesaja steht: Ich sende meinen Boten vor dir her; er soll den Weg für dich bahnen. Eine Stimme ruft in der Wüste: Bereitet dem Herrn den Weg! Ebnet ihm die Straßen!

So trat Johannes der Täufer in der Wüste auf und verkündigte Umkehr und Taufe zur Vergebung der Sünden.

Ganz Judäa und alle Einwohner Jerusalems zogen zu ihm hinaus; sie bekannten ihre Sünden und ließen sich im Jordan von ihm taufen.

Johannes trug ein Gewand aus Kamelhaaren und einen ledernen Gürtel um seine Hüften, und er lebte von Heuschrecken und wildem Honig.

Er verkündete: Nach mir kommt einer, der ist stärker als ich; ich bin es nicht wert, mich zu bücken, um ihm die Schuhe aufzuschnüren.

Ich habe euch nur mit Wasser getauft, er aber wird euch mit dem Heiligen Geist taufen.

Mk 1, 1-8

 

 

 

Liebe Mitchristen hier in Bach

 

„Anfang des Evangeliums von Jesus Christus, dem Sohn Gottes.“ So beginnt das Markusevangelium, ganz schlicht, ohne Schnörkel irgendwie sachlich.

In diesem ersten Satz bekommt das ganze Evangelium seine Überschrift – wird prägnant zusammengefasst, was Markus in dieser Schrift versucht darzulegen. Markus will seinen Mitchristen die frohe Botschaft, die gute Nachricht darlegen. Und diese frohe Botschaft ist Jesus selber. Nicht nur was er sagt ist gute Nachricht, sondern er selber ist es der sagt: „Folgt mir nach!“

Und im Bericht über diese Frohe Botschaft, im Erzählen von Jesus will Markus seine Mitchristen entdecken lassen wer dieser Jesus ist: der Sohn Gottes.

Beim Tod Jesu am Kreuz lesen wir folgendes bei Markus: „Als der Hauptmann, der Jesus gegenüberstand, ihn auf diese Weise sterben sah, sagte er: Wahrhaftig, dieser Mensch war Gottes Sohn.“

 

Und Markus greift sofort zurück auf die Geschichte Gottes mit seinem Volk, den Juden. Das meint auch, die Verheißungen, die Versprechungen Gottes an sein Volk bleiben aufrecht, bleiben gültig.

Am Ende der Lesung aus dem Buch des Propheten Jesaja heißt es: Wenn der Weg geebnet ist, „Dann offenbart sich die Herrlichkeit des Herrn, alle Sterblichen werden sie sehen.“

Und Markus bezieht dies auf Jesus. – Wer Jesus sieht, sieht die Herrlichkeit des Herrn. Und so ist sein Evangelium eine Hilfe zur Entdeckung des Sohnes Gottes jund der Herrlichkeit des Herrn.

„Er wird euch mit dem Heiligem Geist taufen“ bekennt Johannes der Täufer als er am Jordan taufte. Ist das diese Herrlichkeit? Dass die Menschen, die Sterblichen mit dem Hl. Geist getauft werden?

Dieses getauft sein mit dem Hl. Geist bedeutet, dass die Menschen in die Dynamik Gottes mit hineingenommen sind. Dass, wie sie bei der Schöpfung durch den Atem Gottes mit ihm verbunden sind, jetzt neu mit ihm verbunden werden.. Es geht etwas über von Gott auf die Menschen – sein Geist. Der Geist der lebendig macht, der Frieden schafft, der tröstet, ermutigt, der Geist der uns lieben macht. Im Hl. Geist stellt sich Gott ganz an unsere Seite damit wir, Seite an Seite mit ihm die Welt weitergestalten und das Leben lebenswerter für uns selber und für die Menschen insgesamt machen.

 

Das ist die Herrlichkeit des Herrn – formal ausgedrückt: Seite an Seite mit Gott leben können.

Und es gibt noch eine inhaltliche Seite dieser Herrlichkeit. Gefragt nach dem Frohen der Frohen Botschaft antworte ich wenn es ganz kurz sein soll: Das Frohe daran ist, dass wir keine Angst zu haben brauchen um zu lieben.

Von dieser Angst zu lieben sind wir befreit. Wir sind dazu erlöst Seite an Seite mit Gott zu lieben.

 

Liebe Mitchristen

Die Herrlichkeit des Herrn besteht darin, dass wir einander lieben.

Es gibt im Leben nichts Schöneres als zu lieben und geliebt zu werden.

Das ist der Traum der Menschheit, ihre Sehnsucht.

Und diese Sehnsucht wird in unseren Gesellschaften wohl gespürt, aber sie ist nicht das Leitbild.

Von den Leitbildern der Gesellschaften wie Leistung und Reichtum und Schönheit und Ehre und Macht - wird die Sehnsucht nach Liebe zugeschüttet, man könnte auch sagen zugemullt.

Nach dieser Sehnsucht zu suchen, das ist der Beginn den Weg Gottes in unser persönliches Leben zu bauen. Und die Erinnerungen in uns wecken in denen wir glücklich sind und waren weil wir geliebt haben und geliebt wurden so machen wir die Wege Gottes eben.

Diese Sehnsucht und diese Erinnerungen sind unendlich wertvoll wenn wir Jesus als den Sohn Gottes entdecken wollen.

Diese Sehnsucht und diese Erinnerungen sollen für uns Christen das Lebens-Leitbild werden im Vertrauen darauf, dass Gott uns seinen Geist schenkt und er Seite an Seite die Wege der Liebe mitgeht.

Amen

Paul Mascher

 

 


 

Betrachtung am Hochfest der ohne Erbsünde empfangen Gottesmutter Maria

(Stockach 2017)

 

B: Maria ist bewahrt von der Erbsünde.

Maria ist bewahrt vor der Angst zu lieben.

Maria sagt Ja zur Liebe.

Maria sagt Ja zur Verantwortung.

 

A: Ihr ist Verantwortung übertragen – viel Verantwortung.

Sie übernimmt Verantwortung für die ganze Welt, weil sie Verantwortung übernimmt für den Erlöser der Welt.

 

B: Maria hat keine Angst zu lieben und keine Angst vor der Verantwortung – denn:

Mit Gott überspringt sie Mauern – mit ihm gemeinsam kann sie die Verantwortung und das Lieben wagen.

Gott trägt sie.

 

 

A: Wir sind getauft, erlöst – auch von der Erbsünde.

Wir brauchen uns nicht zu fürchten zuviel zu lieben.

Wir brauchen uns nicht zu fürchten vor zuviel Verantwortung.

Wir können Ja sagen.

Denn mit Gott können auch wir Mauern überspringen.

Er wird uns tragen

 

Paul Mascher

 

 


 

 

 

Wortgottesdienst - Cäciliafeier
26. November 2017

Predigt von Paul Mascher

 

Darauf wird der König ihnen antworten: Amen, ich sage euch: Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.

Dann wird er sich an die auf der linken Seite wenden und zu ihnen sagen: Weg von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das für den Teufel und seine Engel bestimmt ist!

Denn ich war hungrig, und ihr habt mir nichts zu essen gegeben; ich war durstig, und ihr habt mir nichts zu trinken gegeben;

ich war fremd und obdachlos, und ihr habt mich nicht aufgenommen; ich war nackt und ihr habt mir keine Kleidung gegeben; ich war krank und im Gefängnis, und ihr habt mich nicht besucht.

Dann werden auch sie antworten: Herr, wann haben wir dich hungrig oder durstig oder obdachlos oder nackt oder krank oder im Gefängnis gesehen und haben dir nicht geholfen?

Darauf wird er ihnen antworten: Amen, ich sage euch: Was ihr für einen dieser Geringsten nicht getan habt, das habt ihr auch mir nicht getan.

Und sie werden weggehen und die ewige Strafe erhalten, die Gerechten aber das ewige Leben.

Mt 25, 31-46

 

   

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

CÄCILIAFEIER

Elbigenalp 2017

 

  

 

 

 

 

CHRISTKÖNIG-SONNTAG

Lesung aus dem Buch des Propheten Ezechiel

 

So spricht Gott, der Herr: Jetzt will ich meine Schafe selber suchen und mich selber um sie kümmern.

Wie ein Hirt sich um die Tiere seiner Herde kümmert an dem Tag, an dem er mitten unter den Schafen ist, die sich verirrt haben, so kümmere ich mich um meine Schafe und hole sie zurück von all den Orten, wohin sie sich am dunklen, düsteren Tag zerstreut haben.

Ich werde meine Schafe auf die Weide führen, ich werde sie ruhen lassen - Spruch Gottes, des Herrn.

Die verloren gegangenen Tiere will ich suchen, die vertriebenen zurückbringen, die verletzten verbinden, die schwachen kräftigen, die fetten und starken behüten. Ich will ihr Hirt sein und für sie sorgen, wie es recht ist.

Ihr aber, meine Herde - so spricht Gott, der Herr -, ich sorge für Recht zwischen Schafen und Schafen, zwischen Widdern und Böcken.

Ez 34, 11-12.15-17

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus

 

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:

Wenn der Menschensohn in seiner Herrlichkeit kommt und alle Engel mit ihm, dann wird er sich auf den Thron seiner Herrlichkeit setzen.

Und alle Völker werden von ihm zusammengerufen werden, und er wird sie voneinander scheiden, wie der Hirt die Schafe von den Böcken scheidet.

Er wird die Schafe zu seiner Rechten versammeln, die Böcke aber zur Linken.

Dann wird der König denen auf der rechten Seite sagen: Kommt her, die ihr von meinem Vater gesegnet seid, nehmt das Reich in Besitz, das seit der Erschaffung der Erde für euch bestimmt ist.

Denn ich war hungrig, und ihr habt mir zu essen gegeben; ich war durstig, und ihr habt mir zu trinken gegeben; ich war fremd und obdachlos, und ihr habt mich aufgenommen;

ich war nackt und ihr habt mir Kleidung gegeben; ich war krank, und ihr habt mich besucht; ich war im Gefängnis, und ihr seid zu mir gekommen.

Dann werden ihm die Gerechten antworten: Herr, wann haben wir dich hungrig gesehen und dir zu essen gegeben, oder durstig und dir zu trinken gegeben?

Und wann haben wir dich fremd und obdachlos gesehen und aufgenommen, oder nackt und dir Kleidung gegeben?

Und wann haben wir dich krank oder im Gefängnis gesehen und sind zu dir gekommen?                   >>>>>>

 

Liebe Musikantinnen und Musikanten, liebe Mitglieder der vielen Vereine - kurz: Liebe Mitchristen hier in Elbigenalp!

 

Diese Stelle des Evangeliums, das wir eben hörten, ist eigentlich klipp und klar. Da weiß man, was zu tun ist – ohne Umschweife.

Andererseits weiß man nicht so recht: Ist diese letzte große Predigt Jesu zum Sich-Fürchten oder zum Sich-Freuen?

Da heißt es einmal: „Kommt her, die ihr von meinem Vater gesegnet seid, nehmt das Reich in Besitz, das seit der Erschaffung der Erde für euch bestimmt ist.“

Und dann: „Weg von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das für den Teufel und seine Engel bestimmt ist!“

 

Ich will zwei Hinweise geben, diese Grausamkeit einordnen zu können.

Erstens will Jesus aufzeigen: Dieser König des Endgerichtes ist mächtiger als alle anderen Könige und Herrschaften. Dazu muss man bemerken, dass die Mächtigkeit der Könige damals in der Antike sich auch an der zur Schau gestellten Grausamkeit bemisst. Also: die Könige der Welt sind absolut keine Konkurrenz zum König der Endzeit – den Versprechungen der Könige ist nicht zu trauen, sich an ihnen zu orientieren bringt Verderben.

Zweitens will Jesus zum Ausdruck bringen, dass es ernst ist, dringlich ist, dass es jetzt und immer jetzt um das Heil geht. Es ist ganz wie seine Verkündigung am Beginn seines öffentlichen Wirkens: Kehrt um, das Himmelreich ist ganz nahe.

 

Die Frage dieser Stelle des Evangeliums ist: Wie sollen wir uns den Armen, Nackten, Obdachlosen, Fremden, ja den Bedrängten aller Art gegenüber verhalten? Und hier ist die Antwort klar und eindeutig. Und sogar so eindeutig, dass Christus sagt: ICH war nackt und hungrig, fremd und obdachlos – ich war das. Das ist eine Identifizierung höchsten Maßes, mehr als wenn er sagt: Dieses Brot ist mein Leib. Gerade in denen, die unsere Gesellschaft jetzt verbannen möchte, kommt uns Christus entgegen.

 

Es ist die feste Überzeugung Jesu: Wer sich den Bedrängten zuwendet, wird Heil erfahren, ein erfülltes Leben. - Wer liebt gewinnt, nicht wer sammelt.

Das meint er nicht nur für das Jenseits, für ein Leben nach dem Tod. Er meint auch, dass es um das erfüllte Leben jetzt geht, hier und heute.

Denken wir an das Bundesmusikfest heuer im Sommer. Da war das ganze Dorf auf den Füßen, um der Musikkapelle zu helfen, dieses Fest durchzuführen. Da wird man nicht die Stunden gezählt haben und nicht den Schweiß und was man gelaufen ist. Dennoch, so erfahre ich es, hatten alle, auch die Schwerarbeiter und Schwerarbeiterinnen, schlussendlich Freude.

Auf diese Freude will Jesus hinaus. Schauen wir doch in unser Leben: Wo wir geteilt haben – wo wir geholfen haben – wo wir getröstet haben – dort sind die Orte der Freude. ---- Schauen wir doch mit diesem Blick unser Leben durch.

 

Nicht, dass wir immer und unter allen Umständen teilen, helfen, trösten müssen, das könnten wir gar nicht – aber es geht um eine grundsätzliche Zuwendung zu den bedrängten Menschen und heute auch zur bedrängten Natur.

Sich grundsätzlich zuwenden heißt natürlich auch konkret zu helfen, wo ich dazu in der Lage bin. Als Menschen sind wir begrenzt. Wir können nicht alles, und nicht jeder Mensch ist gleich stark usw. Aber hinwenden und zumindest die Helfenden unterstützen können wir.

 

So im Allgemeinen sagt man, dass es Leute gibt, die die Arbeit sehen und andere, die die Arbeit weniger oder auch nicht sehen. So ist es auch mit dem Wahrnehmen der Bedrängten. Christliche Kultur bedeutet nun einmal diese wahrzunehmen und entsprechend zu handeln.

In Teilen unserer Gesellschaft werden diese Leute mit Spott bedacht, werden sie lächerlich gemacht – das hat nichts, absolut nichts mit christlich zu tun.

 

Der Grundgedanke der Hinwendung zu den Bedrängten kommt auch in der Lesung zum Ausdruck: „So spricht Gott, der Herr: Die verloren gegangenen Tiere will ich suchen, die vertriebenen zurückbringen, die verletzten verbinden, die schwachen kräftigen, die fetten und starken behüten.“

Das ist eine Grundeigenschaft Gottes. Hier ist nicht die Rede vom Gericht sondern von Gottes Sorge um seine Schafe, um uns Menschen. Die Bedrängten wird er suchen, zurückbringen, verbinden, kräftigen – diese sind als erste genannt, aber er sorgt sich auch um die Fetten und Starken, er wird sie behüten.

Dieses Suchen und Retten und Behüten Gottes findet seinen höchsten Ausdruck in Jesus Christus – und dieser mutet uns hier und heute zu, selber in diese Bewegung einzusteigen, um einander dienend zu werden.

 

Die Rede vom Gericht will die Dringlichkeit und Ernsthaftigkeit hervorheben, es soll verhindert werden, dass sich die Menschen selber zerfleischen und einander vernichten.

Der Menschensohn nämlich ist nicht in die Welt gekommen, um die Welt zu richten, sondern um die Welt zu retten.

Amen.


 

Christkönig

Liebe Pfarrgemeinde!

Mit dem heutigen Sonntag schließt sich ein Kreis: das Kirchenjahr ist zu Ende – und gleichzeitig wird Christus als König gefeiert – der Blick auf ihn ist sozusagen am letzten Höhepunkt angelangt.

Werfen wir einen Blick zurück auf das vergangene Kirchenjahr: 3 Höhepunkte hat es gehabt: Weihnachten – Ostern – Pfingsten

 

Weihnachten, damit beginnt die Geschichte von Jesus Christus, dem Menschen und Gottessohn.

Da fängt es schon sehr menschlich an: zuerst ein langes, langes Warten und Sehnen eines Volkes nach Erlösung – und dann kommt ein kleines Menschenkind zur Welt, statt dem erhofften, mächtigen König, der ganz Israel von der Herrschaft der Römer befreien soll.

Es war schon eine Zumutung, in diesem Kind den ersehnten Retter zu sehen! Und mit dem Wissen der Gelehrten kamen die Menschen auch nicht weiter.

Nur die einfachen Leute, die keine vorgefasste Meinung über den Retter Israels hatten, die konnten das Wunder erkennen.

„Gott wird Mensch, so wie wir – ganz und gar Mensch!“

Klein, nackt, hilflos und wenn er am Leben bleiben sollte, dann brauchte er das Behütet- und Umsorgt sein von seinen Eltern. Genau wie unsere Kinder auch.

Erst wenn wir Liebe und Geborgenheit erfahren, können wir wachsen und uns entwickeln und reifen und zu dem Menschen werden, als den uns Gott gedacht hat.

DAS IST DIE BOTSCHAFT VON WEIHNACHTEN: Jeder von uns kann nur durch die Liebe eines anderen ganz Mensch werden!

 

Sehen wir uns den zweiten Höhepunkt des Kirchenjahres an: Ostern

Jesus kommt nicht an mit seiner Botschaft. Die Menschen wundern sich zwar und be-wundern ihn – aber verstehen wollen sie ihn nicht!

Jesus leidet darunter, aber er gibt trotzdem nicht auf, seinen Weg zu gehen.

Er spürt, dass die Menschen seine Botschaft eigentlich nicht begreifen.

Er will den Menschen im Auftrag seines Vaters sagen, dass sie von Gott geliebt sind, dass sie einen väterlichen und mütterlichen Gott an ihrer Seite haben, der sie auch in den dunklen Stunden ihres Lebens nicht alleine lässt.

Und darum lässt sich Jesus auf die äußerste Not ein, die ein Mensch erleben kann: sich von allen – und sogar von Gott verlassen zu fühlen.

Er schreit diese bittere Erfahrung am Kreuz heraus: „Mein Gott, warum hast du mich verlassen“?

Er stirbt, scheinbar gescheitert in seinen Lebensplänen. Doch diesem äußersten Dunkel folgt der Ostermorgen!

Das JA Gottes zum Leben! Zu einem neuen Leben in Fülle, in Ganzheit und Unversehrtheit.

Der Tod hat nicht das letzte Wort! Das was scheinbar gescheitert ist in meinem Leben, was ich nicht zuwege gebracht habe, was schief gelaufen ist … das allein ist es nicht! Gott verwandelt auch das Bruchstückhafte meines Lebens in etwas Ganzes, Vollkommenes und Heiles! Dies ist die befreiende Botschaft von Ostern!

 

Der 3. Höhepunkt ist Pfingsten!

Die Jünger sind wie gelähmt und wissen nicht, was sie tun sollen. Sie sind sprachlos und maßlos enttäuscht. Für sie ist mit dem Tod Jesu alles aus gewesen! Und dann passiert das Großartige, das Unglaubliche!

Der Geist Gottes kommt über sie, erfüllt und durchdringt sie. Und plötzlich sind sie wie verwandelt - Mut und Zuversicht und Freude erfüllen sie! Und die Jünger beginnen mutig von dem zu reden, was sie von Jesus Christus erfahren haben und wovon sie begeistert sind.

Für uns heißt das: Wir können uns selber noch so als Versager, als Unfähige, als Ängstliche erleben – aber wenn wir darauf vertrauen, dass Gottes Geist uns verwandeln kann, dann tut er es! Dann wirkt er in uns, dann geschieht das Pfingstwunder für uns auf’s Neue!

Und damit sind wir wieder beim heutigen Fest und beim Abschluss des Kirchenjahres angelangt: Christus als König!

Nicht einer mit einer Krone und einem Zepter, vor dem man einen roten Teppich ausbreitet, sondern einer, der ein unendliches Reich des Friedens und der Freude und der Fülle für alle bereit hält, die aus diesem Leben hinübergehen in ein neues Leben bei ihm.

Und es wird ein Leben in Vollendung sein: ohne Begrenzung, ohne Schmerz und ohne Not – ein Leben vollkommenen und ewigen Glücks!

Amen

Predigt von Diakon Otto Falch

 


 

 

 

32 Sonntag i. JK – 12. Nov. 2017 / Wortgottesdienst in Bach

 

Lesung aus dem Buch der Weisheit                       (Weish 6, 12-16)

 

Strahlend und unvergänglich ist die Weisheit; wer sie liebt, erblickt sie schnell, und wer sie sucht, findet sie.

Denen, die nach ihr verlangen, gibt sie sich sogleich zu erkennen.

Wer sie am frühen Morgen sucht, braucht keine Mühe, er findet sie vor seiner Türe sitzen.

Über sie nachzusinnen ist vollkommene Klugheit; wer ihretwegen wacht, wird schnell von Sorge frei.

Sie geht selbst umher, um die zu suchen, die ihrer würdig sind; freundlich erscheint sie ihnen auf allen Wegen und kommt jenen entgegen, die an sie denken.

 

 

 

BETRACHTUNG DAZU (Paul Mascher)

 

Das ist göttliche Weisheit:

Das geknickte Rohr nicht zu zerbrechen, und

den nur noch glimmenden Docht nicht zu löschen.

So leben ist weise.

So zu leben, schonend, achtsam, zärtlich lehrt uns die Weisheit Gottes, lehrt uns der Hl. Geist.

Dieser Geist wartet auf uns – sucht uns.

Diesen Geist hereinzubitten in unser Herz – ist weise und bringt uns ein Leben in Fülle.

 

  

32 Sonntag i. JK – 12. Nov. 2017 / Wortgottesdienst in Bach

 

Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus                 (Mt 25, 1-13)

 

In jener Zeit erzählte Jesus seinen Jüngern das folgende Gleichnis: Mit dem Himmelreich wird es sein wie mit zehn Jungfrauen, die ihre Lampen nahmen und dem Bräutigam entgegengingen.

Fünf von ihnen waren töricht, und fünf waren klug.

Die törichten nahmen ihre Lampen mit, aber kein Öl,

die klugen aber nahmen außer den Lampen noch Öl in Krügen mit.

Als nun der Bräutigam lange nicht kam, wurden sie alle müde und schliefen ein.

Mitten in der Nacht aber hörte man plötzlich laute Rufe: Der Bräutigam kommt! Geht ihm entgegen!

Da standen die Jungfrauen alle auf und machten ihre Lampen zurecht.

Die törichten aber sagten zu den klugen: Gebt uns von eurem Öl, sonst gehen unsere Lampen aus.

Die klugen erwiderten ihnen: Dann reicht es weder für uns noch für euch; geht doch zu den Händlern und kauft, was ihr braucht.

Während sie noch unterwegs waren, um das Öl zu kaufen, kam der Bräutigam; die Jungfrauen, die bereit waren, gingen mit ihm in den Hochzeitssaal, und die Tür wurde zugeschlossen.

Später kamen auch die anderen Jungfrauen und riefen: Herr, Herr, mach und auf!

Er aber antwortete ihnen: Amen, ich sage euch: Ich kenne euch nicht. - Seid also wachsam! Denn ihr wisst weder den Tag noch die Stunde.

 

 

 

PREDIGT (Paul Mascher)

 

Liebe Mitchristen hier in Bach

 

Es gibt eine kleine Fragereihe zum Durchschauen eines Abschnittes aus dem Evangelium: eine Frage ist: Was, in diesem Text, richtet mich auf, erhebt mich?

Das ist auf das heutige Evangelium bezogen doch, dass wir alle zur Hochzeit geladen sind und dass wir aktiv dabei sein sollen, es braucht uns bei diesem Fest. Und sei es nur den Bräutigam abzuholen.

Die andere Frage ist: Richtet mich diese Schriftstelle auf, gibt sie mir Orientierung? Weiß ich jetzt besser was zu tun ist, versteh ich jetzt besser den Willen Gottes? – Ja: seid klug und wachsam.

Aber klug und wachsam sein, das sind Eigenschaften, das ist unkonkret, da weiß ich wieder nicht was praktisch zu tun ist. „Klug“ und „wachsam“ bezeichnet das WIE, wie wir etwas leben sollen – nicht das WAS, was wir tun sollen im Leben.

 

Bleiben wir bei dieser Frage. Was wir heute gehört haben ist nur ein kleiner Abschnitt des Matthäusevangeliums.

Im Gesamt des Evangeliums kommt schon sehr deutlich vor WAS Gott will, was zu tun ist. Bei Matthäus ist die Bergpredigt – der allererste Abschnitt, daraus sind die Seligpreisungen, die hörten wir am Allerheiligentag. Da heißt es ganz einfach: Selig sind die Dankbaren, ihnen gehört das Himmelreich. Oder: Selig die Barmherzigen, denn sie werden Erbarmen finden. Oder: Selig, die Frieden stiften; denn sie werden Söhne und Töchter Gottes genannt werden. (Es gibt acht solcher Seligpreisungen, nicht nur drei.)

Was ist zu tun: Zuerst die Menschen die dankbar, barmherzig, friedensstiftend sind zu ehren – denn auch Gott beschenkt sie und ehrt sie – er sagt über sie: „Selig sind sie.“

Und dann sollen wir uns anstecken lassen von diesen Seligen die unter uns leben und selber auch in der einen oder anderen Hinsicht selig zu sein.

Ja die Bergpredigt – Ihr könnt sie nachlesen, das ist das 5. 6. und 7. Kapitel im Matthäusevangelium. Das ist die Eröffnungsrede Jesu.

Und die große Schlussrede Jesu hören wir am Christkönigsonntag, also in zwei Wochen, das ist die große Gerichtsrede.

Die kennen wir auch alle: „Ich war hungrig, und ihr habt mir zu essen gegeben; ich war durstig, und ihr habt mir zu trinken gegeben; ich war fremd und obdachlos, und ihr habt mich aufgenommen – oder auch nicht.“

Und weiter: „Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, oder nicht getan habt, das habt ihr mir getan oder nicht getan.“

 

Liebe Mitchristen

Was zu tun ist, ist uns klar gesagt.

Im heutigen Evangelium geht es darum WIE wir leben sollen.

„Seid wachsam! Denn ihr wisst weder den Tag noch die Stunde.“

Wachsam sein: Nicht mit den Spöttern die guten Menschen verspotten. – „Gutmensch“ ist ja ein Schimpfwort geworden in unserem Land.

Wachsam sein und diejenigen die Gott selig preist selber auch ehren und sie unterstützen, die Dankbaren, die Barmherzigen, die Friedensstifter und mehr.

 

In der Lesung, im Buch der Weisheit hörten wir den Satz: „Wer die Weisheit am frühen Morgen sucht, braucht keine Mühe, er findet sie vor seiner Türe sitzen. Das erinnert mich daran, wie ich in Elbigenalp zur Schwester Maria Verena zum Essen komme, da fragt sie mich: Hast du es gesehen? Ich weiß nicht wovon sie redet. Sie sagt: Die Blumen bei der Eingangstür.

Ja, wenn die Weisheit auch vor der Tür sitzen würde – ich würde sie immer wieder gar nicht bemerken – so mit eigenen Gedanken beschäftigt bin ich.

Wachsam sein heißt: Die guten Menschen zu bemerken, die die Gott selig preist.

Und wachsam sein heißt auch, die Not zu bemerken, zu bemerken wann ich gefragt bin zu helfen, zu teilen, zu lieben.

 

Hinter der ganzen Frohen Botschaft steht immer auch der Satz: „Fürchtet euch nicht!“ Fürchtet euch nicht einander zu dienen, zu teilen, einfach einander zu lieben.

Amen.

 

 


 

Sonntag, 15. Okt. 2017 (28. Sonntag im Jahreskreis A)

EVANGELIUM UND BETRACHTUNG – Wortgottesdienst in Stockach

 

Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus                       Mt 22, 1-14

 

In jener Zeit erzählte Jesus den Hohenpriestern und den Ältesten des Volkes das folgende Gleichnis: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem König, der die Hochzeit seines Sohnes vorbereitete.

Er schickte seine Diener, um die eingeladenen Gäste zur Hochzeit rufen zu lassen. Sie aber wollten nicht kommen.

Da schickte er noch einmal Diener und trug ihnen auf: Sagt den Eingeladenen: Mein Mahl ist fertig, die Ochsen und das Mastvieh sind geschlachtet, alles ist bereit. Kommt zur Hochzeit!

Sie aber kümmerten sich nicht darum, sondern der eine ging auf seinen Acker, der andere in seinen Laden,

wieder andere fielen über seine Diener her, misshandelten sie und brachten sie um.

Da wurde der König zornig; er schickte sein Heer, ließ die Mörder töten und ihre Stadt in Schutt und Asche legen.

Dann sagte er zu seinen Dienern: Das Hochzeitsmahl ist vorbereitet, aber die Gäste waren es nicht wert, eingeladen zu werden.

Geht also hinaus auf die Straßen und ladet alle, die ihr trefft, zur Hochzeit ein.

Die Diener gingen auf die Straßen hinaus und holten zusammen, die sie trafen, Böse und Gute, und der Festsaal füllte sich mit Gästen.

Als sie sich gesetzt hatten und der König eintrat, um sich die Gäste anzusehen, bemerkte er unter ihnen einen Mann, der kein Hochzeitsgewand anhatte.

Er sagte zu ihm: Mein Freund, wie konntest du hier ohne Hochzeitsgewand erscheinen? Darauf wusste der Mann nichts zu sagen.

Da befahl der König seinen Dienern: Bindet ihm Hände und Füße, und werft ihn hinaus in die äußerste Finsternis! Dort wird er heulen und mit den Zähnen knirschen.

Denn viele sind gerufen, aber nur wenige auserwählt.

 

BETRACHTUNG dazu

 

X: Das heutige Evangelium ist verwirrend. Der König ist sehr gewaltbereit. 

Y: Das stimmt, da könnte man viel erklären, aber das bräuchte sehr viel Zeit. 

X: Nehmen wir doch einfach einzelne Details heraus und besprechen diese. Wer sind denn die zuerst geladenen Gäste? 

Y: Das Ganze spielt sich in Jerusalem, im Tempel ab. Die Hohenpriester und Ältesten des Volkes sind sich sicher, dass sie und das Volk der Juden das Wichtigste für Gott sind.

Diese sind die zuerst geladenen. 

X: Und warum kümmerten sie sich nicht um die Einladung und schlugen sie aus? 

Y: Vielleicht deshalb, weil sie von Gott Macht erwarteten, dass sie mit Gott zusammen die Welt regieren – aber nicht eine Hochzeitsfeier. Und außerdem gibt es Wichtigeres zu tun. 

X: Doch die Hochzeit findet ja statt – mit vielen anderen Leuten, mit Guten und Bösen. 

Y: Ja, Gott gibt seinen Plan nicht auf, dem Sohn eine prächtige Hochzeit auszurichten – nur die Gäste sind andere – auch wir. 

X: Da gibt es aber einen Gast, der kein Hochzeitsgewand hat – wie soll der so schnell eine Festgewand herbekommen – der wird wieder ganz gewalttätig hinausgeworfen. 

Y: Das hochzeitliche Gewand ist Sinnbild für die Gesinnung. Es gibt Menschen die gehen zu Festen nicht weil sie sich mit den Jubilaren oder Brautleuten freuen – die kommen wegen des Buffets. Denen ist die Hochzeit egal – sie kommen um gesehen zu werden. Die haben kein „hochzeitliches“ Gewand. 

X: Dann lasst uns jetzt feiern, dass Gott mit uns lebt und wir mit ihm leben dürfen, wir haben doch wohl das Festgewand im Herzen an.

 

 


 

 

Sonntag 1. Oktober 2017 (26. i. Jk. A)

Predigt am Samstag in Häselgehr - Paul Mascher

 

Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus

 

In jener Zeit sprach Jesus zu den Hohenpriestern und den Ältesten des Volkes:

Was meint ihr? Ein Mann hatte zwei Söhne. Er ging zum ersten und sagte: Mein Sohn, geh und arbeite heute im Weinberg!

Er antwortete: Ja, Herr!, ging aber nicht.

da wandte er sich an den zweiten Sohn und sagte zu ihm dasselbe. Dieser antwortete: Ich will nicht. Später aber reute es ihn, und er ging doch.

Wer von den beiden hat den Willen seines Vaters erfüllt? Sie antworteten: Der zweite. Da sagte Jesus zu ihnen: Amen, das sage ich euch: Zöllner und Dirnen gelangen eher in das Reich Gottes als ihr.

Denn Johannes ist gekommen, um euch den Weg der Gerechtigkeit zu zeigen, und ihr habt ihm nicht geglaubt; aber die Zöllner und die Dirnen haben ihm geglaubt. Ihr habt es gesehen, und doch habt ihr nicht bereut und ihm nicht geglaubt.

Mt 21, 28-32

 

 

Liebe Mitchristen hier in Häselgehr!

 

Bei der Vorbereitung dieses Gottesdienstes entdeckten wir (Hildegard, Manfred und ich) mit welch harten Worten Jesus die Hohenpriester und Ältesten des Volkes anredet: „Amen, das sage ich euch: Zöllner und Dirnen gelangen eher in das Reich Gottes als ihr.“

Wir sagten zueinander: So möchten wir nicht angeredet, ja beschimpft werden!

 

Warum ist Jesus so aufgebracht?

Schauen wir ein paar Zeilen zurück im Evangelium. Nachdem Jesus die Händler aus dem Tempel vertrieben hatte, fragten ihn die Hohenpriester und Ältesten: Mit welchem Recht tust du das? Wer hat dir die Vollmacht dazu gegeben?

Und Jesus fragte zurück: Sagt mir zuvor – Von woher stammte die Taufe des Johannes? Vom Himmel oder von den Menschen?

Und die Gefragten drückten sich vor einer Antwort und sagten: „Wir wissen es nicht.“ – Und so gab ihnen Jesus auch keine Antwort auf ihre Frage.

 

Und jetzt erzählte Jesus das Gleichnis von den zwei ungleichen Brüdern.

 

Zu Johannes dem Täufer kamen viele Leute an den Jordan um sich einer Bußtaufe zu unterziehen. Sie bekannten ihre Sünden und ließen sich taufen.

Zu den Pharisäern und Sadduzäern sagte er: „Bringt Frucht hervor, die eure Umkehr zeigt.“ – Damit man sieht, dass ihr euer Leben ändert.

Da kamen auch viele Sünder wie Dirnen oder Zöllner. Die wollten ihr Leben ändern. Sie merkten, dass sie so nicht mehr weiterleben wollen. Sie bekannten ihre Sünden ließen sich taufen und versuchten zumindest ein neues Leben. Sie bereuten ihr bisheriges Leben.

Die sind wie der zweite Bruder. Zuerst sagten sie in ihrem Leben nein zum Wollen des Vaters – doch es reute sie und sie gehorchten doch.

Die Hohenpriester und Ältesten des Volkes gingen auch zu Johannes, ließen sich taufen und änderten ihr Leben nicht – sie meinten, so wie sie sind, so sind sie auch gut vor Gott. Sie hörten nicht den Ruf barmherzig zu sein besonders den Sündern gegenüber, sie hörten nicht den Ruf richtet nicht, sich zu versöhnen, Gerechtigkeit zu suchen.

Sie waren wie der erste Bruder im Gleichnis: Sie sagten „Ja“ vielleicht noch „selbstverständlich“ dazu – gingen aber nicht. Eigentlich wussten sie nicht was sie ändern sollten in ihrem Leben – es reute sie nichts. Nicht ihre Hartherzigkeit, nicht ihre Ungerechtigkeit, nicht dass sie sich erhaben fühlten über dem Volk und besonders mit Verachtung herabschauten auf die Dirnen und Zöllner.

Jetzt verstehen wir schon mehr warum Jesus so aufgebracht war und ihnen sagte: „Zöllner und Dirnen gelangen eher in das Reich Gottes als ihr.“

Dann sagt Jesus noch: „Johannes ist gekommen, um euch den Weg der Gerechtigkeit zu zeigen, und ihr habt ihm nicht geglaubt; aber die Zöllner und die Dirnen haben ihm geglaubt. Ihr habt es gesehen (wie die Sünder ihr Leben änderten), und doch habt ihr nicht bereut und ihm nicht geglaubt.“

 

Liebe Mitchristen:

Am Beginn dieses Wortgottesdienstes haben wir das allgemeine Schuldbekenntnis gesprochen. Ganz zum Schluss heißt es da: „Darum bitte ich auch euch Brüder und Schwestern für mich zu beten bei Gott unserem Herrn“

Diese Bitte um das Gebet möchte ich jetzt herausgreifen um mich selber und uns gemeinsam zu ermahnen wirklich füreinander zu beten. – Ich will niemandem unterstellen, dass er oder sie das nicht schon tut.

Trotzdem möchte ich darauf hinweisen dass das Gebet füreinander, der schonende Blick aufeinander, die Freude aneinander und auch die Trauer miteinander Grundlage eines christlich gerechten Lebens ist.

Im gemeinsamen Schuldbekenntnis hören wir diese Bitte. Sagen wir Ja dazu und beten wir füreinander. Amen

 

 

Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus an die Epheser

 

Ihr habt doch gehört, welches Amt die Gnade Gottes mir für euch verliehen hat.

Durch eine Offenbarung wurde mir das Geheimnis mitgeteilt.

Den Menschen früherer Generationen war es nicht bekannt; jetzt aber ist es seinen heiligen Aposteln und Propheten durch den Geist offenbart worden:

dass nämlich die Heiden Miterben sind, zu demselben Leib gehören und an derselben Verheißung in Christus Jesus teilhaben durch das Evangelium.

Eph 3, 2-3a.5-6

 

 

Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus

 

Als Jesus zur Zeit des Königs Herodes in Betlehem in Judäa geboren worden war, kamen Sterndeuter aus dem Osten nach Jerusalem

und fragten: Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern aufgehen sehen und sind gekommen, um ihm zu huldigen.

Als König Herodes das hörte, erschrak er und mit ihm ganz Jerusalem.

Er ließ alle Hohenpriester und Schriftgelehrten des Volkes zusammenkommen und erkundigte sich bei ihnen, wo der Messias geboren werden solle.

 

 

 

Sie antworteten ihm: In Betlehem in Judäa; denn so steht es bei dem Propheten:

Du, Betlehem im Gebiet von Juda, bist keineswegs die unbedeutendste unter den führenden Städten von Juda; denn aus dir wird ein Fürst hervorgehen, der Hirt meines Volkes Israel.

Danach rief Herodes die Sterndeuter heimlich zu sich und ließ sich von ihnen genau sagen, wann der Stern erschienen war.

Dann schickte er sie nach Betlehem und sagte: Geht und forscht sorgfältig nach, wo das Kind ist; und wenn ihr es gefunden habt, berichtet mir, damit auch ich hingehe und ihm huldige.

Nach diesen Worten des Königs machten sie sich auf den Weg. Und der Stern, den sie hatten aufgehen sehen, zog vor ihnen her bis zu dem Ort, wo das Kind war; dort blieb er stehen.

Als sie den Stern sahen, wurden sie von sehr großer Freude erfüllt.

Sie gingen in das Haus und sahen das Kind und Maria, seine Mutter; da fielen sie nieder und huldigten ihm. Dann holten sie ihre Schätze hervor und brachten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe als Gaben dar.

Weil ihnen aber im Traum geboten wurde, nicht zu Herodes zurückzukehren, zogen sie auf einem anderen Weg heim in ihr Land.

Mt 2, 1-12