1. Juli 2018 - 13. Sonntag im Jahreskreis B

 

Lesung aus dem Buch der Weisheit                                  Weish 1, 13-15; 2, 23-24

Gott hat den Tod nicht gemacht und hat keine Freude am Untergang der Lebenden.

Zum Dasein hat er alles geschaffen, und heilbringend sind die Geschöpfe der Welt. Kein Gift des Verderbens ist in ihnen, das Reich des Todes hat keine Macht auf der Erde;

denn die Gerechtigkeit ist unsterblich.

Gott hat den Menschen zur Unvergänglichkeit erschaffen und ihn zum Bild seines eigenen Wesens gemacht.

Doch durch den Neid des Teufels kam der Tod in die Welt, und ihn erfahren alle, die ihm angehören.

 

Aus dem heiligen Evangelium nach Markus                                 Mk 5, 24b-34

 

Viele Menschen folgten Jesus und drängten sich um ihn.

Darunter war eine Frau, die schon zwölf Jahre an Blutungen litt.

Sie war von vielen Ärzten behandelt worden und hatte dabei sehr zu leiden; ihr ganzes Vermögen hatte sie ausgegeben, aber es hatte ihr nichts genutzt, sondern ihr Zustand war immer schlimmer geworden.

Sie hatte von Jesus gehört. Nun drängte sie sich in der Menge von hinten an ihn heran und berührte sein Gewand.

Denn sie sagte sich: Wenn ich auch nur sein Gewand berühre, werde ich geheilt.

Sofort hörte die Blutung auf, und sie spürte deutlich, dass sie von ihrem Leiden geheilt war.

Im selben Augenblick fühlte Jesus, dass eine Kraft von ihm ausströmte, und er wandte sich in dem Gedränge um und fragte: Wer hat mein Gewand berührt?

Seine Jünger sagten zu ihm: Du siehst doch, wie sich die Leute um dich drängen, und da fragst du: Wer hat mich berührt?

Er blickte umher, um zu sehen, wer es getan hatte.

Da kam die Frau, zitternd vor Furcht, weil sie wusste, was mit ihr geschehen war; sie fiel vor ihm nieder und sagte ihm die ganze Wahrheit.

Er aber sagte zu ihr: Meine Tochter, dein Glaube hat dir geholfen. Geh in Frieden! Du sollst von deinem Leiden geheilt sein.

 

Betrachtung zu Mk 5, 24b-34

 

B: Die Frau – sie verliert dauernd Blut

sie ist krank – körperlich und sozial.

Mit Blutungen ist man - solange sie dauern - unrein.

Darf nicht in den Tempel, nicht in die Synagoge, darf niemanden berühren.

Die Frau litt schon zwölf Jahre an Blutungen.

 

A: Nur im Schutz des Gedränges getraut sie sich Jesus zu berühren.

Nicht ihn direkt, sondern nur sein Gewand.

Jesus könnte ja unrein werden.

 

B: Aber sie setzt diesen Schritt.

Sie will wieder gesund werden – körperlich und sozial.

Sie hat große Angst davor.

Zitternd vor Furcht gibt sie Jesus Antwort.

 

A: Dieses Antworten klingt wie ein Geständnis,

als hätte sie etwas verbrochen.

Zitternd vor Furcht fiel sie vor ihm nieder und sagte ihm die ganze Wahrheit.

Die Wahrheit, dass sie ihn irgendwie doch berührt hatte – sein Gewand zumindest.

 

B: „Meine Tochter, dein Glaube hat dir geholfen.“

Was heißt da Glaube.

Glauben heißt hier etwas wagen und die Angst überwinden.

Etwas tun und nicht resignieren.

Sie wagte es, Jesus zu berühren – wenn auch zitternd vor Furcht.

Sie hat sich, mit allem was sie hat, eingesetzt, damit sie wieder gesund wird, damit sie wieder zu den Leuten gehört.

 

A: „Geh in Frieden! Du sollst von deinem Leiden geheilt sein.“

Paul Mascher

 

 


Johanni 18 - Pfarrer Karlheinz Baumgartner, Steeg

Jes.49,1-6 Lk. 1,57-66.80

„Johannes trug ein Gewand aus Kamelhaaren und einen ledernen Gürtel um seine Hüften. Heuschrecken und wilder Honig waren seine Nahrung. Die Leute von Jerusalem und ganz Judäa und aus der Jordan-Gegend zogen zu ihm hinaus, sie bekannten ihre Sünden und ließen sich von ihm taufen.“ (Mt.3,4ff)

„Was habt Ihr denn sehen wollen, als Ihr in die Wüste hinausgegangen seid?“ fragte Jesus den Volksauflauf, der sich nun um ihn versammelt hatte. „Was wolltet Ihr sehen? Ein Schilfrohr, das im Wind schwankt? Oder einen Mann in feiner Kleidung? Leute, die vornehm gekleidet sind, und üppig leben, findet man in den Palästen der Könige. Oder was habt Ihr sehen wollen, als Ihr hinausgegangen seid? Einen Propheten? Ja, ich sage Euch: Ihr habt sogar mehr gesehen als einen Propheten. Er ist der, von dem es in der Schrift heißt: ich sende meinen Boten vor Dir her; er soll den Weg für Dich bahnen.

Ich sage Euch: Unter allen Menschen gibt es keinen größeren als Johannes; doch der Kleinste im Reich Gottes ist größer als er!“ (Lk. 7, 24-30)

Was hat wohl die Leute wirklich bewogen, in hellen Scharen zu Johannes zu hinzupilgern – wo immer er sich gerade aufhielt?

Ein Grund war sicher der, dass Johannes mutig sagte, was viele sich dachten; er sprach ihnen aus der Seele. „Als er sah, dass auch viele Pharisäer und sogar Sadduzäer zur Taufe kamen, sagte er zu ihnen: Ihr Schlangenbrut, wer hat Euch denn gelehrt, dass Ihr dem kommenden Gericht entrinnen könnt? Bringt Frucht hervor, die Eure Umkehr zeigt, und meint nicht, Ihr könntet sagen: Wir haben ja Abraham zum Vater! Denn ich sage Euch: Gott kann aus diesen Steinen Kinder Abrahams machen. Schon ist die Axt an die Wurzel des Baumes gelegt, jeder Baum, der keine gute Frucht hervorbringt, wird umgehauen und ins Feuer geworfen! (Lk.3,7-9)

Mehr noch als ein Prophet war Johannes. Er war der, der dem Messias den Weg bereitete!

Als Prophet – so wie die Propheten des Alten Testaments – war er nicht nur ein Hellseher, der voraussehen konnte, was kommt – nein, er war ein Gott-Gesandter, der die Menschen daran erinnerte, was für sie wirklich wichtig und entscheidend ist: „Hört auf Gott – und vertraut ihm!“

Ganz im Sinn der alten Propheten schreibt Paulus in seinem 2. Brief an die Korinther: „Als Mitarbeiter Gottes ermahnen wir Euch, dass Ihr seine Gnade nicht vergebens empfangt. Denn es heißt:

Zur Zeit der Gnade erhöre ich Dich, am Tag der Rettung helfe ich Dir.

Jetzt ist sie da, die Zeit der Gnade: jetzt ist er da, der Tag der Rettung. Niemand geben wir auch nur den geringsten Anstoß, damit unser Dienst nicht getadelt werden kann. In allem erweisen wir uns als Gottes Diener: durch große Standhaftigkeit, in Bedrängnis, in Not, in Angst, unter Schlägen, in Gefängnissen, in Zeiten der Unruhe, unter der Last der Arbeit, in durchwachten Nächten, durch Fasten, durch lautere Gesinnung, durch Erkenntnis, durch Langmut, durch Güte, durch den Heiligen Geist, durch ungeheuchelte Liebe, durch das Wort der Wahrheit, in der Kraft Gottes, mit den Waffen der Gerechtigkeit in der Rechten und in der Linken, bei Ehrung und Schmach, bei übler Nachrede und bei Lob. Wir gelten als Betrüger und sind doch wahrhaftig; wir werden verkannt und doch anerkannt; wir sind wie Sterbende, und seht: wir leben: wir werden gezüchtigt und doch nicht getötet: uns wir Leid zugefügt, und doch sind wir jederzeit fröhlich; wir sind arm und machen doch viele reich; wir haben nichts und haben doch alles!“

Durch Jesus und mit ihm sind wir, seine Jünger, alle erhöht und berufen zu Priestern und Propheten!

Wie lautet die Botschaft, die wir der ganzen Menschheit verkünden können und sollen?

Der Heilige Geist wirkt in jedem Mensch; alle sollen auf ihn hören und sich von ihm beraten lassen! Dann handeln wir vernünftig, hellsichtig und gütig – dann wirken wir in Eintracht zusammen! Dann stellen wir uns einmütig gegen Unmenschlichkeit! Dann sind wir vor der ganzen Welt glaubwürdig als Anwälte der Unterdrückten, Verachteten und Geächteten! Dann glaubt man uns, dass wir wirklich einen gerechten Ausgleich schaffen wollen, dass wir den Zustand, dass die einen 20-mal mehr haben als die andern nicht weiter dulden wollen!

 

Fürbitten Johanni 18

 

 

 

Einführung: Viele Pfarrgemeinden auf der Welt haben sich den hl. Johannes den Täufer als Kirchenpatron gewählt.

Warum wohl? Wahrscheinlich weil er so aufrecht und mutig für alle Menschen in Not eingetreten ist! Weil er ein Beispiel für Bescheidenheit und Selbstlosigkeit war – sich selber nicht überschätzte – tapfer bis in den Tod ein verlässlicher Getreuer Gottes war.

 

  1. Zacharias, sein Vater, und Elisabeth seine Mutter haben den Johannes bekommen, als sie schon gar nicht mehr damit rechneten, doch noch Umso dankbarer werden sie für dieses Glück gewesen sein! 
  2. Herr, erbarme Dich!
  3. Johannes war ein sehr willkommenes Kind. Alle weniger freudig erwarteten Kinder sollten dann aber doch die Liebe erfahren, die für sie lebensnotwendig ist!
  4. Eltern werden zu können.

 

  1. Dem Zacharias, der ein Priester war und seiner Mutter Elisabeth verdankte es Johannes, dass er von klein auf in einen lebensechten, klar durchdachten Glauben hineinwachsen konnte. So sollte es in allen Familien geschehen!Herr, erbarme Dich!
  2.  
  3. Als er dann herangewachsen war, erlebte er vermutlich, dass seine Eltern sich auch von dem in ihm erwachten Glauben anregen ließen – und dass sie dann alle miteinander Gott noch näher kommen konnten.

 

  1. Viele Frauen auf der Welt heißen nach der lebensklugen und starken hl. Elisabeth.  
  2. Herr, erbarme Dich!
  3. Sie mögen erleben können, dass ihre Namenspatronin ihnen immer eine Ratgeberin in kniffeligen Situationen ist!

 

  1. Der hl. Johannes feiert sein Geburtsfest ausgerechnet zur Zeit der ersten Heuernte. Darum rufen ihn speziell die Bauern um freundliche Unterstützung an. Und wir alle freuen uns, wenn – so wie heuer – ein erstklassiges Heu auf die Tennen eingebracht werden kann.  
  2. Herr, erbarme Dich!
  3. Ein ähnliches Glück wünschen wir allen Bauern weltweit!

 

Abschluss: Zwar hat der hl. Johannes den heuchlerischen Pharisäern und Sadduzäern die Qualifizierung „Schlangenbrut“ entgegengeschleudert; deswegen darf man sich ihn aber nicht gleich überhaupt als polternden Schreihals vorstellen! Er passt nicht in die Kategorie „lautstarker Volkstribun“ - und nicht in die „eifernder, konservativer Scharfmacher – und schon gar nicht in die „selbstgefälliger Macho“, der auf Frauen – wie z.B. auf die Salome (Oper von Richard Strauß) eine starke virile Anziehungskraft ausübe.

Johannes war unzweifelhaft ein sympathischer Mensch, der ein großes Herz für die Mitmenschen hatte; speziell auch für die, die von der leitenden Kaste im Staat und im Tempel in Verkennung ihrer Würde halt nur für bedeutungslose „kleine Leute“ gehalten wurden.

Johannes sah in seinen Mitmenschen – ähnlich wie alle Heiligen seines Zuschnitts - auch nicht nur „Sünder“, die sich schnellstens bekehren müssten, sondern eben Geprüfte – oft sehr schwer Geprüfte auf dem Trainingscamp dieser Welt. Im Grunde sind wir alle Einsame, die - so wie er eben auch selber – darunter leiden, dass niemand sie wirklich verstehen kann. – Alle sind wir untereinander nahe Verwandte, die nach der Liebe hungern, die nur Gott uns schenken kann!

 

 

 

 

 


 

Liebe Mitchristen hier in Häselgehr (9. So B) -

Pastoralassistent Paul Mascher

 

Ich habe die Predigt, die ich für heute fast fertig geschrieben hatte, ganz neu aufsetzen müssen. Ich wollte über das Sabbathgebot reden – über den Sonntag und seine Heiligung. Aufklärend und belehrend, ja auch ein bisschen moralisierend habe ich aufgesetzt. Und dann ist mir eingefallen, dass ich euch, die ihr jetzt hier im Gottesdienst seid, nicht belehren brauche, den Sonntag als einen Feiertag zu pflegen.

 

Was ich aber schon möchte ist, uns zu bestärken in der Pflege dieses Tages.

 

In der Lesung hörten wir, dass Gott will, dass Mensch und Tier sich ausruhen. Das ist wahrscheinlich das älteste Sozialgesetz, das heute noch in Kraft ist - heute als arbeitsfreies Wochenende.

Wenn wir diesen Text genauer anschauen, dann heißt es darin: An ihm, dem siebten Tag, darfst du keine Arbeit tun: du, dein Sohn und deine Tochter, dein Sklave und deine Sklavin, dein Rind, dein Esel und dein ganzes Vieh und der Fremde bei dir.

Und dann wird nochmals wiederholt und damit betont: Dein Sklave und deine Sklavin sollen sich ausruhen wie du.

Ausruhen wie du - am Sabbath sind sich der Herr und die Sklaven gleich – sie sollen sich ausruhen.

 

Leider Gottes hat man auch in der christlichen Geschichte immer von der Sonntagspflicht geredet. Besser hieße es: Sonntagsgnade statt Sonntagspflicht. Denn dieses Gebot ist eine Bereicherung, ein Aufatmen, ein Leben lassen.

Hier wird deutlich, der Mensch lebt nicht nur um zu arbeiten, sondern er arbeitet um zu leben.

 

Wenn dieses Ruhen nicht als Gnade empfunden wird, sondern als Pflicht, dann laufen wir Gefahr, aus diesem frei machenden Gebot einen engmaschigen Zaun zu bauen, der uns einschränkt und mit der Zeit zu einer Schikane oder zu einem Gefängnis wird.

Da kommt es dann zu Fragen wie: Wann beginnt dieser Tag, und wann hört er auf? - Darf man an diesem Tag kochen oder muss vorgekocht werden? – Wie viele Schritte darf man machen? - Und viele Kleinlichkeiten noch.

Manche kennen die Frage noch: Darf man am Sonntag heuen oder nicht? Und, wer entscheidet dies?

Dieses Zäune-Aufstellen gab es in der Tradition der Juden und gab es auch in der Tradition der Kirche.

 

Und beide Traditionen verbanden dies noch unglückseligerweise mit dem drohenden Verderben, mit dem Zorn Gottes bzw. der schweren Sünde.

 

In der Auseinandersetzung Jesu mit den Pharisäern in der Synagoge an einem Sabbath wird es deutlich – das Pflichtdenken hat das Gnadendenken schon so überlagert, dass selbst Gutes-Tun schon Sünde wird, ja ein todeswürdiges Vergehen.

 

Beim Sabbath- oder Sonntagsgebot geht es nicht nur ums Ausruhen von der Arbeit – es geht um einen regelmäßigen Perspektivenwechsel, der meinem alltäglichen Leben Sinn und Orientierung geben kann.

Diese Gnadentage können mich zur Erkenntnis führen, wie vorhin schon gesagt: Der Mensch lebt nicht um zu arbeiten, sondern er arbeitet um zu leben.

Zu einer anderen Perspektive verhelfen auch die Leute, die man nur sonntags trifft. Das Gespräch mit ihnen muss nicht tiefschürfend sein – aber wenn es anteilnehmend ist, ist es ein Gewinn. Von den kleinen Lebenswegen anderer erfahren hilft, meine kleinen Lebenswege zu verstehen. Da kommt mit der Zeit sehr viel Hilfreiches zusammen.

Eine andere Hilfe für einen Perspektivenwechsel ist es, wenn ich mich mit Gleichgesinnten treffe, und wir uns in unserer Gesinnung, in unserem Denken weiterentwickeln.

Die Sonntagsgottesdienste sind eigentlich so angelegt. Die Christen treffen sich, vergewissern einander, dass sie zu Jesus gehören wollen und hören gemeinsam die Frohe Botschaft von Jesus.

Im Grundplan wäre ein Austausch darüber vorgesehen, nicht nur über die Frohe Botschaft von Jesus, sondern auch von den Freuden und Sorgen unseres Lebens.

Und weil dieser Austausch gut ist, ist Jesus ganz dabei. Ja, er teilt sich mit - ja er lässt sich teilen als Brot, als Nahrung für uns.

Die tatsächlich erfahrenen Gottesdienste sind nicht so, dass wir in ihnen gemeinsam zu einer befreienden lebensstärkende Erfahrung werden. Mit unseren Gottesdiensten sind oft meilenweit davon entfernt.

 

Die Sonntagspflicht wird als eine Sonntagsgnade verstanden werden müssen.

Ausruhen – gemeinsam auf Jesus schauen und die Gemeinschaft und Jesus mitnehmen in die Werktage. Ohne dieses Verständnis wird der Sonntag früher oder später herabnivelliert zu einem Tag des Konsums und der Zerstreuung oder doch ein Arbeitstag werden.

 

Für den Mann mit der verdorrten Hand ist jener Sabbath ein Heilstag geworden.

 

Ich möchte nicht wissen, wie sehr die Sonntagsgnade, die ich eigentlich immer gesucht habe, mich geformt hat – in Summe sind diese Gnadentage auch für mich zu Heilstagen geworden.

 

Und übrigens: Im Sabbathgebot gibt Gott die Garantie mit, dass wir es uns leisten können zu leben und dabei jeden siebten Tag zu ruhen.

 

 

 

Lesung aus dem Buch Deuteronomium                     Dtn 5, 12-15

 

So spricht der Herr:

Achte auf den Sabbat: Halte ihn heilig, wie es dir der Herr, dein Gott, zur Pflicht gemacht hat.

Sechs Tage darfst du schaffen und jede Arbeit tun.

Der siebte Tag ist ein Ruhetag, dem Herrn, deinem Gott, geweiht. An ihm darfst du keine Arbeit tun: du, dein Sohn und deine Tochter, dein Sklave und deine Sklavin, dein Rind, dein Esel und dein ganzes Vieh und der Fremde, der in deinen Stadtbereichen Wohnrecht hat. Dein Sklave und deine Sklavin sollen sich ausruhen wie du.

Denk daran: Als du in Ägypten Sklave warst, hat dich der Herr, dein Gott, mit starker Hand und hoch erhobenem Arm dort herausgeführt. Darum hat es dir der Herr, dein Gott, zur Pflicht gemacht, den Sabbat zu halten.

 

 

Aus der Frohen Botschaft von Jesus nach Markus   Mk 2, 23 - 3, 6

 

An einem Sabbat ging Jesus durch die Kornfelder, und unterwegs rissen seine Jünger Ähren ab.

Da sagten die Pharisäer zu ihm: Sieh dir an, was sie tun! Das ist doch am Sabbat verboten.

Er antwortete: Habt ihr nie gelesen, was David getan hat, als er und seine Begleiter hungrig waren und nichts zu essen hatten - wie er zur Zeit des Hohenpriesters Abjatar in das Haus Gottes ging und die heiligen Brote aß, die außer den Priestern niemand essen darf, und auch seinen Begleitern davon gab?

Und Jesus fügte hinzu: Der Sabbat ist für den Menschen da, nicht der Mensch für den Sabbat.

Deshalb ist der Menschensohn Herr auch über den Sabbat.

Als er ein andermal in eine Synagoge ging, saß dort ein Mann, dessen Hand verdorrt war.

Und sie gaben acht, ob Jesus ihn am Sabbat heilen werde; sie suchten nämlich einen Grund zur Anklage gegen ihn.

Da sagte er zu dem Mann mit der verdorrten Hand: Steh auf und stell dich in die Mitte!

Und zu den anderen sagte er: Was ist am Sabbat erlaubt: Gutes zu tun oder Böses, ein Leben zu retten oder es zu vernichten? Sie aber schwiegen.

Und er sah sie der Reihe nach an, voll Zorn und Trauer über ihr verstocktes Herz, und sagte zu dem Mann: Streck deine Hand aus! Er streckte sie aus, und seine Hand war wieder gesund.

Da gingen die Pharisäer hinaus uns fassten zusammen mit den Anhängern des Herodes den Beschluss, Jesus umzubringen.

 

Liebe Mitchristen hier in Häselgehr (9. So B)

 

Ich habe die Predigt, die ich für heute fast fertig geschrieben hatte, ganz neu aufsetzen müssen. Ich wollte über das Sabbathgebot reden – über den Sonntag und seine Heiligung. Aufklärend und belehrend, ja auch ein bisschen moralisierend habe ich aufgesetzt. Und dann ist mir eingefallen, dass ich euch, die ihr jetzt hier im Gottesdienst seid, nicht belehren brauche, den Sonntag als einen Feiertag zu pflegen.

 

Was ich aber schon möchte ist, uns zu bestärken in der Pflege dieses Tages.

 

In der Lesung hörten wir, dass Gott will, dass Mensch und Tier sich ausruhen. Das ist wahrscheinlich das älteste Sozialgesetz, das heute noch in Kraft ist - heute als arbeitsfreies Wochenende.

Wenn wir diesen Text genauer anschauen, dann heißt es darin: An ihm, dem siebten Tag, darfst du keine Arbeit tun: du, dein Sohn und deine Tochter, dein Sklave und deine Sklavin, dein Rind, dein Esel und dein ganzes Vieh und der Fremde bei dir.

Und dann wird nochmals wiederholt und damit betont: Dein Sklave und deine Sklavin sollen sich ausruhen wie du.

Ausruhen wie du - am Sabbath sind sich der Herr und die Sklaven gleich – sie sollen sich ausruhen.

 

Leider Gottes hat man auch in der christlichen Geschichte immer von der Sonntagspflicht geredet. Besser hieße es: Sonntagsgnade statt Sonntagspflicht. Denn dieses Gebot ist eine Bereicherung, ein Aufatmen, ein Leben lassen.

Hier wird deutlich, der Mensch lebt nicht nur um zu arbeiten, sondern er arbeitet um zu leben.

 

Wenn dieses Ruhen nicht als Gnade empfunden wird, sondern als Pflicht, dann laufen wir Gefahr, aus diesem frei machenden Gebot einen engmaschigen Zaun zu bauen, der uns einschränkt und mit der Zeit zu einer Schikane oder zu einem Gefängnis wird.

Da kommt es dann zu Fragen wie: Wann beginnt dieser Tag, und wann hört er auf? - Darf man an diesem Tag kochen oder muss vorgekocht werden? – Wie viele Schritte darf man machen? - Und viele Kleinlichkeiten noch.

Manche kennen die Frage noch: Darf man am Sonntag heuen oder nicht? Und, wer entscheidet dies?

Dieses Zäune-Aufstellen gab es in der Tradition der Juden und gab es auch in der Tradition der Kirche.

 

Und beide Traditionen verbanden dies noch unglückseligerweise mit dem drohenden Verderben, mit dem Zorn Gottes bzw. der schweren Sünde.

 

In der Auseinandersetzung Jesu mit den Pharisäern in der Synagoge an einem Sabbath wird es deutlich – das Pflichtdenken hat das Gnadendenken schon so überlagert, dass selbst Gutes-Tun schon Sünde wird, ja ein todeswürdiges Vergehen.

 

Beim Sabbath- oder Sonntagsgebot geht es nicht nur ums Ausruhen von der Arbeit – es geht um einen regelmäßigen Perspektivenwechsel, der meinem alltäglichen Leben Sinn und Orientierung geben kann.

Diese Gnadentage können mich zur Erkenntnis führen, wie vorhin schon gesagt: Der Mensch lebt nicht um zu arbeiten, sondern er arbeitet um zu leben.

Zu einer anderen Perspektive verhelfen auch die Leute, die man nur sonntags trifft. Das Gespräch mit ihnen muss nicht tiefschürfend sein – aber wenn es anteilnehmend ist, ist es ein Gewinn. Von den kleinen Lebenswegen anderer erfahren hilft, meine kleinen Lebenswege zu verstehen. Da kommt mit der Zeit sehr viel Hilfreiches zusammen.

Eine andere Hilfe für einen Perspektivenwechsel ist es, wenn ich mich mit Gleichgesinnten treffe, und wir uns in unserer Gesinnung, in unserem Denken weiterentwickeln.

Die Sonntagsgottesdienste sind eigentlich so angelegt. Die Christen treffen sich, vergewissern einander, dass sie zu Jesus gehören wollen und hören gemeinsam die Frohe Botschaft von Jesus.

Im Grundplan wäre ein Austausch darüber vorgesehen, nicht nur über die Frohe Botschaft von Jesus, sondern auch von den Freuden und Sorgen unseres Lebens.

Und weil dieser Austausch gut ist, ist Jesus ganz dabei. Ja, er teilt sich mit - ja er lässt sich teilen als Brot, als Nahrung für uns.

Die tatsächlich erfahrenen Gottesdienste sind nicht so, dass wir in ihnen gemeinsam zu einer befreienden lebensstärkende Erfahrung werden. Mit unseren Gottesdiensten sind oft meilenweit davon entfernt.

 

Die Sonntagspflicht wird als eine Sonntagsgnade verstanden werden müssen.

Ausruhen – gemeinsam auf Jesus schauen und die Gemeinschaft und Jesus mitnehmen in die Werktage. Ohne dieses Verständnis wird der Sonntag früher oder später herabnivelliert zu einem Tag des Konsums und der Zerstreuung oder doch ein Arbeitstag werden.

 

Für den Mann mit der verdorrten Hand ist jener Sabbath ein Heilstag geworden.

 

Ich möchte nicht wissen, wie sehr die Sonntagsgnade, die ich eigentlich immer gesucht habe, mich geformt hat – in Summe sind diese Gnadentage auch für mich zu Heilstagen geworden.

 

Und übrigens: Im Sabbathgebot gibt Gott die Garantie mit, dass wir es uns leisten können zu leben und dabei jeden siebten Tag zu ruhen.

 

 

 

Lesung aus dem Buch Deuteronomium                     Dtn 5, 12-15

 

So spricht der Herr:

Achte auf den Sabbat: Halte ihn heilig, wie es dir der Herr, dein Gott, zur Pflicht gemacht hat.

Sechs Tage darfst du schaffen und jede Arbeit tun.

Der siebte Tag ist ein Ruhetag, dem Herrn, deinem Gott, geweiht. An ihm darfst du keine Arbeit tun: du, dein Sohn und deine Tochter, dein Sklave und deine Sklavin, dein Rind, dein Esel und dein ganzes Vieh und der Fremde, der in deinen Stadtbereichen Wohnrecht hat. Dein Sklave und deine Sklavin sollen sich ausruhen wie du.

Denk daran: Als du in Ägypten Sklave warst, hat dich der Herr, dein Gott, mit starker Hand und hoch erhobenem Arm dort herausgeführt. Darum hat es dir der Herr, dein Gott, zur Pflicht gemacht, den Sabbat zu halten.

 

 

Aus der Frohen Botschaft von Jesus nach Markus   Mk 2, 23 - 3, 6

 

An einem Sabbat ging Jesus durch die Kornfelder, und unterwegs rissen seine Jünger Ähren ab.

Da sagten die Pharisäer zu ihm: Sieh dir an, was sie tun! Das ist doch am Sabbat verboten.

Er antwortete: Habt ihr nie gelesen, was David getan hat, als er und seine Begleiter hungrig waren und nichts zu essen hatten - wie er zur Zeit des Hohenpriesters Abjatar in das Haus Gottes ging und die heiligen Brote aß, die außer den Priestern niemand essen darf, und auch seinen Begleitern davon gab?

Und Jesus fügte hinzu: Der Sabbat ist für den Menschen da, nicht der Mensch für den Sabbat.

Deshalb ist der Menschensohn Herr auch über den Sabbat.

Als er ein andermal in eine Synagoge ging, saß dort ein Mann, dessen Hand verdorrt war.

Und sie gaben acht, ob Jesus ihn am Sabbat heilen werde; sie suchten nämlich einen Grund zur Anklage gegen ihn.

Da sagte er zu dem Mann mit der verdorrten Hand: Steh auf und stell dich in die Mitte!

Und zu den anderen sagte er: Was ist am Sabbat erlaubt: Gutes zu tun oder Böses, ein Leben zu retten oder es zu vernichten? Sie aber schwiegen.

Und er sah sie der Reihe nach an, voll Zorn und Trauer über ihr verstocktes Herz, und sagte zu dem Mann: Streck deine Hand aus! Er streckte sie aus, und seine Hand war wieder gesund.

Da gingen die Pharisäer hinaus uns fassten zusammen mit den Anhängern des Herodes den Beschluss, Jesus umzubringen.

 

Liebe Mitchristen hier in Häselgehr (9. So B) - Pastoralassistent Paul Mascher

 

Ich habe die Predigt, die ich für heute fast fertig geschrieben hatte, ganz neu aufsetzen müssen. Ich wollte über das Sabbathgebot reden – über den Sonntag und seine Heiligung. Aufklärend und belehrend, ja auch ein bisschen moralisierend habe ich aufgesetzt. Und dann ist mir eingefallen, dass ich euch, die ihr jetzt hier im Gottesdienst seid, nicht belehren brauche, den Sonntag als einen Feiertag zu pflegen.

 

Was ich aber schon möchte ist, uns zu bestärken in der Pflege dieses Tages.

 

In der Lesung hörten wir, dass Gott will, dass Mensch und Tier sich ausruhen. Das ist wahrscheinlich das älteste Sozialgesetz, das heute noch in Kraft ist - heute als arbeitsfreies Wochenende.

Wenn wir diesen Text genauer anschauen, dann heißt es darin: An ihm, dem siebten Tag, darfst du keine Arbeit tun: du, dein Sohn und deine Tochter, dein Sklave und deine Sklavin, dein Rind, dein Esel und dein ganzes Vieh und der Fremde bei dir.

Und dann wird nochmals wiederholt und damit betont: Dein Sklave und deine Sklavin sollen sich ausruhen wie du.

Ausruhen wie du - am Sabbath sind sich der Herr und die Sklaven gleich – sie sollen sich ausruhen.

 

Leider Gottes hat man auch in der christlichen Geschichte immer von der Sonntagspflicht geredet. Besser hieße es: Sonntagsgnade statt Sonntagspflicht. Denn dieses Gebot ist eine Bereicherung, ein Aufatmen, ein Leben lassen.

Hier wird deutlich, der Mensch lebt nicht nur um zu arbeiten, sondern er arbeitet um zu leben.

 

Wenn dieses Ruhen nicht als Gnade empfunden wird, sondern als Pflicht, dann laufen wir Gefahr, aus diesem frei machenden Gebot einen engmaschigen Zaun zu bauen, der uns einschränkt und mit der Zeit zu einer Schikane oder zu einem Gefängnis wird.

Da kommt es dann zu Fragen wie: Wann beginnt dieser Tag, und wann hört er auf? - Darf man an diesem Tag kochen oder muss vorgekocht werden? – Wie viele Schritte darf man machen? - Und viele Kleinlichkeiten noch.

Manche kennen die Frage noch: Darf man am Sonntag heuen oder nicht? Und, wer entscheidet dies?

Dieses Zäune-Aufstellen gab es in der Tradition der Juden und gab es auch in der Tradition der Kirche.

 

Und beide Traditionen verbanden dies noch unglückseligerweise mit dem drohenden Verderben, mit dem Zorn Gottes bzw. der schweren Sünde.

 

In der Auseinandersetzung Jesu mit den Pharisäern in der Synagoge an einem Sabbath wird es deutlich – das Pflichtdenken hat das Gnadendenken schon so überlagert, dass selbst Gutes-Tun schon Sünde wird, ja ein todeswürdiges Vergehen.

 

Beim Sabbath- oder Sonntagsgebot geht es nicht nur ums Ausruhen von der Arbeit – es geht um einen regelmäßigen Perspektivenwechsel, der meinem alltäglichen Leben Sinn und Orientierung geben kann.

Diese Gnadentage können mich zur Erkenntnis führen, wie vorhin schon gesagt: Der Mensch lebt nicht um zu arbeiten, sondern er arbeitet um zu leben.

Zu einer anderen Perspektive verhelfen auch die Leute, die man nur sonntags trifft. Das Gespräch mit ihnen muss nicht tiefschürfend sein – aber wenn es anteilnehmend ist, ist es ein Gewinn. Von den kleinen Lebenswegen anderer erfahren hilft, meine kleinen Lebenswege zu verstehen. Da kommt mit der Zeit sehr viel Hilfreiches zusammen.

Eine andere Hilfe für einen Perspektivenwechsel ist es, wenn ich mich mit Gleichgesinnten treffe, und wir uns in unserer Gesinnung, in unserem Denken weiterentwickeln.

Die Sonntagsgottesdienste sind eigentlich so angelegt. Die Christen treffen sich, vergewissern einander, dass sie zu Jesus gehören wollen und hören gemeinsam die Frohe Botschaft von Jesus.

Im Grundplan wäre ein Austausch darüber vorgesehen, nicht nur über die Frohe Botschaft von Jesus, sondern auch von den Freuden und Sorgen unseres Lebens.

Und weil dieser Austausch gut ist, ist Jesus ganz dabei. Ja, er teilt sich mit - ja er lässt sich teilen als Brot, als Nahrung für uns.

Die tatsächlich erfahrenen Gottesdienste sind nicht so, dass wir in ihnen gemeinsam zu einer befreienden lebensstärkende Erfahrung werden. Mit unseren Gottesdiensten sind oft meilenweit davon entfernt.

 

Die Sonntagspflicht wird als eine Sonntagsgnade verstanden werden müssen.

Ausruhen – gemeinsam auf Jesus schauen und die Gemeinschaft und Jesus mitnehmen in die Werktage. Ohne dieses Verständnis wird der Sonntag früher oder später herabnivelliert zu einem Tag des Konsums und der Zerstreuung oder doch ein Arbeitstag werden.

 

Für den Mann mit der verdorrten Hand ist jener Sabbath ein Heilstag geworden.

 

Ich möchte nicht wissen, wie sehr die Sonntagsgnade, die ich eigentlich immer gesucht habe, mich geformt hat – in Summe sind diese Gnadentage auch für mich zu Heilstagen geworden.

 

Und übrigens: Im Sabbathgebot gibt Gott die Garantie mit, dass wir es uns leisten können zu leben und dabei jeden siebten Tag zu ruhen.

 

 

 

Lesung aus dem Buch Deuteronomium                     Dtn 5, 12-15

 

So spricht der Herr:

Achte auf den Sabbat: Halte ihn heilig, wie es dir der Herr, dein Gott, zur Pflicht gemacht hat.

Sechs Tage darfst du schaffen und jede Arbeit tun.

Der siebte Tag ist ein Ruhetag, dem Herrn, deinem Gott, geweiht. An ihm darfst du keine Arbeit tun: du, dein Sohn und deine Tochter, dein Sklave und deine Sklavin, dein Rind, dein Esel und dein ganzes Vieh und der Fremde, der in deinen Stadtbereichen Wohnrecht hat. Dein Sklave und deine Sklavin sollen sich ausruhen wie du.

Denk daran: Als du in Ägypten Sklave warst, hat dich der Herr, dein Gott, mit starker Hand und hoch erhobenem Arm dort herausgeführt. Darum hat es dir der Herr, dein Gott, zur Pflicht gemacht, den Sabbat zu halten.

 

 

Aus der Frohen Botschaft von Jesus nach Markus   Mk 2, 23 - 3, 6

 

An einem Sabbat ging Jesus durch die Kornfelder, und unterwegs rissen seine Jünger Ähren ab.

Da sagten die Pharisäer zu ihm: Sieh dir an, was sie tun! Das ist doch am Sabbat verboten.

Er antwortete: Habt ihr nie gelesen, was David getan hat, als er und seine Begleiter hungrig waren und nichts zu essen hatten - wie er zur Zeit des Hohenpriesters Abjatar in das Haus Gottes ging und die heiligen Brote aß, die außer den Priestern niemand essen darf, und auch seinen Begleitern davon gab?

Und Jesus fügte hinzu: Der Sabbat ist für den Menschen da, nicht der Mensch für den Sabbat.

Deshalb ist der Menschensohn Herr auch über den Sabbat.

Als er ein andermal in eine Synagoge ging, saß dort ein Mann, dessen Hand verdorrt war.

Und sie gaben acht, ob Jesus ihn am Sabbat heilen werde; sie suchten nämlich einen Grund zur Anklage gegen ihn.

Da sagte er zu dem Mann mit der verdorrten Hand: Steh auf und stell dich in die Mitte!

Und zu den anderen sagte er: Was ist am Sabbat erlaubt: Gutes zu tun oder Böses, ein Leben zu retten oder es zu vernichten? Sie aber schwiegen.

Und er sah sie der Reihe nach an, voll Zorn und Trauer über ihr verstocktes Herz, und sagte zu dem Mann: Streck deine Hand aus! Er streckte sie aus, und seine Hand war wieder gesund.

Da gingen die Pharisäer hinaus uns fassten zusammen mit den Anhängern des Herodes den Beschluss, Jesus umzubringen.

 

 

 

 

 

 


 

 

PFINGSTSONNTAG (B) 2018 Bach

 

Lesung aus Apostelgeschichte                                            Apg 2, 1-11

1Als der Pfingsttag gekommen war, befanden sich alle am gleichen Ort.

2Da kam plötzlich vom Himmel her ein Brausen, wie wenn ein heftiger Sturm daherfährt, und erfüllte das ganze Haus, in dem sie waren.

3Und es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer, die sich verteilten; auf jeden von ihnen ließ sich eine nieder.

4Alle wurden mit dem Heiligen Geist erfüllt und begannen, in fremden Sprachen zu reden, wie es der Geist ihnen eingab.

5In Jerusalem aber wohnten Juden, fromme Männer aus allen Völkern unter dem Himmel.

6Als sich das Getöse erhob, strömte die Menge zusammen und war ganz bestürzt; denn jeder hörte sie in seiner Sprache reden.

7Sie gerieten außer sich vor Staunen und sagten: Sind das nicht alles Galiläer, die hier reden?

8Wieso kann sie jeder von uns in seiner Muttersprache hören:

9Parther, Meder und Elamiter, Bewohner von Mesopotamien, Judäa und Kappadozien, von Pontus und der Provinz Asien,

10von Phrygien und Pamphylien, von Ägypten und dem Gebiet Libyens nach Zyrene hin, auch die Römer, die sich hier aufhalten,

11Juden und Proselyten, Kreter und Araber, wir hören sie in unseren Sprachen Gottes große Taten verkünden.

 

 

+ Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes                                      Joh 20, 19-23

19Am Abend des ersten Tages der Woche, als die Jünger aus Furcht vor den Juden die Türen verschlossen hatten, kam Jesus, trat in ihre Mitte und sagte zu ihnen: Friede sei mit euch!

20Nach diesen Worten zeigte er ihnen seine Hände und seine Seite. Da freuten sich die Jünger, dass sie den Herrn sahen.

21Jesus sagte noch einmal zu ihnen: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch.

22Nachdem er das gesagt hatte, hauchte er sie an und sprach zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist!

23Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben; wem ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert.

 

 

 

Predigt Paul Mascher

 

Liebe Mitchristen hier in Bach

 

Pfingsten ist wieder – und mit Pfingsten kommt wieder der Alltag, der christliche Alltag in die Gänge.

Seit dem Aschermittwoch – und das ist lange her – sind besondere Zeiten. Zuerst die Fastenzeit als Vorbereitung auf das Osterfest – und mit dem Osterfest beginnt die Osterzeit, eine Freudenzeit, Freude über das Geschenk der Auferstehung Jesu und damit auch unserer Hoffnung.

Mit dem heutigen Tag endet diese Osterzeit – wir gehen sozusagen in den normalen Rhythmus des Lebens zurück, kommen heim von der Feier.

 

Damals – als die Jünger Jesu Pfingsten erlebten, damals begann für sie ein neues Leben, ein neues Leben, das für sie normal werden sollte.

Diese ganzen Umbrüche mit ihrem Jesus – der Schock seines Todes – das Unfassbare seiner Auferweckung – das war stark. Fast zu viel für sie.

Denn was wird jetzt aus ihnen?

Zu Lebzeiten Jesu orientierten sie sich ganz an ihm, er war ihr Herr und Meister. Die Begegnungen nach der Auferstehung waren ganz anders, - irgendwie so, als wären sie nicht in der Welt.

Und jetzt ist Jesus nicht mehr greifbar, weder wie zu seinen Lebzeiten, noch wie zur Zeit nach der Auferweckung. Sie bleiben zurück.

Was wird aus ihnen?

Der Hl. Geist wird ausgegossen über sie – was immer das zunächst heißt.

 

Schauen wir in die Frohe Botschaft von Johannes hinein, in den Abschnitt, den wir heute gehört haben. Diese Stelle ist sozusagen der Bericht des Johannes über die Aussendung des Hl. Geistes. Also der Pfingstbericht des Johannes.

„Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch.“

 

Ihr, ihr meine Jünger seid ab jetzt diejenigen, auf die meine Berufung übergeht. Ihr seid jetzt zueinander Jesusse, und seid der Welt gegenüber als Kirche Jesus.

Wie mich der Vater gesandt hat – zu den Menschen zu gehen, zu heilen, zu vergeben, das Schwache stützen und den nur noch glimmenden Docht nicht löschen - die Frohe Botschaft von der Nähe Gottes zu verkünden und zur Umkehr aufzufordern, zu begleiten – so sende ich euch. Diese Sache Jesu ist jetzt Sache der Jünger.

Und: „Nachdem er das gesagt hatte, hauchte er sie an und sprach zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist!“

Dieses anhauchen kennen wir schon von der Schöpfungsgeschichte her wo es heißt: „Da formte Gott, der Herr, den Menschen aus Erde vom Ackerboden und blies in seine Nase den Lebensatem. So wurde der Mensch zu einem lebendigen Wesen.“

Es geschieht an den Jüngern etwas wie eine neue Erschaffung der Menschen – oder der ganz intime Bezug Gottes zu den Menschen wird wieder hergestellt.

 

Und Jesus redet weiter: „Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben; wem ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert.“

Sünden vergeben, das ist allein Gottes Sache. Jesus hat es auch getan und darüber waren die Schriftgelehrten erbost „Wer kann denn Sünden vergeben außer Gott?“

Und jetzt sagt er zu den Jünger – ich betone Jünger, nicht Apostel, - Sie sollen Sünden vergeben - und zwar wirkmächtig, so, dass derjenige weiß, dem die Sünden vergeben werden, dass sie auch wirklich vergeben sind. – Da geht es nicht um die Beichte, da geht es um die Vergebung, auch im Namen Gottes durch alle die zu Christus gehören, auch durch uns – als Einzelne oder als Gemeinschaft.

 

Wenden wir uns auch dem Pfingstbericht des Lukas zu, der Apostelgeschichte. Die stellt nicht so sehr die Berufung der Jünger heraus, sondern mehr die Wirkung der Ausgießung des Hl. Geistes.

Zuerst – wie Sturm, wie Feuer erleben die Jünger - und eben nicht nur die Jünger - das Kommen des Geistes Gottes. Die ganze Stadt erlebt dieses Brausen sodass die Menschen zusammenströmen.

Und dann geschieht dieses sogenannte Sprachwunder: Wir alle können die Jünger in unserer Muttersprache verstehen.

Hier geschieht die Umkehrung der Sprachverwirrung beim Turmbau zu Babel. Was der Hochmut der Menschen in der Vorzeit auseinandergerissen hat, das wird neu zusammengefügt durch die Frohe Botschaft Jesu.

Eine zweite Anspielung auf die Verheißungen Gottes im Alten Testament ist darin enthalten: Die Wanderung der Völker auf den Zion, nach Jerusalem, weil sie gehört haben, und es sich in der Welt herumgesprochen hat: Hier oben lernt ihr Gerechtigkeit und Frieden von Gott.

Es sind 15 verschiedene Völker in der Lesung genannt – sie sind beisammen in Jerusalem und wollen den Frieden und die Gerechtigkeit Gottes sehen und erleben. Lukas meint: Das Pfingstereignis in Jerusalem ist der Ort und der Zeitpunkt, wo Gott exemplarisch Frieden schafft, die Menschen zusammenführt, über alle Sprach- und sonstigen Grenzen hinweg.

 

Und noch etwas wird deutlich: Alle diese Menschen aus allen Völkern - und auch Religionen - haben Sehnsucht nach dem Frieden Gottes - alle sind empfänglich für die Frohe Botschaft von Jesus Christus. Diese Botschaft ist für alle Kulturen bestimmt ist nicht nur „multikulturell“ sondern „omnikulturell“.

Und diese Botschaft ist: Ihr braucht keine Angst mehr zu haben, keine Scheu und keine Furcht einander zu lieben. Kurz: Ihr seid befreit und frei zu lieben.

Amen.

PFINGSTSONNTAG (B) 2018 Bach

 

Lesung aus Apostelgeschichte                                            Apg 2, 1-11

1Als der Pfingsttag gekommen war, befanden sich alle am gleichen Ort.

2Da kam plötzlich vom Himmel her ein Brausen, wie wenn ein heftiger Sturm daherfährt, und erfüllte das ganze Haus, in dem sie waren.

3Und es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer, die sich verteilten; auf jeden von ihnen ließ sich eine nieder.

4Alle wurden mit dem Heiligen Geist erfüllt und begannen, in fremden Sprachen zu reden, wie es der Geist ihnen eingab.

5In Jerusalem aber wohnten Juden, fromme Männer aus allen Völkern unter dem Himmel.

6Als sich das Getöse erhob, strömte die Menge zusammen und war ganz bestürzt; denn jeder hörte sie in seiner Sprache reden.

7Sie gerieten außer sich vor Staunen und sagten: Sind das nicht alles Galiläer, die hier reden?

8Wieso kann sie jeder von uns in seiner Muttersprache hören:

9Parther, Meder und Elamiter, Bewohner von Mesopotamien, Judäa und Kappadozien, von Pontus und der Provinz Asien,

10von Phrygien und Pamphylien, von Ägypten und dem Gebiet Libyens nach Zyrene hin, auch die Römer, die sich hier aufhalten,

11Juden und Proselyten, Kreter und Araber, wir hören sie in unseren Sprachen Gottes große Taten verkünden.

 

 

+ Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes                                      Joh 20, 19-23

19Am Abend des ersten Tages der Woche, als die Jünger aus Furcht vor den Juden die Türen verschlossen hatten, kam Jesus, trat in ihre Mitte und sagte zu ihnen: Friede sei mit euch!

20Nach diesen Worten zeigte er ihnen seine Hände und seine Seite. Da freuten sich die Jünger, dass sie den Herrn sahen.

21Jesus sagte noch einmal zu ihnen: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch.

22Nachdem er das gesagt hatte, hauchte er sie an und sprach zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist!

23Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben; wem ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert.

 

 

 

Predigt Paul Mascher

 

Liebe Mitchristen hier in Bach

 

Pfingsten ist wieder – und mit Pfingsten kommt wieder der Alltag, der christliche Alltag in die Gänge.

Seit dem Aschermittwoch – und das ist lange her – sind besondere Zeiten. Zuerst die Fastenzeit als Vorbereitung auf das Osterfest – und mit dem Osterfest beginnt die Osterzeit, eine Freudenzeit, Freude über das Geschenk der Auferstehung Jesu und damit auch unserer Hoffnung.

Mit dem heutigen Tag endet diese Osterzeit – wir gehen sozusagen in den normalen Rhythmus des Lebens zurück, kommen heim von der Feier.

 

Damals – als die Jünger Jesu Pfingsten erlebten, damals begann für sie ein neues Leben, ein neues Leben, das für sie normal werden sollte.

Diese ganzen Umbrüche mit ihrem Jesus – der Schock seines Todes – das Unfassbare seiner Auferweckung – das war stark. Fast zu viel für sie.

Denn was wird jetzt aus ihnen?

Zu Lebzeiten Jesu orientierten sie sich ganz an ihm, er war ihr Herr und Meister. Die Begegnungen nach der Auferstehung waren ganz anders, - irgendwie so, als wären sie nicht in der Welt.

Und jetzt ist Jesus nicht mehr greifbar, weder wie zu seinen Lebzeiten, noch wie zur Zeit nach der Auferweckung. Sie bleiben zurück.

Was wird aus ihnen?

Der Hl. Geist wird ausgegossen über sie – was immer das zunächst heißt.

 

Schauen wir in die Frohe Botschaft von Johannes hinein, in den Abschnitt, den wir heute gehört haben. Diese Stelle ist sozusagen der Bericht des Johannes über die Aussendung des Hl. Geistes. Also der Pfingstbericht des Johannes.

„Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch.“

 

Ihr, ihr meine Jünger seid ab jetzt diejenigen, auf die meine Berufung übergeht. Ihr seid jetzt zueinander Jesusse, und seid der Welt gegenüber als Kirche Jesus.

Wie mich der Vater gesandt hat – zu den Menschen zu gehen, zu heilen, zu vergeben, das Schwache stützen und den nur noch glimmenden Docht nicht löschen - die Frohe Botschaft von der Nähe Gottes zu verkünden und zur Umkehr aufzufordern, zu begleiten – so sende ich euch. Diese Sache Jesu ist jetzt Sache der Jünger.

Und: „Nachdem er das gesagt hatte, hauchte er sie an und sprach zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist!“

Dieses anhauchen kennen wir schon von der Schöpfungsgeschichte her wo es heißt: „Da formte Gott, der Herr, den Menschen aus Erde vom Ackerboden und blies in seine Nase den Lebensatem. So wurde der Mensch zu einem lebendigen Wesen.“

Es geschieht an den Jüngern etwas wie eine neue Erschaffung der Menschen – oder der ganz intime Bezug Gottes zu den Menschen wird wieder hergestellt.

 

Und Jesus redet weiter: „Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben; wem ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert.“

Sünden vergeben, das ist allein Gottes Sache. Jesus hat es auch getan und darüber waren die Schriftgelehrten erbost „Wer kann denn Sünden vergeben außer Gott?“

Und jetzt sagt er zu den Jünger – ich betone Jünger, nicht Apostel, - Sie sollen Sünden vergeben - und zwar wirkmächtig, so, dass derjenige weiß, dem die Sünden vergeben werden, dass sie auch wirklich vergeben sind. – Da geht es nicht um die Beichte, da geht es um die Vergebung, auch im Namen Gottes durch alle die zu Christus gehören, auch durch uns – als Einzelne oder als Gemeinschaft.

 

Wenden wir uns auch dem Pfingstbericht des Lukas zu, der Apostelgeschichte. Die stellt nicht so sehr die Berufung der Jünger heraus, sondern mehr die Wirkung der Ausgießung des Hl. Geistes.

Zuerst – wie Sturm, wie Feuer erleben die Jünger - und eben nicht nur die Jünger - das Kommen des Geistes Gottes. Die ganze Stadt erlebt dieses Brausen sodass die Menschen zusammenströmen.

Und dann geschieht dieses sogenannte Sprachwunder: Wir alle können die Jünger in unserer Muttersprache verstehen.

Hier geschieht die Umkehrung der Sprachverwirrung beim Turmbau zu Babel. Was der Hochmut der Menschen in der Vorzeit auseinandergerissen hat, das wird neu zusammengefügt durch die Frohe Botschaft Jesu.

Eine zweite Anspielung auf die Verheißungen Gottes im Alten Testament ist darin enthalten: Die Wanderung der Völker auf den Zion, nach Jerusalem, weil sie gehört haben, und es sich in der Welt herumgesprochen hat: Hier oben lernt ihr Gerechtigkeit und Frieden von Gott.

Es sind 15 verschiedene Völker in der Lesung genannt – sie sind beisammen in Jerusalem und wollen den Frieden und die Gerechtigkeit Gottes sehen und erleben. Lukas meint: Das Pfingstereignis in Jerusalem ist der Ort und der Zeitpunkt, wo Gott exemplarisch Frieden schafft, die Menschen zusammenführt, über alle Sprach- und sonstigen Grenzen hinweg.

 

Und noch etwas wird deutlich: Alle diese Menschen aus allen Völkern - und auch Religionen - haben Sehnsucht nach dem Frieden Gottes - alle sind empfänglich für die Frohe Botschaft von Jesus Christus. Diese Botschaft ist für alle Kulturen bestimmt ist nicht nur „multikulturell“ sondern „omnikulturell“.

Und diese Botschaft ist: Ihr braucht keine Angst mehr zu haben, keine Scheu und keine Furcht einander zu lieben. Kurz: Ihr seid befreit und frei zu lieben.

Amen.

 

 

 

 

 

 

 

Aus dem heiligen Evangelium nach Markus

 

In jener Zeit ging Jesus zusammen mit Jakobus und Johannes in das Haus des Simon und Andreas.

Die Schwiegermutter des Simon lag mit Fieber im Bett. Sie sprachen mit Jesus über sie, und er ging zu ihr, fasste sie an der Hand und richtete sie auf. Da wich das Fieber von ihr, und sie sorgte für sie.

Am Abend, als die Sonne untergegangen war, brachte man alle Kranken und Besessenen zu Jesus. Die ganze Stadt war vor der Haustür versammelt, und er heilte viele, die an allen möglichen Krankheiten litten, und trieb viele Dämonen aus. Und er verbot den Dämonen zu reden; denn sie wussten, wer er war.

In aller Frühe, als es noch dunkel war, stand er auf und ging an einen einsamen Ort, um zu beten.

Simon und seine Begleiter eilten ihm nach, und als sie ihn fanden, sagten sie zu ihm: Alle suchen dich.

Er antwortete: Lasst uns anderswohin gehen, in die benachbarten Dörfer, damit ich auch dort predige; denn dazu bin ich gekommen.

Und er zog durch ganz Galiläa, predigte in den Synagogen und trieb die Dämonen aus.

Mk 1, 29-39

 

 

Liebe Mitchristen hier in Häselgehr

 

Wir haben gerade gelesen und gehört:

Am Abend, als die Sonne untergegangen war, brachte man alle Kranken und Besessenen zu Jesus. Und er heilte viele, die an allen möglichen Krankheiten litten, und trieb viele Dämonen aus.

Bei der Vorbereitung zu diesem Gottesdienst wurde ich darauf aufmerksam gemacht, dass Besessenheit bzw. das Reden von Dämonen oft schwer verständlich ist. Deshalb möchte ich versuchen eine Deutung davon zu geben. Da möchte ich zurückgreifen auf das Evangelium des letzten Sonntags wo Besessenheit genauer beschrieben wird.

 

„In der Synagoge saß ein Mann, der von einem unreinen Geist besessen war. Der begann zu schreien: Was haben wir mit dir zu tun, Jesus von Nazaret? Bist du gekommen, um uns ins Verderben zu stürzen? Ich weiß, wer du bist: der Heilige Gottes.

Da befahl ihm Jesus: Schweig und verlass ihn!

Der unreine Geist zerrte den Mann hin und her und verließ ihn mit lautem Geschrei.“

 

Der Mann mit dem unreinen Geist hat Angst vor Jesus – nicht weil Jesus Böses will, sondern weil er ihm die Augen öffnet. Er sieht ganz deutlich – er hat es eigentlich immer auch selber gewusst – nur hat er es vor sich selber verborgen, dass wenn er so weiterlebt, es ein böses Ende nehmen wird.

Das ist heute auch vielfach anzutreffen: Wir alle wissen, wenn wir die Natur weiterhin so ausbeuten wie bisher, dass es dann einen Kollaps geben wird, ja geben muss. Wir wissen, wir müssen umkehren, anders tun und anders leben. Ganz inwendig wissen wir das.

Und da bekommen wir Angst, vor diesem Neuen, da werden wir aggressiv, wenn uns jemand diesen Spiegel vorhält. Das tut uns weh, das ist wie eine Entwöhnung von einer Sucht, eben von einer Besessenheit.

Oftmals im Leben lügen wir uns selber an. Auch dieser Mann mit dem unreinen Geist lügt sich vielleicht schon ein Leben lang an – jetzt sieht er wieder einmal seine Lüge und wird aggressiv.

Jesu Art zu denken, zu reden und zu tun bringen ihn aus der gewohnten Spur – er wird sich eingestehen: Besser ich kehre um als dass ich den Unheilsweg fortsetze.

 

Soweit zu einer Deutung von Besessenheit und zu den Dämonen.

 

Der Schlüssel zum Verständnis der Evangeliumstellen des letzten Sonntags bis zum nächsten Sonntag – dann ist Fastenzeit - ist die Berufung der ersten vier Jünger.

Sie machen sozusagen die Lehre bei Jesus. Und Jesus hält keine langen Vorträge, sonder nimmt sie einfach mit, damit sie sehen und erleben was es heißt: Die Herrschaft Gottes ist nahe.

Das letzte Mal stand im Mittelpunkt der Mann mit dem unreinen Geist. Heute hörten wir vom Andrang der Leute die alle Heilung suchten. Ja, die Jünger sagten Jesus: Alle suchen dich. Am nächsten Sonntag geht es um das Leben eines Aussätzigen.

Hier erleben die Jünger, dass es viel Sehnsucht gibt, viel kleine und größere Nöte, Sorgen und Krankheiten. Hier sehen die Jünger, dass die Menschen sehr wohl Hilfe brauchen und suchen und annehmen.

Doch Jesus selber sucht auch – das Gebet. Auch er braucht Hilfe, Hilfe von seinem Vater – damit er weiß, dass er den richtigen Weg geht, den zu gehen ihn der Vater gesandt hat.

Und da ist es interessant, dass Jesus nicht in Kafarnaum, einem mondänen Ort am See Genezareth, bleiben will, sondern in die umliegenden Dörfer gehen will um auch dort zu predigen und zu heilen.

Er braucht nicht die glanzvollen Orte, er geht auch ins Lechtal und von dort nach Gramais. Er weiß, dass wer nicht auch das kleine unscheinbare Leben kennt, die Menschen nicht kennt. Auch den Menschen in den Dörfern und Weilern gehört gesagt: Die Zeit ist erfüllt, die Herrschaft Gottes ist ganz nahe, kehrt um – glaubt diese Frohe Botschaft.

Das haben die Jünger gelernt – das Kleine zu ehren.

 

Am Beginn des Gottesdienstes war die Aussage: „Wir hier suchen den Herrn“

Doch, wo finden wir ihn?

In Jerusalem, in Kafarnaum, in Gramais und in der Gutschau. Wo immer Menschen Hilfe brauchen, Hilfe suchen und auch annehmen. Wo Menschen besessen sind und sich selber anlügen – und deshalb Hilfe zur Neuorientierung brauchen und Begleitung.

Bei diesen ist Jesus zu finden – denn er ist gesandt, gerade den Armen und Kleinen die Frohe Botschaft zu verkünden: Kehrt jetzt um – denn die Herrschaft Gottes ist ganz nahe.

Amen

Paul Mascher 

 

 


 

 ADVENTSONNTAG

 

Lesung aus dem Buch Jesaja

 

Tröstet, tröstet mein Volk, spricht euer Gott.

Redet Jerusalem zu Herzen und verkündet der Stadt, dass ihr Frondienst zu Ende geht, dass ihre Schuld beglichen ist; denn sie hat die volle Strafe erlitten von der Hand des Herrn für all ihre Sünden.

Eine Stimme ruft: Bahnt für den Herrn einen Weg durch die Wüste! Baut in der Steppe eine ebene Straße für unseren Gott!

Jedes Tal soll sich heben, jeder Berg und Hügel sich senken. Was krumm ist, soll gerade werden, und was hüglig ist, werde eben.

Dann offenbart sich die Herrlichkeit des Herrn, alle Sterblichen werden sie sehen.

Jes 40, 1-5

 

Aus dem heiligen Evangelium nach Markus

 

Anfang des Evangeliums von Jesus Christus, dem Sohn Gottes: Es begann, wie es bei dem Propheten Jesaja steht: Ich sende meinen Boten vor dir her; er soll den Weg für dich bahnen. Eine Stimme ruft in der Wüste: Bereitet dem Herrn den Weg! Ebnet ihm die Straßen!

So trat Johannes der Täufer in der Wüste auf und verkündigte Umkehr und Taufe zur Vergebung der Sünden.

Ganz Judäa und alle Einwohner Jerusalems zogen zu ihm hinaus; sie bekannten ihre Sünden und ließen sich im Jordan von ihm taufen.

Johannes trug ein Gewand aus Kamelhaaren und einen ledernen Gürtel um seine Hüften, und er lebte von Heuschrecken und wildem Honig.

Er verkündete: Nach mir kommt einer, der ist stärker als ich; ich bin es nicht wert, mich zu bücken, um ihm die Schuhe aufzuschnüren.

Ich habe euch nur mit Wasser getauft, er aber wird euch mit dem Heiligen Geist taufen.

Mk 1, 1-8

 

 

 

Liebe Mitchristen hier in Bach

 

„Anfang des Evangeliums von Jesus Christus, dem Sohn Gottes.“ So beginnt das Markusevangelium, ganz schlicht, ohne Schnörkel irgendwie sachlich.

In diesem ersten Satz bekommt das ganze Evangelium seine Überschrift – wird prägnant zusammengefasst, was Markus in dieser Schrift versucht darzulegen. Markus will seinen Mitchristen die frohe Botschaft, die gute Nachricht darlegen. Und diese frohe Botschaft ist Jesus selber. Nicht nur was er sagt ist gute Nachricht, sondern er selber ist es der sagt: „Folgt mir nach!“

Und im Bericht über diese Frohe Botschaft, im Erzählen von Jesus will Markus seine Mitchristen entdecken lassen wer dieser Jesus ist: der Sohn Gottes.

Beim Tod Jesu am Kreuz lesen wir folgendes bei Markus: „Als der Hauptmann, der Jesus gegenüberstand, ihn auf diese Weise sterben sah, sagte er: Wahrhaftig, dieser Mensch war Gottes Sohn.“

 

Und Markus greift sofort zurück auf die Geschichte Gottes mit seinem Volk, den Juden. Das meint auch, die Verheißungen, die Versprechungen Gottes an sein Volk bleiben aufrecht, bleiben gültig.

Am Ende der Lesung aus dem Buch des Propheten Jesaja heißt es: Wenn der Weg geebnet ist, „Dann offenbart sich die Herrlichkeit des Herrn, alle Sterblichen werden sie sehen.“

Und Markus bezieht dies auf Jesus. – Wer Jesus sieht, sieht die Herrlichkeit des Herrn. Und so ist sein Evangelium eine Hilfe zur Entdeckung des Sohnes Gottes jund der Herrlichkeit des Herrn.

„Er wird euch mit dem Heiligem Geist taufen“ bekennt Johannes der Täufer als er am Jordan taufte. Ist das diese Herrlichkeit? Dass die Menschen, die Sterblichen mit dem Hl. Geist getauft werden?

Dieses getauft sein mit dem Hl. Geist bedeutet, dass die Menschen in die Dynamik Gottes mit hineingenommen sind. Dass, wie sie bei der Schöpfung durch den Atem Gottes mit ihm verbunden sind, jetzt neu mit ihm verbunden werden.. Es geht etwas über von Gott auf die Menschen – sein Geist. Der Geist der lebendig macht, der Frieden schafft, der tröstet, ermutigt, der Geist der uns lieben macht. Im Hl. Geist stellt sich Gott ganz an unsere Seite damit wir, Seite an Seite mit ihm die Welt weitergestalten und das Leben lebenswerter für uns selber und für die Menschen insgesamt machen.

 

Das ist die Herrlichkeit des Herrn – formal ausgedrückt: Seite an Seite mit Gott leben können.

Und es gibt noch eine inhaltliche Seite dieser Herrlichkeit. Gefragt nach dem Frohen der Frohen Botschaft antworte ich wenn es ganz kurz sein soll: Das Frohe daran ist, dass wir keine Angst zu haben brauchen um zu lieben.

Von dieser Angst zu lieben sind wir befreit. Wir sind dazu erlöst Seite an Seite mit Gott zu lieben.

 

Liebe Mitchristen

Die Herrlichkeit des Herrn besteht darin, dass wir einander lieben.

Es gibt im Leben nichts Schöneres als zu lieben und geliebt zu werden.

Das ist der Traum der Menschheit, ihre Sehnsucht.

Und diese Sehnsucht wird in unseren Gesellschaften wohl gespürt, aber sie ist nicht das Leitbild.

Von den Leitbildern der Gesellschaften wie Leistung und Reichtum und Schönheit und Ehre und Macht - wird die Sehnsucht nach Liebe zugeschüttet, man könnte auch sagen zugemullt.

Nach dieser Sehnsucht zu suchen, das ist der Beginn den Weg Gottes in unser persönliches Leben zu bauen. Und die Erinnerungen in uns wecken in denen wir glücklich sind und waren weil wir geliebt haben und geliebt wurden so machen wir die Wege Gottes eben.

Diese Sehnsucht und diese Erinnerungen sind unendlich wertvoll wenn wir Jesus als den Sohn Gottes entdecken wollen.

Diese Sehnsucht und diese Erinnerungen sollen für uns Christen das Lebens-Leitbild werden im Vertrauen darauf, dass Gott uns seinen Geist schenkt und er Seite an Seite die Wege der Liebe mitgeht.

Amen

Paul Mascher

 

 


 

Betrachtung am Hochfest der ohne Erbsünde empfangen Gottesmutter Maria

(Stockach 2017)

 

B: Maria ist bewahrt von der Erbsünde.

Maria ist bewahrt vor der Angst zu lieben.

Maria sagt Ja zur Liebe.

Maria sagt Ja zur Verantwortung.

 

A: Ihr ist Verantwortung übertragen – viel Verantwortung.

Sie übernimmt Verantwortung für die ganze Welt, weil sie Verantwortung übernimmt für den Erlöser der Welt.

 

B: Maria hat keine Angst zu lieben und keine Angst vor der Verantwortung – denn:

Mit Gott überspringt sie Mauern – mit ihm gemeinsam kann sie die Verantwortung und das Lieben wagen.

Gott trägt sie.

 

 

A: Wir sind getauft, erlöst – auch von der Erbsünde.

Wir brauchen uns nicht zu fürchten zuviel zu lieben.

Wir brauchen uns nicht zu fürchten vor zuviel Verantwortung.

Wir können Ja sagen.

Denn mit Gott können auch wir Mauern überspringen.

Er wird uns tragen

 

Paul Mascher

 

 


 

 

 

Wortgottesdienst - Cäciliafeier
26. November 2017

Predigt von Paul Mascher

 

Darauf wird der König ihnen antworten: Amen, ich sage euch: Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.

Dann wird er sich an die auf der linken Seite wenden und zu ihnen sagen: Weg von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das für den Teufel und seine Engel bestimmt ist!

Denn ich war hungrig, und ihr habt mir nichts zu essen gegeben; ich war durstig, und ihr habt mir nichts zu trinken gegeben;

ich war fremd und obdachlos, und ihr habt mich nicht aufgenommen; ich war nackt und ihr habt mir keine Kleidung gegeben; ich war krank und im Gefängnis, und ihr habt mich nicht besucht.

Dann werden auch sie antworten: Herr, wann haben wir dich hungrig oder durstig oder obdachlos oder nackt oder krank oder im Gefängnis gesehen und haben dir nicht geholfen?

Darauf wird er ihnen antworten: Amen, ich sage euch: Was ihr für einen dieser Geringsten nicht getan habt, das habt ihr auch mir nicht getan.

Und sie werden weggehen und die ewige Strafe erhalten, die Gerechten aber das ewige Leben.

Mt 25, 31-46

 

   

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

CÄCILIAFEIER

Elbigenalp 2017

 

  

 

 

 

 

CHRISTKÖNIG-SONNTAG

Lesung aus dem Buch des Propheten Ezechiel

 

So spricht Gott, der Herr: Jetzt will ich meine Schafe selber suchen und mich selber um sie kümmern.

Wie ein Hirt sich um die Tiere seiner Herde kümmert an dem Tag, an dem er mitten unter den Schafen ist, die sich verirrt haben, so kümmere ich mich um meine Schafe und hole sie zurück von all den Orten, wohin sie sich am dunklen, düsteren Tag zerstreut haben.

Ich werde meine Schafe auf die Weide führen, ich werde sie ruhen lassen - Spruch Gottes, des Herrn.

Die verloren gegangenen Tiere will ich suchen, die vertriebenen zurückbringen, die verletzten verbinden, die schwachen kräftigen, die fetten und starken behüten. Ich will ihr Hirt sein und für sie sorgen, wie es recht ist.

Ihr aber, meine Herde - so spricht Gott, der Herr -, ich sorge für Recht zwischen Schafen und Schafen, zwischen Widdern und Böcken.

Ez 34, 11-12.15-17

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus

 

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:

Wenn der Menschensohn in seiner Herrlichkeit kommt und alle Engel mit ihm, dann wird er sich auf den Thron seiner Herrlichkeit setzen.

Und alle Völker werden von ihm zusammengerufen werden, und er wird sie voneinander scheiden, wie der Hirt die Schafe von den Böcken scheidet.

Er wird die Schafe zu seiner Rechten versammeln, die Böcke aber zur Linken.

Dann wird der König denen auf der rechten Seite sagen: Kommt her, die ihr von meinem Vater gesegnet seid, nehmt das Reich in Besitz, das seit der Erschaffung der Erde für euch bestimmt ist.

Denn ich war hungrig, und ihr habt mir zu essen gegeben; ich war durstig, und ihr habt mir zu trinken gegeben; ich war fremd und obdachlos, und ihr habt mich aufgenommen;

ich war nackt und ihr habt mir Kleidung gegeben; ich war krank, und ihr habt mich besucht; ich war im Gefängnis, und ihr seid zu mir gekommen.

Dann werden ihm die Gerechten antworten: Herr, wann haben wir dich hungrig gesehen und dir zu essen gegeben, oder durstig und dir zu trinken gegeben?

Und wann haben wir dich fremd und obdachlos gesehen und aufgenommen, oder nackt und dir Kleidung gegeben?

Und wann haben wir dich krank oder im Gefängnis gesehen und sind zu dir gekommen?                   >>>>>>

 

Liebe Musikantinnen und Musikanten, liebe Mitglieder der vielen Vereine - kurz: Liebe Mitchristen hier in Elbigenalp!

 

Diese Stelle des Evangeliums, das wir eben hörten, ist eigentlich klipp und klar. Da weiß man, was zu tun ist – ohne Umschweife.

Andererseits weiß man nicht so recht: Ist diese letzte große Predigt Jesu zum Sich-Fürchten oder zum Sich-Freuen?

Da heißt es einmal: „Kommt her, die ihr von meinem Vater gesegnet seid, nehmt das Reich in Besitz, das seit der Erschaffung der Erde für euch bestimmt ist.“

Und dann: „Weg von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das für den Teufel und seine Engel bestimmt ist!“

 

Ich will zwei Hinweise geben, diese Grausamkeit einordnen zu können.

Erstens will Jesus aufzeigen: Dieser König des Endgerichtes ist mächtiger als alle anderen Könige und Herrschaften. Dazu muss man bemerken, dass die Mächtigkeit der Könige damals in der Antike sich auch an der zur Schau gestellten Grausamkeit bemisst. Also: die Könige der Welt sind absolut keine Konkurrenz zum König der Endzeit – den Versprechungen der Könige ist nicht zu trauen, sich an ihnen zu orientieren bringt Verderben.

Zweitens will Jesus zum Ausdruck bringen, dass es ernst ist, dringlich ist, dass es jetzt und immer jetzt um das Heil geht. Es ist ganz wie seine Verkündigung am Beginn seines öffentlichen Wirkens: Kehrt um, das Himmelreich ist ganz nahe.

 

Die Frage dieser Stelle des Evangeliums ist: Wie sollen wir uns den Armen, Nackten, Obdachlosen, Fremden, ja den Bedrängten aller Art gegenüber verhalten? Und hier ist die Antwort klar und eindeutig. Und sogar so eindeutig, dass Christus sagt: ICH war nackt und hungrig, fremd und obdachlos – ich war das. Das ist eine Identifizierung höchsten Maßes, mehr als wenn er sagt: Dieses Brot ist mein Leib. Gerade in denen, die unsere Gesellschaft jetzt verbannen möchte, kommt uns Christus entgegen.

 

Es ist die feste Überzeugung Jesu: Wer sich den Bedrängten zuwendet, wird Heil erfahren, ein erfülltes Leben. - Wer liebt gewinnt, nicht wer sammelt.

Das meint er nicht nur für das Jenseits, für ein Leben nach dem Tod. Er meint auch, dass es um das erfüllte Leben jetzt geht, hier und heute.

Denken wir an das Bundesmusikfest heuer im Sommer. Da war das ganze Dorf auf den Füßen, um der Musikkapelle zu helfen, dieses Fest durchzuführen. Da wird man nicht die Stunden gezählt haben und nicht den Schweiß und was man gelaufen ist. Dennoch, so erfahre ich es, hatten alle, auch die Schwerarbeiter und Schwerarbeiterinnen, schlussendlich Freude.

Auf diese Freude will Jesus hinaus. Schauen wir doch in unser Leben: Wo wir geteilt haben – wo wir geholfen haben – wo wir getröstet haben – dort sind die Orte der Freude. ---- Schauen wir doch mit diesem Blick unser Leben durch.

 

Nicht, dass wir immer und unter allen Umständen teilen, helfen, trösten müssen, das könnten wir gar nicht – aber es geht um eine grundsätzliche Zuwendung zu den bedrängten Menschen und heute auch zur bedrängten Natur.

Sich grundsätzlich zuwenden heißt natürlich auch konkret zu helfen, wo ich dazu in der Lage bin. Als Menschen sind wir begrenzt. Wir können nicht alles, und nicht jeder Mensch ist gleich stark usw. Aber hinwenden und zumindest die Helfenden unterstützen können wir.

 

So im Allgemeinen sagt man, dass es Leute gibt, die die Arbeit sehen und andere, die die Arbeit weniger oder auch nicht sehen. So ist es auch mit dem Wahrnehmen der Bedrängten. Christliche Kultur bedeutet nun einmal diese wahrzunehmen und entsprechend zu handeln.

In Teilen unserer Gesellschaft werden diese Leute mit Spott bedacht, werden sie lächerlich gemacht – das hat nichts, absolut nichts mit christlich zu tun.

 

Der Grundgedanke der Hinwendung zu den Bedrängten kommt auch in der Lesung zum Ausdruck: „So spricht Gott, der Herr: Die verloren gegangenen Tiere will ich suchen, die vertriebenen zurückbringen, die verletzten verbinden, die schwachen kräftigen, die fetten und starken behüten.“

Das ist eine Grundeigenschaft Gottes. Hier ist nicht die Rede vom Gericht sondern von Gottes Sorge um seine Schafe, um uns Menschen. Die Bedrängten wird er suchen, zurückbringen, verbinden, kräftigen – diese sind als erste genannt, aber er sorgt sich auch um die Fetten und Starken, er wird sie behüten.

Dieses Suchen und Retten und Behüten Gottes findet seinen höchsten Ausdruck in Jesus Christus – und dieser mutet uns hier und heute zu, selber in diese Bewegung einzusteigen, um einander dienend zu werden.

 

Die Rede vom Gericht will die Dringlichkeit und Ernsthaftigkeit hervorheben, es soll verhindert werden, dass sich die Menschen selber zerfleischen und einander vernichten.

Der Menschensohn nämlich ist nicht in die Welt gekommen, um die Welt zu richten, sondern um die Welt zu retten.

Amen.


 

Christkönig

Liebe Pfarrgemeinde!

Mit dem heutigen Sonntag schließt sich ein Kreis: das Kirchenjahr ist zu Ende – und gleichzeitig wird Christus als König gefeiert – der Blick auf ihn ist sozusagen am letzten Höhepunkt angelangt.

Werfen wir einen Blick zurück auf das vergangene Kirchenjahr: 3 Höhepunkte hat es gehabt: Weihnachten – Ostern – Pfingsten

 

Weihnachten, damit beginnt die Geschichte von Jesus Christus, dem Menschen und Gottessohn.

Da fängt es schon sehr menschlich an: zuerst ein langes, langes Warten und Sehnen eines Volkes nach Erlösung – und dann kommt ein kleines Menschenkind zur Welt, statt dem erhofften, mächtigen König, der ganz Israel von der Herrschaft der Römer befreien soll.

Es war schon eine Zumutung, in diesem Kind den ersehnten Retter zu sehen! Und mit dem Wissen der Gelehrten kamen die Menschen auch nicht weiter.

Nur die einfachen Leute, die keine vorgefasste Meinung über den Retter Israels hatten, die konnten das Wunder erkennen.

„Gott wird Mensch, so wie wir – ganz und gar Mensch!“

Klein, nackt, hilflos und wenn er am Leben bleiben sollte, dann brauchte er das Behütet- und Umsorgt sein von seinen Eltern. Genau wie unsere Kinder auch.

Erst wenn wir Liebe und Geborgenheit erfahren, können wir wachsen und uns entwickeln und reifen und zu dem Menschen werden, als den uns Gott gedacht hat.

DAS IST DIE BOTSCHAFT VON WEIHNACHTEN: Jeder von uns kann nur durch die Liebe eines anderen ganz Mensch werden!

 

Sehen wir uns den zweiten Höhepunkt des Kirchenjahres an: Ostern

Jesus kommt nicht an mit seiner Botschaft. Die Menschen wundern sich zwar und be-wundern ihn – aber verstehen wollen sie ihn nicht!

Jesus leidet darunter, aber er gibt trotzdem nicht auf, seinen Weg zu gehen.

Er spürt, dass die Menschen seine Botschaft eigentlich nicht begreifen.

Er will den Menschen im Auftrag seines Vaters sagen, dass sie von Gott geliebt sind, dass sie einen väterlichen und mütterlichen Gott an ihrer Seite haben, der sie auch in den dunklen Stunden ihres Lebens nicht alleine lässt.

Und darum lässt sich Jesus auf die äußerste Not ein, die ein Mensch erleben kann: sich von allen – und sogar von Gott verlassen zu fühlen.

Er schreit diese bittere Erfahrung am Kreuz heraus: „Mein Gott, warum hast du mich verlassen“?

Er stirbt, scheinbar gescheitert in seinen Lebensplänen. Doch diesem äußersten Dunkel folgt der Ostermorgen!

Das JA Gottes zum Leben! Zu einem neuen Leben in Fülle, in Ganzheit und Unversehrtheit.

Der Tod hat nicht das letzte Wort! Das was scheinbar gescheitert ist in meinem Leben, was ich nicht zuwege gebracht habe, was schief gelaufen ist … das allein ist es nicht! Gott verwandelt auch das Bruchstückhafte meines Lebens in etwas Ganzes, Vollkommenes und Heiles! Dies ist die befreiende Botschaft von Ostern!

 

Der 3. Höhepunkt ist Pfingsten!

Die Jünger sind wie gelähmt und wissen nicht, was sie tun sollen. Sie sind sprachlos und maßlos enttäuscht. Für sie ist mit dem Tod Jesu alles aus gewesen! Und dann passiert das Großartige, das Unglaubliche!

Der Geist Gottes kommt über sie, erfüllt und durchdringt sie. Und plötzlich sind sie wie verwandelt - Mut und Zuversicht und Freude erfüllen sie! Und die Jünger beginnen mutig von dem zu reden, was sie von Jesus Christus erfahren haben und wovon sie begeistert sind.

Für uns heißt das: Wir können uns selber noch so als Versager, als Unfähige, als Ängstliche erleben – aber wenn wir darauf vertrauen, dass Gottes Geist uns verwandeln kann, dann tut er es! Dann wirkt er in uns, dann geschieht das Pfingstwunder für uns auf’s Neue!

Und damit sind wir wieder beim heutigen Fest und beim Abschluss des Kirchenjahres angelangt: Christus als König!

Nicht einer mit einer Krone und einem Zepter, vor dem man einen roten Teppich ausbreitet, sondern einer, der ein unendliches Reich des Friedens und der Freude und der Fülle für alle bereit hält, die aus diesem Leben hinübergehen in ein neues Leben bei ihm.

Und es wird ein Leben in Vollendung sein: ohne Begrenzung, ohne Schmerz und ohne Not – ein Leben vollkommenen und ewigen Glücks!

Amen

Predigt von Diakon Otto Falch

 


 

 

 

32 Sonntag i. JK – 12. Nov. 2017 / Wortgottesdienst in Bach

 

Lesung aus dem Buch der Weisheit                       (Weish 6, 12-16)

 

Strahlend und unvergänglich ist die Weisheit; wer sie liebt, erblickt sie schnell, und wer sie sucht, findet sie.

Denen, die nach ihr verlangen, gibt sie sich sogleich zu erkennen.

Wer sie am frühen Morgen sucht, braucht keine Mühe, er findet sie vor seiner Türe sitzen.

Über sie nachzusinnen ist vollkommene Klugheit; wer ihretwegen wacht, wird schnell von Sorge frei.

Sie geht selbst umher, um die zu suchen, die ihrer würdig sind; freundlich erscheint sie ihnen auf allen Wegen und kommt jenen entgegen, die an sie denken.

 

 

 

BETRACHTUNG DAZU (Paul Mascher)

 

Das ist göttliche Weisheit:

Das geknickte Rohr nicht zu zerbrechen, und

den nur noch glimmenden Docht nicht zu löschen.

So leben ist weise.

So zu leben, schonend, achtsam, zärtlich lehrt uns die Weisheit Gottes, lehrt uns der Hl. Geist.

Dieser Geist wartet auf uns – sucht uns.

Diesen Geist hereinzubitten in unser Herz – ist weise und bringt uns ein Leben in Fülle.

 

  

32 Sonntag i. JK – 12. Nov. 2017 / Wortgottesdienst in Bach

 

Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus                 (Mt 25, 1-13)

 

In jener Zeit erzählte Jesus seinen Jüngern das folgende Gleichnis: Mit dem Himmelreich wird es sein wie mit zehn Jungfrauen, die ihre Lampen nahmen und dem Bräutigam entgegengingen.

Fünf von ihnen waren töricht, und fünf waren klug.

Die törichten nahmen ihre Lampen mit, aber kein Öl,

die klugen aber nahmen außer den Lampen noch Öl in Krügen mit.

Als nun der Bräutigam lange nicht kam, wurden sie alle müde und schliefen ein.

Mitten in der Nacht aber hörte man plötzlich laute Rufe: Der Bräutigam kommt! Geht ihm entgegen!

Da standen die Jungfrauen alle auf und machten ihre Lampen zurecht.

Die törichten aber sagten zu den klugen: Gebt uns von eurem Öl, sonst gehen unsere Lampen aus.

Die klugen erwiderten ihnen: Dann reicht es weder für uns noch für euch; geht doch zu den Händlern und kauft, was ihr braucht.

Während sie noch unterwegs waren, um das Öl zu kaufen, kam der Bräutigam; die Jungfrauen, die bereit waren, gingen mit ihm in den Hochzeitssaal, und die Tür wurde zugeschlossen.

Später kamen auch die anderen Jungfrauen und riefen: Herr, Herr, mach und auf!

Er aber antwortete ihnen: Amen, ich sage euch: Ich kenne euch nicht. - Seid also wachsam! Denn ihr wisst weder den Tag noch die Stunde.

 

 

 

PREDIGT (Paul Mascher)

 

Liebe Mitchristen hier in Bach

 

Es gibt eine kleine Fragereihe zum Durchschauen eines Abschnittes aus dem Evangelium: eine Frage ist: Was, in diesem Text, richtet mich auf, erhebt mich?

Das ist auf das heutige Evangelium bezogen doch, dass wir alle zur Hochzeit geladen sind und dass wir aktiv dabei sein sollen, es braucht uns bei diesem Fest. Und sei es nur den Bräutigam abzuholen.

Die andere Frage ist: Richtet mich diese Schriftstelle auf, gibt sie mir Orientierung? Weiß ich jetzt besser was zu tun ist, versteh ich jetzt besser den Willen Gottes? – Ja: seid klug und wachsam.

Aber klug und wachsam sein, das sind Eigenschaften, das ist unkonkret, da weiß ich wieder nicht was praktisch zu tun ist. „Klug“ und „wachsam“ bezeichnet das WIE, wie wir etwas leben sollen – nicht das WAS, was wir tun sollen im Leben.

 

Bleiben wir bei dieser Frage. Was wir heute gehört haben ist nur ein kleiner Abschnitt des Matthäusevangeliums.

Im Gesamt des Evangeliums kommt schon sehr deutlich vor WAS Gott will, was zu tun ist. Bei Matthäus ist die Bergpredigt – der allererste Abschnitt, daraus sind die Seligpreisungen, die hörten wir am Allerheiligentag. Da heißt es ganz einfach: Selig sind die Dankbaren, ihnen gehört das Himmelreich. Oder: Selig die Barmherzigen, denn sie werden Erbarmen finden. Oder: Selig, die Frieden stiften; denn sie werden Söhne und Töchter Gottes genannt werden. (Es gibt acht solcher Seligpreisungen, nicht nur drei.)

Was ist zu tun: Zuerst die Menschen die dankbar, barmherzig, friedensstiftend sind zu ehren – denn auch Gott beschenkt sie und ehrt sie – er sagt über sie: „Selig sind sie.“

Und dann sollen wir uns anstecken lassen von diesen Seligen die unter uns leben und selber auch in der einen oder anderen Hinsicht selig zu sein.

Ja die Bergpredigt – Ihr könnt sie nachlesen, das ist das 5. 6. und 7. Kapitel im Matthäusevangelium. Das ist die Eröffnungsrede Jesu.

Und die große Schlussrede Jesu hören wir am Christkönigsonntag, also in zwei Wochen, das ist die große Gerichtsrede.

Die kennen wir auch alle: „Ich war hungrig, und ihr habt mir zu essen gegeben; ich war durstig, und ihr habt mir zu trinken gegeben; ich war fremd und obdachlos, und ihr habt mich aufgenommen – oder auch nicht.“

Und weiter: „Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, oder nicht getan habt, das habt ihr mir getan oder nicht getan.“

 

Liebe Mitchristen

Was zu tun ist, ist uns klar gesagt.

Im heutigen Evangelium geht es darum WIE wir leben sollen.

„Seid wachsam! Denn ihr wisst weder den Tag noch die Stunde.“

Wachsam sein: Nicht mit den Spöttern die guten Menschen verspotten. – „Gutmensch“ ist ja ein Schimpfwort geworden in unserem Land.

Wachsam sein und diejenigen die Gott selig preist selber auch ehren und sie unterstützen, die Dankbaren, die Barmherzigen, die Friedensstifter und mehr.

 

In der Lesung, im Buch der Weisheit hörten wir den Satz: „Wer die Weisheit am frühen Morgen sucht, braucht keine Mühe, er findet sie vor seiner Türe sitzen. Das erinnert mich daran, wie ich in Elbigenalp zur Schwester Maria Verena zum Essen komme, da fragt sie mich: Hast du es gesehen? Ich weiß nicht wovon sie redet. Sie sagt: Die Blumen bei der Eingangstür.

Ja, wenn die Weisheit auch vor der Tür sitzen würde – ich würde sie immer wieder gar nicht bemerken – so mit eigenen Gedanken beschäftigt bin ich.

Wachsam sein heißt: Die guten Menschen zu bemerken, die die Gott selig preist.

Und wachsam sein heißt auch, die Not zu bemerken, zu bemerken wann ich gefragt bin zu helfen, zu teilen, zu lieben.

 

Hinter der ganzen Frohen Botschaft steht immer auch der Satz: „Fürchtet euch nicht!“ Fürchtet euch nicht einander zu dienen, zu teilen, einfach einander zu lieben.

Amen.

 

 


 

Sonntag, 15. Okt. 2017 (28. Sonntag im Jahreskreis A)

EVANGELIUM UND BETRACHTUNG – Wortgottesdienst in Stockach

 

Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus                       Mt 22, 1-14

 

In jener Zeit erzählte Jesus den Hohenpriestern und den Ältesten des Volkes das folgende Gleichnis: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem König, der die Hochzeit seines Sohnes vorbereitete.

Er schickte seine Diener, um die eingeladenen Gäste zur Hochzeit rufen zu lassen. Sie aber wollten nicht kommen.

Da schickte er noch einmal Diener und trug ihnen auf: Sagt den Eingeladenen: Mein Mahl ist fertig, die Ochsen und das Mastvieh sind geschlachtet, alles ist bereit. Kommt zur Hochzeit!

Sie aber kümmerten sich nicht darum, sondern der eine ging auf seinen Acker, der andere in seinen Laden,

wieder andere fielen über seine Diener her, misshandelten sie und brachten sie um.

Da wurde der König zornig; er schickte sein Heer, ließ die Mörder töten und ihre Stadt in Schutt und Asche legen.

Dann sagte er zu seinen Dienern: Das Hochzeitsmahl ist vorbereitet, aber die Gäste waren es nicht wert, eingeladen zu werden.

Geht also hinaus auf die Straßen und ladet alle, die ihr trefft, zur Hochzeit ein.

Die Diener gingen auf die Straßen hinaus und holten zusammen, die sie trafen, Böse und Gute, und der Festsaal füllte sich mit Gästen.

Als sie sich gesetzt hatten und der König eintrat, um sich die Gäste anzusehen, bemerkte er unter ihnen einen Mann, der kein Hochzeitsgewand anhatte.

Er sagte zu ihm: Mein Freund, wie konntest du hier ohne Hochzeitsgewand erscheinen? Darauf wusste der Mann nichts zu sagen.

Da befahl der König seinen Dienern: Bindet ihm Hände und Füße, und werft ihn hinaus in die äußerste Finsternis! Dort wird er heulen und mit den Zähnen knirschen.

Denn viele sind gerufen, aber nur wenige auserwählt.

 

BETRACHTUNG dazu

 

X: Das heutige Evangelium ist verwirrend. Der König ist sehr gewaltbereit. 

Y: Das stimmt, da könnte man viel erklären, aber das bräuchte sehr viel Zeit. 

X: Nehmen wir doch einfach einzelne Details heraus und besprechen diese. Wer sind denn die zuerst geladenen Gäste? 

Y: Das Ganze spielt sich in Jerusalem, im Tempel ab. Die Hohenpriester und Ältesten des Volkes sind sich sicher, dass sie und das Volk der Juden das Wichtigste für Gott sind.

Diese sind die zuerst geladenen. 

X: Und warum kümmerten sie sich nicht um die Einladung und schlugen sie aus? 

Y: Vielleicht deshalb, weil sie von Gott Macht erwarteten, dass sie mit Gott zusammen die Welt regieren – aber nicht eine Hochzeitsfeier. Und außerdem gibt es Wichtigeres zu tun. 

X: Doch die Hochzeit findet ja statt – mit vielen anderen Leuten, mit Guten und Bösen. 

Y: Ja, Gott gibt seinen Plan nicht auf, dem Sohn eine prächtige Hochzeit auszurichten – nur die Gäste sind andere – auch wir. 

X: Da gibt es aber einen Gast, der kein Hochzeitsgewand hat – wie soll der so schnell eine Festgewand herbekommen – der wird wieder ganz gewalttätig hinausgeworfen. 

Y: Das hochzeitliche Gewand ist Sinnbild für die Gesinnung. Es gibt Menschen die gehen zu Festen nicht weil sie sich mit den Jubilaren oder Brautleuten freuen – die kommen wegen des Buffets. Denen ist die Hochzeit egal – sie kommen um gesehen zu werden. Die haben kein „hochzeitliches“ Gewand. 

X: Dann lasst uns jetzt feiern, dass Gott mit uns lebt und wir mit ihm leben dürfen, wir haben doch wohl das Festgewand im Herzen an.

 

 


 

 

Sonntag 1. Oktober 2017 (26. i. Jk. A)

Predigt am Samstag in Häselgehr - Paul Mascher

 

Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus

 

In jener Zeit sprach Jesus zu den Hohenpriestern und den Ältesten des Volkes:

Was meint ihr? Ein Mann hatte zwei Söhne. Er ging zum ersten und sagte: Mein Sohn, geh und arbeite heute im Weinberg!

Er antwortete: Ja, Herr!, ging aber nicht.

da wandte er sich an den zweiten Sohn und sagte zu ihm dasselbe. Dieser antwortete: Ich will nicht. Später aber reute es ihn, und er ging doch.

Wer von den beiden hat den Willen seines Vaters erfüllt? Sie antworteten: Der zweite. Da sagte Jesus zu ihnen: Amen, das sage ich euch: Zöllner und Dirnen gelangen eher in das Reich Gottes als ihr.

Denn Johannes ist gekommen, um euch den Weg der Gerechtigkeit zu zeigen, und ihr habt ihm nicht geglaubt; aber die Zöllner und die Dirnen haben ihm geglaubt. Ihr habt es gesehen, und doch habt ihr nicht bereut und ihm nicht geglaubt.

Mt 21, 28-32

 

 

Liebe Mitchristen hier in Häselgehr!

 

Bei der Vorbereitung dieses Gottesdienstes entdeckten wir (Hildegard, Manfred und ich) mit welch harten Worten Jesus die Hohenpriester und Ältesten des Volkes anredet: „Amen, das sage ich euch: Zöllner und Dirnen gelangen eher in das Reich Gottes als ihr.“

Wir sagten zueinander: So möchten wir nicht angeredet, ja beschimpft werden!

 

Warum ist Jesus so aufgebracht?

Schauen wir ein paar Zeilen zurück im Evangelium. Nachdem Jesus die Händler aus dem Tempel vertrieben hatte, fragten ihn die Hohenpriester und Ältesten: Mit welchem Recht tust du das? Wer hat dir die Vollmacht dazu gegeben?

Und Jesus fragte zurück: Sagt mir zuvor – Von woher stammte die Taufe des Johannes? Vom Himmel oder von den Menschen?

Und die Gefragten drückten sich vor einer Antwort und sagten: „Wir wissen es nicht.“ – Und so gab ihnen Jesus auch keine Antwort auf ihre Frage.

 

Und jetzt erzählte Jesus das Gleichnis von den zwei ungleichen Brüdern.

 

Zu Johannes dem Täufer kamen viele Leute an den Jordan um sich einer Bußtaufe zu unterziehen. Sie bekannten ihre Sünden und ließen sich taufen.

Zu den Pharisäern und Sadduzäern sagte er: „Bringt Frucht hervor, die eure Umkehr zeigt.“ – Damit man sieht, dass ihr euer Leben ändert.

Da kamen auch viele Sünder wie Dirnen oder Zöllner. Die wollten ihr Leben ändern. Sie merkten, dass sie so nicht mehr weiterleben wollen. Sie bekannten ihre Sünden ließen sich taufen und versuchten zumindest ein neues Leben. Sie bereuten ihr bisheriges Leben.

Die sind wie der zweite Bruder. Zuerst sagten sie in ihrem Leben nein zum Wollen des Vaters – doch es reute sie und sie gehorchten doch.

Die Hohenpriester und Ältesten des Volkes gingen auch zu Johannes, ließen sich taufen und änderten ihr Leben nicht – sie meinten, so wie sie sind, so sind sie auch gut vor Gott. Sie hörten nicht den Ruf barmherzig zu sein besonders den Sündern gegenüber, sie hörten nicht den Ruf richtet nicht, sich zu versöhnen, Gerechtigkeit zu suchen.

Sie waren wie der erste Bruder im Gleichnis: Sie sagten „Ja“ vielleicht noch „selbstverständlich“ dazu – gingen aber nicht. Eigentlich wussten sie nicht was sie ändern sollten in ihrem Leben – es reute sie nichts. Nicht ihre Hartherzigkeit, nicht ihre Ungerechtigkeit, nicht dass sie sich erhaben fühlten über dem Volk und besonders mit Verachtung herabschauten auf die Dirnen und Zöllner.

Jetzt verstehen wir schon mehr warum Jesus so aufgebracht war und ihnen sagte: „Zöllner und Dirnen gelangen eher in das Reich Gottes als ihr.“

Dann sagt Jesus noch: „Johannes ist gekommen, um euch den Weg der Gerechtigkeit zu zeigen, und ihr habt ihm nicht geglaubt; aber die Zöllner und die Dirnen haben ihm geglaubt. Ihr habt es gesehen (wie die Sünder ihr Leben änderten), und doch habt ihr nicht bereut und ihm nicht geglaubt.“

 

Liebe Mitchristen:

Am Beginn dieses Wortgottesdienstes haben wir das allgemeine Schuldbekenntnis gesprochen. Ganz zum Schluss heißt es da: „Darum bitte ich auch euch Brüder und Schwestern für mich zu beten bei Gott unserem Herrn“

Diese Bitte um das Gebet möchte ich jetzt herausgreifen um mich selber und uns gemeinsam zu ermahnen wirklich füreinander zu beten. – Ich will niemandem unterstellen, dass er oder sie das nicht schon tut.

Trotzdem möchte ich darauf hinweisen dass das Gebet füreinander, der schonende Blick aufeinander, die Freude aneinander und auch die Trauer miteinander Grundlage eines christlich gerechten Lebens ist.

Im gemeinsamen Schuldbekenntnis hören wir diese Bitte. Sagen wir Ja dazu und beten wir füreinander. Amen

 

 

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