Wortgottesdienst - Cäciliafeier
26. November 2017

Predigt von Paul Mascher

 

Darauf wird der König ihnen antworten: Amen, ich sage euch: Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.

Dann wird er sich an die auf der linken Seite wenden und zu ihnen sagen: Weg von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das für den Teufel und seine Engel bestimmt ist!

Denn ich war hungrig, und ihr habt mir nichts zu essen gegeben; ich war durstig, und ihr habt mir nichts zu trinken gegeben;

ich war fremd und obdachlos, und ihr habt mich nicht aufgenommen; ich war nackt und ihr habt mir keine Kleidung gegeben; ich war krank und im Gefängnis, und ihr habt mich nicht besucht.

Dann werden auch sie antworten: Herr, wann haben wir dich hungrig oder durstig oder obdachlos oder nackt oder krank oder im Gefängnis gesehen und haben dir nicht geholfen?

Darauf wird er ihnen antworten: Amen, ich sage euch: Was ihr für einen dieser Geringsten nicht getan habt, das habt ihr auch mir nicht getan.

Und sie werden weggehen und die ewige Strafe erhalten, die Gerechten aber das ewige Leben.

Mt 25, 31-46

 

   

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

CÄCILIAFEIER

Elbigenalp 2017

 

  

 

 

 

 

CHRISTKÖNIG-SONNTAG

Lesung aus dem Buch des Propheten Ezechiel

 

So spricht Gott, der Herr: Jetzt will ich meine Schafe selber suchen und mich selber um sie kümmern.

Wie ein Hirt sich um die Tiere seiner Herde kümmert an dem Tag, an dem er mitten unter den Schafen ist, die sich verirrt haben, so kümmere ich mich um meine Schafe und hole sie zurück von all den Orten, wohin sie sich am dunklen, düsteren Tag zerstreut haben.

Ich werde meine Schafe auf die Weide führen, ich werde sie ruhen lassen - Spruch Gottes, des Herrn.

Die verloren gegangenen Tiere will ich suchen, die vertriebenen zurückbringen, die verletzten verbinden, die schwachen kräftigen, die fetten und starken behüten. Ich will ihr Hirt sein und für sie sorgen, wie es recht ist.

Ihr aber, meine Herde - so spricht Gott, der Herr -, ich sorge für Recht zwischen Schafen und Schafen, zwischen Widdern und Böcken.

Ez 34, 11-12.15-17

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus

 

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:

Wenn der Menschensohn in seiner Herrlichkeit kommt und alle Engel mit ihm, dann wird er sich auf den Thron seiner Herrlichkeit setzen.

Und alle Völker werden von ihm zusammengerufen werden, und er wird sie voneinander scheiden, wie der Hirt die Schafe von den Böcken scheidet.

Er wird die Schafe zu seiner Rechten versammeln, die Böcke aber zur Linken.

Dann wird der König denen auf der rechten Seite sagen: Kommt her, die ihr von meinem Vater gesegnet seid, nehmt das Reich in Besitz, das seit der Erschaffung der Erde für euch bestimmt ist.

Denn ich war hungrig, und ihr habt mir zu essen gegeben; ich war durstig, und ihr habt mir zu trinken gegeben; ich war fremd und obdachlos, und ihr habt mich aufgenommen;

ich war nackt und ihr habt mir Kleidung gegeben; ich war krank, und ihr habt mich besucht; ich war im Gefängnis, und ihr seid zu mir gekommen.

Dann werden ihm die Gerechten antworten: Herr, wann haben wir dich hungrig gesehen und dir zu essen gegeben, oder durstig und dir zu trinken gegeben?

Und wann haben wir dich fremd und obdachlos gesehen und aufgenommen, oder nackt und dir Kleidung gegeben?

Und wann haben wir dich krank oder im Gefängnis gesehen und sind zu dir gekommen?                   >>>>>>

 

Liebe Musikantinnen und Musikanten, liebe Mitglieder der vielen Vereine - kurz: Liebe Mitchristen hier in Elbigenalp!

 

Diese Stelle des Evangeliums, das wir eben hörten, ist eigentlich klipp und klar. Da weiß man, was zu tun ist – ohne Umschweife.

Andererseits weiß man nicht so recht: Ist diese letzte große Predigt Jesu zum Sich-Fürchten oder zum Sich-Freuen?

Da heißt es einmal: „Kommt her, die ihr von meinem Vater gesegnet seid, nehmt das Reich in Besitz, das seit der Erschaffung der Erde für euch bestimmt ist.“

Und dann: „Weg von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das für den Teufel und seine Engel bestimmt ist!“

 

Ich will zwei Hinweise geben, diese Grausamkeit einordnen zu können.

Erstens will Jesus aufzeigen: Dieser König des Endgerichtes ist mächtiger als alle anderen Könige und Herrschaften. Dazu muss man bemerken, dass die Mächtigkeit der Könige damals in der Antike sich auch an der zur Schau gestellten Grausamkeit bemisst. Also: die Könige der Welt sind absolut keine Konkurrenz zum König der Endzeit – den Versprechungen der Könige ist nicht zu trauen, sich an ihnen zu orientieren bringt Verderben.

Zweitens will Jesus zum Ausdruck bringen, dass es ernst ist, dringlich ist, dass es jetzt und immer jetzt um das Heil geht. Es ist ganz wie seine Verkündigung am Beginn seines öffentlichen Wirkens: Kehrt um, das Himmelreich ist ganz nahe.

 

Die Frage dieser Stelle des Evangeliums ist: Wie sollen wir uns den Armen, Nackten, Obdachlosen, Fremden, ja den Bedrängten aller Art gegenüber verhalten? Und hier ist die Antwort klar und eindeutig. Und sogar so eindeutig, dass Christus sagt: ICH war nackt und hungrig, fremd und obdachlos – ich war das. Das ist eine Identifizierung höchsten Maßes, mehr als wenn er sagt: Dieses Brot ist mein Leib. Gerade in denen, die unsere Gesellschaft jetzt verbannen möchte, kommt uns Christus entgegen.

 

Es ist die feste Überzeugung Jesu: Wer sich den Bedrängten zuwendet, wird Heil erfahren, ein erfülltes Leben. - Wer liebt gewinnt, nicht wer sammelt.

Das meint er nicht nur für das Jenseits, für ein Leben nach dem Tod. Er meint auch, dass es um das erfüllte Leben jetzt geht, hier und heute.

Denken wir an das Bundesmusikfest heuer im Sommer. Da war das ganze Dorf auf den Füßen, um der Musikkapelle zu helfen, dieses Fest durchzuführen. Da wird man nicht die Stunden gezählt haben und nicht den Schweiß und was man gelaufen ist. Dennoch, so erfahre ich es, hatten alle, auch die Schwerarbeiter und Schwerarbeiterinnen, schlussendlich Freude.

Auf diese Freude will Jesus hinaus. Schauen wir doch in unser Leben: Wo wir geteilt haben – wo wir geholfen haben – wo wir getröstet haben – dort sind die Orte der Freude. ---- Schauen wir doch mit diesem Blick unser Leben durch.

 

Nicht, dass wir immer und unter allen Umständen teilen, helfen, trösten müssen, das könnten wir gar nicht – aber es geht um eine grundsätzliche Zuwendung zu den bedrängten Menschen und heute auch zur bedrängten Natur.

Sich grundsätzlich zuwenden heißt natürlich auch konkret zu helfen, wo ich dazu in der Lage bin. Als Menschen sind wir begrenzt. Wir können nicht alles, und nicht jeder Mensch ist gleich stark usw. Aber hinwenden und zumindest die Helfenden unterstützen können wir.

 

So im Allgemeinen sagt man, dass es Leute gibt, die die Arbeit sehen und andere, die die Arbeit weniger oder auch nicht sehen. So ist es auch mit dem Wahrnehmen der Bedrängten. Christliche Kultur bedeutet nun einmal diese wahrzunehmen und entsprechend zu handeln.

In Teilen unserer Gesellschaft werden diese Leute mit Spott bedacht, werden sie lächerlich gemacht – das hat nichts, absolut nichts mit christlich zu tun.

 

Der Grundgedanke der Hinwendung zu den Bedrängten kommt auch in der Lesung zum Ausdruck: „So spricht Gott, der Herr: Die verloren gegangenen Tiere will ich suchen, die vertriebenen zurückbringen, die verletzten verbinden, die schwachen kräftigen, die fetten und starken behüten.“

Das ist eine Grundeigenschaft Gottes. Hier ist nicht die Rede vom Gericht sondern von Gottes Sorge um seine Schafe, um uns Menschen. Die Bedrängten wird er suchen, zurückbringen, verbinden, kräftigen – diese sind als erste genannt, aber er sorgt sich auch um die Fetten und Starken, er wird sie behüten.

Dieses Suchen und Retten und Behüten Gottes findet seinen höchsten Ausdruck in Jesus Christus – und dieser mutet uns hier und heute zu, selber in diese Bewegung einzusteigen, um einander dienend zu werden.

 

Die Rede vom Gericht will die Dringlichkeit und Ernsthaftigkeit hervorheben, es soll verhindert werden, dass sich die Menschen selber zerfleischen und einander vernichten.

Der Menschensohn nämlich ist nicht in die Welt gekommen, um die Welt zu richten, sondern um die Welt zu retten.

Amen.


 

Christkönig

Liebe Pfarrgemeinde!

Mit dem heutigen Sonntag schließt sich ein Kreis: das Kirchenjahr ist zu Ende – und gleichzeitig wird Christus als König gefeiert – der Blick auf ihn ist sozusagen am letzten Höhepunkt angelangt.

Werfen wir einen Blick zurück auf das vergangene Kirchenjahr: 3 Höhepunkte hat es gehabt: Weihnachten – Ostern – Pfingsten

 

Weihnachten, damit beginnt die Geschichte von Jesus Christus, dem Menschen und Gottessohn.

Da fängt es schon sehr menschlich an: zuerst ein langes, langes Warten und Sehnen eines Volkes nach Erlösung – und dann kommt ein kleines Menschenkind zur Welt, statt dem erhofften, mächtigen König, der ganz Israel von der Herrschaft der Römer befreien soll.

Es war schon eine Zumutung, in diesem Kind den ersehnten Retter zu sehen! Und mit dem Wissen der Gelehrten kamen die Menschen auch nicht weiter.

Nur die einfachen Leute, die keine vorgefasste Meinung über den Retter Israels hatten, die konnten das Wunder erkennen.

„Gott wird Mensch, so wie wir – ganz und gar Mensch!“

Klein, nackt, hilflos und wenn er am Leben bleiben sollte, dann brauchte er das Behütet- und Umsorgt sein von seinen Eltern. Genau wie unsere Kinder auch.

Erst wenn wir Liebe und Geborgenheit erfahren, können wir wachsen und uns entwickeln und reifen und zu dem Menschen werden, als den uns Gott gedacht hat.

DAS IST DIE BOTSCHAFT VON WEIHNACHTEN: Jeder von uns kann nur durch die Liebe eines anderen ganz Mensch werden!

 

Sehen wir uns den zweiten Höhepunkt des Kirchenjahres an: Ostern

Jesus kommt nicht an mit seiner Botschaft. Die Menschen wundern sich zwar und be-wundern ihn – aber verstehen wollen sie ihn nicht!

Jesus leidet darunter, aber er gibt trotzdem nicht auf, seinen Weg zu gehen.

Er spürt, dass die Menschen seine Botschaft eigentlich nicht begreifen.

Er will den Menschen im Auftrag seines Vaters sagen, dass sie von Gott geliebt sind, dass sie einen väterlichen und mütterlichen Gott an ihrer Seite haben, der sie auch in den dunklen Stunden ihres Lebens nicht alleine lässt.

Und darum lässt sich Jesus auf die äußerste Not ein, die ein Mensch erleben kann: sich von allen – und sogar von Gott verlassen zu fühlen.

Er schreit diese bittere Erfahrung am Kreuz heraus: „Mein Gott, warum hast du mich verlassen“?

Er stirbt, scheinbar gescheitert in seinen Lebensplänen. Doch diesem äußersten Dunkel folgt der Ostermorgen!

Das JA Gottes zum Leben! Zu einem neuen Leben in Fülle, in Ganzheit und Unversehrtheit.

Der Tod hat nicht das letzte Wort! Das was scheinbar gescheitert ist in meinem Leben, was ich nicht zuwege gebracht habe, was schief gelaufen ist … das allein ist es nicht! Gott verwandelt auch das Bruchstückhafte meines Lebens in etwas Ganzes, Vollkommenes und Heiles! Dies ist die befreiende Botschaft von Ostern!

 

Der 3. Höhepunkt ist Pfingsten!

Die Jünger sind wie gelähmt und wissen nicht, was sie tun sollen. Sie sind sprachlos und maßlos enttäuscht. Für sie ist mit dem Tod Jesu alles aus gewesen! Und dann passiert das Großartige, das Unglaubliche!

Der Geist Gottes kommt über sie, erfüllt und durchdringt sie. Und plötzlich sind sie wie verwandelt - Mut und Zuversicht und Freude erfüllen sie! Und die Jünger beginnen mutig von dem zu reden, was sie von Jesus Christus erfahren haben und wovon sie begeistert sind.

Für uns heißt das: Wir können uns selber noch so als Versager, als Unfähige, als Ängstliche erleben – aber wenn wir darauf vertrauen, dass Gottes Geist uns verwandeln kann, dann tut er es! Dann wirkt er in uns, dann geschieht das Pfingstwunder für uns auf’s Neue!

Und damit sind wir wieder beim heutigen Fest und beim Abschluss des Kirchenjahres angelangt: Christus als König!

Nicht einer mit einer Krone und einem Zepter, vor dem man einen roten Teppich ausbreitet, sondern einer, der ein unendliches Reich des Friedens und der Freude und der Fülle für alle bereit hält, die aus diesem Leben hinübergehen in ein neues Leben bei ihm.

Und es wird ein Leben in Vollendung sein: ohne Begrenzung, ohne Schmerz und ohne Not – ein Leben vollkommenen und ewigen Glücks!

Amen

Predigt von Diakon Otto Falch

 


 

 

 

32 Sonntag i. JK – 12. Nov. 2017 / Wortgottesdienst in Bach

 

Lesung aus dem Buch der Weisheit                       (Weish 6, 12-16)

 

Strahlend und unvergänglich ist die Weisheit; wer sie liebt, erblickt sie schnell, und wer sie sucht, findet sie.

Denen, die nach ihr verlangen, gibt sie sich sogleich zu erkennen.

Wer sie am frühen Morgen sucht, braucht keine Mühe, er findet sie vor seiner Türe sitzen.

Über sie nachzusinnen ist vollkommene Klugheit; wer ihretwegen wacht, wird schnell von Sorge frei.

Sie geht selbst umher, um die zu suchen, die ihrer würdig sind; freundlich erscheint sie ihnen auf allen Wegen und kommt jenen entgegen, die an sie denken.

 

 

 

BETRACHTUNG DAZU (Paul Mascher)

 

Das ist göttliche Weisheit:

Das geknickte Rohr nicht zu zerbrechen, und

den nur noch glimmenden Docht nicht zu löschen.

So leben ist weise.

So zu leben, schonend, achtsam, zärtlich lehrt uns die Weisheit Gottes, lehrt uns der Hl. Geist.

Dieser Geist wartet auf uns – sucht uns.

Diesen Geist hereinzubitten in unser Herz – ist weise und bringt uns ein Leben in Fülle.

 

  

32 Sonntag i. JK – 12. Nov. 2017 / Wortgottesdienst in Bach

 

Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus                 (Mt 25, 1-13)

 

In jener Zeit erzählte Jesus seinen Jüngern das folgende Gleichnis: Mit dem Himmelreich wird es sein wie mit zehn Jungfrauen, die ihre Lampen nahmen und dem Bräutigam entgegengingen.

Fünf von ihnen waren töricht, und fünf waren klug.

Die törichten nahmen ihre Lampen mit, aber kein Öl,

die klugen aber nahmen außer den Lampen noch Öl in Krügen mit.

Als nun der Bräutigam lange nicht kam, wurden sie alle müde und schliefen ein.

Mitten in der Nacht aber hörte man plötzlich laute Rufe: Der Bräutigam kommt! Geht ihm entgegen!

Da standen die Jungfrauen alle auf und machten ihre Lampen zurecht.

Die törichten aber sagten zu den klugen: Gebt uns von eurem Öl, sonst gehen unsere Lampen aus.

Die klugen erwiderten ihnen: Dann reicht es weder für uns noch für euch; geht doch zu den Händlern und kauft, was ihr braucht.

Während sie noch unterwegs waren, um das Öl zu kaufen, kam der Bräutigam; die Jungfrauen, die bereit waren, gingen mit ihm in den Hochzeitssaal, und die Tür wurde zugeschlossen.

Später kamen auch die anderen Jungfrauen und riefen: Herr, Herr, mach und auf!

Er aber antwortete ihnen: Amen, ich sage euch: Ich kenne euch nicht. - Seid also wachsam! Denn ihr wisst weder den Tag noch die Stunde.

 

 

 

PREDIGT (Paul Mascher)

 

Liebe Mitchristen hier in Bach

 

Es gibt eine kleine Fragereihe zum Durchschauen eines Abschnittes aus dem Evangelium: eine Frage ist: Was, in diesem Text, richtet mich auf, erhebt mich?

Das ist auf das heutige Evangelium bezogen doch, dass wir alle zur Hochzeit geladen sind und dass wir aktiv dabei sein sollen, es braucht uns bei diesem Fest. Und sei es nur den Bräutigam abzuholen.

Die andere Frage ist: Richtet mich diese Schriftstelle auf, gibt sie mir Orientierung? Weiß ich jetzt besser was zu tun ist, versteh ich jetzt besser den Willen Gottes? – Ja: seid klug und wachsam.

Aber klug und wachsam sein, das sind Eigenschaften, das ist unkonkret, da weiß ich wieder nicht was praktisch zu tun ist. „Klug“ und „wachsam“ bezeichnet das WIE, wie wir etwas leben sollen – nicht das WAS, was wir tun sollen im Leben.

 

Bleiben wir bei dieser Frage. Was wir heute gehört haben ist nur ein kleiner Abschnitt des Matthäusevangeliums.

Im Gesamt des Evangeliums kommt schon sehr deutlich vor WAS Gott will, was zu tun ist. Bei Matthäus ist die Bergpredigt – der allererste Abschnitt, daraus sind die Seligpreisungen, die hörten wir am Allerheiligentag. Da heißt es ganz einfach: Selig sind die Dankbaren, ihnen gehört das Himmelreich. Oder: Selig die Barmherzigen, denn sie werden Erbarmen finden. Oder: Selig, die Frieden stiften; denn sie werden Söhne und Töchter Gottes genannt werden. (Es gibt acht solcher Seligpreisungen, nicht nur drei.)

Was ist zu tun: Zuerst die Menschen die dankbar, barmherzig, friedensstiftend sind zu ehren – denn auch Gott beschenkt sie und ehrt sie – er sagt über sie: „Selig sind sie.“

Und dann sollen wir uns anstecken lassen von diesen Seligen die unter uns leben und selber auch in der einen oder anderen Hinsicht selig zu sein.

Ja die Bergpredigt – Ihr könnt sie nachlesen, das ist das 5. 6. und 7. Kapitel im Matthäusevangelium. Das ist die Eröffnungsrede Jesu.

Und die große Schlussrede Jesu hören wir am Christkönigsonntag, also in zwei Wochen, das ist die große Gerichtsrede.

Die kennen wir auch alle: „Ich war hungrig, und ihr habt mir zu essen gegeben; ich war durstig, und ihr habt mir zu trinken gegeben; ich war fremd und obdachlos, und ihr habt mich aufgenommen – oder auch nicht.“

Und weiter: „Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, oder nicht getan habt, das habt ihr mir getan oder nicht getan.“

 

Liebe Mitchristen

Was zu tun ist, ist uns klar gesagt.

Im heutigen Evangelium geht es darum WIE wir leben sollen.

„Seid wachsam! Denn ihr wisst weder den Tag noch die Stunde.“

Wachsam sein: Nicht mit den Spöttern die guten Menschen verspotten. – „Gutmensch“ ist ja ein Schimpfwort geworden in unserem Land.

Wachsam sein und diejenigen die Gott selig preist selber auch ehren und sie unterstützen, die Dankbaren, die Barmherzigen, die Friedensstifter und mehr.

 

In der Lesung, im Buch der Weisheit hörten wir den Satz: „Wer die Weisheit am frühen Morgen sucht, braucht keine Mühe, er findet sie vor seiner Türe sitzen. Das erinnert mich daran, wie ich in Elbigenalp zur Schwester Maria Verena zum Essen komme, da fragt sie mich: Hast du es gesehen? Ich weiß nicht wovon sie redet. Sie sagt: Die Blumen bei der Eingangstür.

Ja, wenn die Weisheit auch vor der Tür sitzen würde – ich würde sie immer wieder gar nicht bemerken – so mit eigenen Gedanken beschäftigt bin ich.

Wachsam sein heißt: Die guten Menschen zu bemerken, die die Gott selig preist.

Und wachsam sein heißt auch, die Not zu bemerken, zu bemerken wann ich gefragt bin zu helfen, zu teilen, zu lieben.

 

Hinter der ganzen Frohen Botschaft steht immer auch der Satz: „Fürchtet euch nicht!“ Fürchtet euch nicht einander zu dienen, zu teilen, einfach einander zu lieben.

Amen.

 

 


 

Sonntag, 15. Okt. 2017 (28. Sonntag im Jahreskreis A)

EVANGELIUM UND BETRACHTUNG – Wortgottesdienst in Stockach

 

Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus                       Mt 22, 1-14

 

In jener Zeit erzählte Jesus den Hohenpriestern und den Ältesten des Volkes das folgende Gleichnis: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem König, der die Hochzeit seines Sohnes vorbereitete.

Er schickte seine Diener, um die eingeladenen Gäste zur Hochzeit rufen zu lassen. Sie aber wollten nicht kommen.

Da schickte er noch einmal Diener und trug ihnen auf: Sagt den Eingeladenen: Mein Mahl ist fertig, die Ochsen und das Mastvieh sind geschlachtet, alles ist bereit. Kommt zur Hochzeit!

Sie aber kümmerten sich nicht darum, sondern der eine ging auf seinen Acker, der andere in seinen Laden,

wieder andere fielen über seine Diener her, misshandelten sie und brachten sie um.

Da wurde der König zornig; er schickte sein Heer, ließ die Mörder töten und ihre Stadt in Schutt und Asche legen.

Dann sagte er zu seinen Dienern: Das Hochzeitsmahl ist vorbereitet, aber die Gäste waren es nicht wert, eingeladen zu werden.

Geht also hinaus auf die Straßen und ladet alle, die ihr trefft, zur Hochzeit ein.

Die Diener gingen auf die Straßen hinaus und holten zusammen, die sie trafen, Böse und Gute, und der Festsaal füllte sich mit Gästen.

Als sie sich gesetzt hatten und der König eintrat, um sich die Gäste anzusehen, bemerkte er unter ihnen einen Mann, der kein Hochzeitsgewand anhatte.

Er sagte zu ihm: Mein Freund, wie konntest du hier ohne Hochzeitsgewand erscheinen? Darauf wusste der Mann nichts zu sagen.

Da befahl der König seinen Dienern: Bindet ihm Hände und Füße, und werft ihn hinaus in die äußerste Finsternis! Dort wird er heulen und mit den Zähnen knirschen.

Denn viele sind gerufen, aber nur wenige auserwählt.

 

BETRACHTUNG dazu

 

X: Das heutige Evangelium ist verwirrend. Der König ist sehr gewaltbereit. 

Y: Das stimmt, da könnte man viel erklären, aber das bräuchte sehr viel Zeit. 

X: Nehmen wir doch einfach einzelne Details heraus und besprechen diese. Wer sind denn die zuerst geladenen Gäste? 

Y: Das Ganze spielt sich in Jerusalem, im Tempel ab. Die Hohenpriester und Ältesten des Volkes sind sich sicher, dass sie und das Volk der Juden das Wichtigste für Gott sind.

Diese sind die zuerst geladenen. 

X: Und warum kümmerten sie sich nicht um die Einladung und schlugen sie aus? 

Y: Vielleicht deshalb, weil sie von Gott Macht erwarteten, dass sie mit Gott zusammen die Welt regieren – aber nicht eine Hochzeitsfeier. Und außerdem gibt es Wichtigeres zu tun. 

X: Doch die Hochzeit findet ja statt – mit vielen anderen Leuten, mit Guten und Bösen. 

Y: Ja, Gott gibt seinen Plan nicht auf, dem Sohn eine prächtige Hochzeit auszurichten – nur die Gäste sind andere – auch wir. 

X: Da gibt es aber einen Gast, der kein Hochzeitsgewand hat – wie soll der so schnell eine Festgewand herbekommen – der wird wieder ganz gewalttätig hinausgeworfen. 

Y: Das hochzeitliche Gewand ist Sinnbild für die Gesinnung. Es gibt Menschen die gehen zu Festen nicht weil sie sich mit den Jubilaren oder Brautleuten freuen – die kommen wegen des Buffets. Denen ist die Hochzeit egal – sie kommen um gesehen zu werden. Die haben kein „hochzeitliches“ Gewand. 

X: Dann lasst uns jetzt feiern, dass Gott mit uns lebt und wir mit ihm leben dürfen, wir haben doch wohl das Festgewand im Herzen an.

 

 


 

 

Sonntag 1. Oktober 2017 (26. i. Jk. A)

Predigt am Samstag in Häselgehr - Paul Mascher

 

Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus

 

In jener Zeit sprach Jesus zu den Hohenpriestern und den Ältesten des Volkes:

Was meint ihr? Ein Mann hatte zwei Söhne. Er ging zum ersten und sagte: Mein Sohn, geh und arbeite heute im Weinberg!

Er antwortete: Ja, Herr!, ging aber nicht.

da wandte er sich an den zweiten Sohn und sagte zu ihm dasselbe. Dieser antwortete: Ich will nicht. Später aber reute es ihn, und er ging doch.

Wer von den beiden hat den Willen seines Vaters erfüllt? Sie antworteten: Der zweite. Da sagte Jesus zu ihnen: Amen, das sage ich euch: Zöllner und Dirnen gelangen eher in das Reich Gottes als ihr.

Denn Johannes ist gekommen, um euch den Weg der Gerechtigkeit zu zeigen, und ihr habt ihm nicht geglaubt; aber die Zöllner und die Dirnen haben ihm geglaubt. Ihr habt es gesehen, und doch habt ihr nicht bereut und ihm nicht geglaubt.

Mt 21, 28-32

 

 

Liebe Mitchristen hier in Häselgehr!

 

Bei der Vorbereitung dieses Gottesdienstes entdeckten wir (Hildegard, Manfred und ich) mit welch harten Worten Jesus die Hohenpriester und Ältesten des Volkes anredet: „Amen, das sage ich euch: Zöllner und Dirnen gelangen eher in das Reich Gottes als ihr.“

Wir sagten zueinander: So möchten wir nicht angeredet, ja beschimpft werden!

 

Warum ist Jesus so aufgebracht?

Schauen wir ein paar Zeilen zurück im Evangelium. Nachdem Jesus die Händler aus dem Tempel vertrieben hatte, fragten ihn die Hohenpriester und Ältesten: Mit welchem Recht tust du das? Wer hat dir die Vollmacht dazu gegeben?

Und Jesus fragte zurück: Sagt mir zuvor – Von woher stammte die Taufe des Johannes? Vom Himmel oder von den Menschen?

Und die Gefragten drückten sich vor einer Antwort und sagten: „Wir wissen es nicht.“ – Und so gab ihnen Jesus auch keine Antwort auf ihre Frage.

 

Und jetzt erzählte Jesus das Gleichnis von den zwei ungleichen Brüdern.

 

Zu Johannes dem Täufer kamen viele Leute an den Jordan um sich einer Bußtaufe zu unterziehen. Sie bekannten ihre Sünden und ließen sich taufen.

Zu den Pharisäern und Sadduzäern sagte er: „Bringt Frucht hervor, die eure Umkehr zeigt.“ – Damit man sieht, dass ihr euer Leben ändert.

Da kamen auch viele Sünder wie Dirnen oder Zöllner. Die wollten ihr Leben ändern. Sie merkten, dass sie so nicht mehr weiterleben wollen. Sie bekannten ihre Sünden ließen sich taufen und versuchten zumindest ein neues Leben. Sie bereuten ihr bisheriges Leben.

Die sind wie der zweite Bruder. Zuerst sagten sie in ihrem Leben nein zum Wollen des Vaters – doch es reute sie und sie gehorchten doch.

Die Hohenpriester und Ältesten des Volkes gingen auch zu Johannes, ließen sich taufen und änderten ihr Leben nicht – sie meinten, so wie sie sind, so sind sie auch gut vor Gott. Sie hörten nicht den Ruf barmherzig zu sein besonders den Sündern gegenüber, sie hörten nicht den Ruf richtet nicht, sich zu versöhnen, Gerechtigkeit zu suchen.

Sie waren wie der erste Bruder im Gleichnis: Sie sagten „Ja“ vielleicht noch „selbstverständlich“ dazu – gingen aber nicht. Eigentlich wussten sie nicht was sie ändern sollten in ihrem Leben – es reute sie nichts. Nicht ihre Hartherzigkeit, nicht ihre Ungerechtigkeit, nicht dass sie sich erhaben fühlten über dem Volk und besonders mit Verachtung herabschauten auf die Dirnen und Zöllner.

Jetzt verstehen wir schon mehr warum Jesus so aufgebracht war und ihnen sagte: „Zöllner und Dirnen gelangen eher in das Reich Gottes als ihr.“

Dann sagt Jesus noch: „Johannes ist gekommen, um euch den Weg der Gerechtigkeit zu zeigen, und ihr habt ihm nicht geglaubt; aber die Zöllner und die Dirnen haben ihm geglaubt. Ihr habt es gesehen (wie die Sünder ihr Leben änderten), und doch habt ihr nicht bereut und ihm nicht geglaubt.“

 

Liebe Mitchristen:

Am Beginn dieses Wortgottesdienstes haben wir das allgemeine Schuldbekenntnis gesprochen. Ganz zum Schluss heißt es da: „Darum bitte ich auch euch Brüder und Schwestern für mich zu beten bei Gott unserem Herrn“

Diese Bitte um das Gebet möchte ich jetzt herausgreifen um mich selber und uns gemeinsam zu ermahnen wirklich füreinander zu beten. – Ich will niemandem unterstellen, dass er oder sie das nicht schon tut.

Trotzdem möchte ich darauf hinweisen dass das Gebet füreinander, der schonende Blick aufeinander, die Freude aneinander und auch die Trauer miteinander Grundlage eines christlich gerechten Lebens ist.

Im gemeinsamen Schuldbekenntnis hören wir diese Bitte. Sagen wir Ja dazu und beten wir füreinander. Amen

 

 

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